Aus Hallen werden Fieberambulanzen

Region  Patienten mit Verdacht auf Covid-19 oder mit fieberhaften Infekten werden von diesem Montag an in einer Fieberambulanz in Bad Rappenau untersucht. Auch in Neckarsulm laufen die Vorbereitungen für eine solche Einrichtung.

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In der Bad Rappenauer Mühltalhalle werden ab Montag Menschen mit Coronasymptomen untersucht. Es ist die erste Fieberambulanz im Landkreis Heilbronn, vielleicht kommt noch eine in Neckarsulm dazu. Foto: Archiv/Plapp-Schirmer

Ungefähr 16.000 Menschen in Baden-Württemberg haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, stündlich werden es mehr. Um die steigende Zahl an Erkrankten bewältigen zu können, richtet die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den Städten Bad Rappenau und Neckarsulm sowie dem Landratsamt Heilbronn zwei Fieberambulanzen im Landkreis Heilbronn ein.

Ab Montag, 6. April, werden in Bad Rappenau Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion oder mit fieberhaften Infekten untersucht und behandelt - in Neckarsulm laufen die Vorbereitungen für eine ähnliche Einrichtung in der Sulmturnhalle. Neben Zentren in eigens angemieteten Hallen gibt es in den Landkreisen Corona-Schwerpunktpraxen.

Die Bad Rappenauer Fieberambulanz in der Mühltalhalle wird von Montag bis Freitag zwischen 13.30 und 17.30 Uhr geöffnet sein. "Aber es ist wie bei den zentralen Abstrichstellen, dass niemand direkt zur Fieberambulanz gehen kann", sagt Kai Sonntag. Er ist Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Erste Anlaufstelle sei der Hausarzt, er vermittele einen Termin. In der Ambulanz untersuchen dann die Ärzte Infektionspatienten, nehmen bei Bedarf einen Abstrich vor und entscheiden je nach Symptomen und Krankheitsbild, ob die Patienten in häusliche Quarantäne geschickt werden oder, bei schwerem Verlauf, stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, wie die Vereinigung mitteilt.

Zwei Arten von Ambulanzen

Daneben gebe es noch eine zweite Kategorie von Ambulanzen, erläutert der Sprecher. Dabei handele es sich um Arztpraxen, die sich zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Räumen ausschließlich um Coronaverdachtsfälle kümmern. "Sie nutzen oft bestehende Räumlichkeiten, um eine Corona-Sprechstunde anzubieten", sagt Sonntag. Für diese speziellen Schwerpunktpraxen gelte ebenfalls, dass Termine ausschließlich durch den Hausarzt vereinbart werden.

In Neckarsulm werde in Abstimmung mit dem Landkreis und der Stadt Heilbronn an der Einrichtung einer zentralen Corona-Ambulanz in der Sulmturnhalle gearbeitet. Das bestätigt der Sprecher der Stadt Neckarsulm, Andreas Bracht. "Dort sollen Patienten behandelt werden, die Anzeichen von Atemwegserkrankungen aufweisen." Die Stadt befinde sich derzeit in der Abstimmung mit allen Beteiligten. Seitens der Kassenärztlichen Vereinigung sei noch nicht klar, was genau in Neckarsulm passiert. "Am Montag startet jedenfalls erst mal nur Bad Rappenau", sagt Kai Sonntag.

110 Fieberambulanzen eingerichtet

Bis Anfang der Woche sind 110 Ambulanzen eingerichtet worden, teilt Kai Sonntag mit. Davon befänden sich 90 in Schwerpunktpraxen, die Übrigen 20 in Hallen wie der in Neckarsulm und in Bad Rappenau. Die Einrichtung und Platzierung der Ambulanzen hänge von verschiedenen Faktoren ab, sagt Sonntag. So müssten Ärzte und Gebäude gefunden werden.

In den Ambulanzen arbeiten sowohl niedergelassene Ärzte als auch Ärzte, die die Kassenärztliche Vereinigung in einem speziellen Pool registriert hat. "Das sind zum Beispiel Ärzte, die bereits im Ruhestand sind." Im Landkreis Heilbronn gibt es derzeit fünf Corona-Schwerpunktpraxen und die Mühltalhalle in Bad Rappenau - eventuell demnächst ergänzt durch die Sulmturnhalle in Neckarsulm. Im Hohenlohekreis sind eine Praxis und eine Fieberambulanz im Einsatz.


Alexander Klug

Alexander Klug

Reporter

Alexander Klug ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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