B27-Brücke über die Jagst muss ersetzt werden

Region  Auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Region müssen sich Pendler in den nächsten Jahren auf mehrere Baustellen einstellen: Die Planer gehen davon aus, dass die B27 zwischen Bad Friedrichshall und Offenau während der Bauzeit an der Brücke kaum gesperrt werden muss.

Von Simon Gajer

B27-Brücke über die Jagst muss ersetzt werden

Zwischen Bad Friedrichshall und Offenau führt eine Brücke über die Jagst: Die Querung ist in die Jahre gekommen und wird ersetzt.

Foto: Mario Berger

Die Bundesstraße B 27 zwischen der Autobahn und Neckarsulm wird auf vier Spuren ausgebaut. Der dreistreifige Ausbau zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall soll ebenfalls realisiert werden und eine Kreuzung in Bad Friedrichshall-Jagstfeld tiefergelegt werden.

Und auch die Brücke über die Jagst im weiteren Verlauf in Richtung Offenau ist in die Jahre gekommen. Im Jahr 2023 soll es dort mit dem Bau losgehen.

Das sind die Gründe, weshalb die Brücke abgerissen wird

"Die Brücke aus dem Jahr 1955 weist einige Bauwerksschäden auf, die auch aufgrund der damaligen Trägerrost-Bauweise einen Ersatzneubau erfordern", betont Stefanie Paprotka, Sprecherin des zuständigen Regierungspräsidiums in Stuttgart. Zudem sei ein zusätzlicher Abbiegestreifen auf der Brücke und ein zusätzlicher Geh- und Radweg erforderlich.

Die Vorplanungen des Projekts haben begonnen. Die Genehmigungsplanung solle voraussichtlich bis Ende 2020 abgeschlossen sein, teilt Stefanie Paprotka mit. Zu den weiteren Schritten gehört das sogenannte Planfeststellungsverfahren. Mit dem Neubau begonnen wird vermutlich Ende 2023. Zu den Kosten lässt sich derzeit nichts sagen.

Die RP-Sprecherin rechnet damit, dass der Neubau zwei Jahre dauert. Die Brücke soll neben der bestehenden errichtet werden, sodass der Verkehr während der Bauzeit weiterhin auf der alten Brücke fließen könne. "Es wird voraussichtlich nur kurze Sperrzeiten geben, zum Beispiel während den Arbeiten zur Ertüchtigung des Netzknotens", beruhigt Stefanie Paprotka die Pendler.

Die Projekte auf der Bundesstraße werden aufeinander abgestimmt

Die einzelnen Projekte werden miteinander koordiniert. "Auch im Rahmen des Mobilitätspaktes werden diese Maßnahmen gemeinsam mit den Partnern des Paktes besprochen und abgestimmt", sagt Stefanie Paprotka.

Ein zentraler Punkt ist der Ausbau der Bundesstraße auf vier Spuren zwischen der A 6 und den beiden Tankstellen in Neckarsulm. Hinter der Maßnahme steht der Bund, der alles finanziert. Bislang steht nur fest, dass mit dieser Maßnahme bis spätestens 2030 begonnen werden soll. In welcher Form, das ist unklar.

Konkret geht es um zwei sogenannte Halbanschlüsse in Neckarsulm: Je nach Ausbauvariante entfallen die Auffahrt Spitalstraße in Richtung Bad Friedrichshall und die Abfahrt Neuenstädter Straße, die ins Zentrum Neckarsulms führt. Um diese Abfahrten zu erhalten, müssten zahlreiche Häuser abgerissen werden. Unklar ist ebenfalls, wie es mit den Tankstellen weitergeht.

Neckarsulm diskutiert über neuen Anschluss

Die Stadt Neckarsulm diskutiert zurzeit darüber, ob sie außerdem eine neue B 27-Anschlussstelle auf Höhe Binswanger Straße schaffen soll. Die Wähler entscheiden bei einem Bürgerentscheid im September, ob die Kreuzung errichtet wird. Sollte sie kommen, erwarten Verkehrszahlen eine deutliche Entlastung innerstädtischer Straßen. Sollte der Anschluss nicht realisiert werden und sollten außerdem die beiden Halbanschlüsse entfallen, gäbe es in der Stadt nur noch zwei Anschlüsse.

 


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