Auf Burg Stettenfels kämpfen Ritter mit harten Bandagen

Untergruppenbach  Das Mittelalterfest auf Burg Stettenfels ist in vollem Gang. Auf dem Turnierplatz erleben die Besucher am Sonntag ein historisches Gefecht: die nachgestellte Lechfeldschlacht. Vom Schmuddelwetter lässt sich niemand abschrecken.

Von Kirsi-Fee Rexin

Mittelalterfest auf Burg Stettenfels
In diesem Jahr wird die Lechfeldschlacht auf dem Turnierplatz nachgestellt. Foto: Andreas Veigel

Wenn erwachsene Männer in Ritterrüstung oder mit Fuchspelz um die Schultern ihre Schwerter vergleichen, Bier aus Trinkhörnern in die Kehlen fließt und spektakuläre Kämpfe der Ritter zu Flochberg auf dem Turnierplatz stattfinden, dann ist das Mittelalterfest auf Burg Stettenfels in vollem Gang. Trotz nasskaltem Schmuddelwetter lassen sich große und kleine Mägde, Kaufmänner, Ritter und Gaukler an diesem Wochenende mit dem Shuttlebus zur Burg fahren – voll Vorfreude, was 300 Mitwirkende sich zur 15. Auflage des Mittelalterfests haben einfallen lassen. 

Dieses Jahr steht die Lechfeldschlacht im Mittelpunkt

Seit dem 1. Mai wird auf der Burg für das Mittelalter-Event gewerkelt: Aktive bauen Zelte, Bühnen, Fahnen und Fackelständer auf. „Die Veranstalter haben sich einiges einfallen lassen“, erzählt Alexander Pusch, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins Kulturschock, und verweist auf die spektakuläre Kulisse am Turnierplatz. „Wir inszenieren ja jedes Jahr mit den mitwirkenden Lagern ein historisches Gefecht. Dieses Mal haben wir die Nachstellung der Lechfeldschlacht 955 zum Projekt gemacht.“

Neben den entsprechenden Darstellern wie Ritter und Kämpfer um das Jahr 1000, Reiterbogenschützen und Bogenschützen in ungarischer Gewandung habe man auch den Requisitenbau sowie den Kulissenbau darauf ausgerichtet.

 

Warum sich der Besuch des Mittelalterfests lohnt

Im Gewölbe des Schlosskellers riecht es nach Harz, Hölzern und verschiedenen Kräutern. Außerdem verzaubern die Klänge der Mittelalter-Folk-Rock-Band Amarok Avari ein Pulk von Zuhörern. Die eigens komponierten Lieder im mitteralterlichen Stil präsentiert die Band mit Flöte, Gitarre, Drehleier und Bouzouki. „Die Songs gefallen uns, wir hören auch privat diese Musikrichtung“, sagt Tiana Schmid.

Mittelalterfest auf Burg Stettenfels
Schützen und Waffen soweit das Auge reicht: Damit Besucher eine Zeitreise ins Mittelalter machen können, sind die Akteure authentisch ausgerüstet. Foto: Andreas Veigel

Die 19-jährige Edeldame besucht mit ihrem Freund Christopher Hoffmann, einem Kaufmann, jedes Jahr das Mittelalterfest auf Burg Stettenfels. „Vor allem wegen dem Barbarenspieß und den Baumstriezlen“, erzählt der 20-Jährige schmunzelnd. „Dafür lohnt es sich immer.“ Eine kleine Fibel (Gewandschließe) hat er ebenfalls erstanden. Das Paar hat sich über das gemeinsame Interesse am Thema Mittelalter kennengelernt. „Als sie mir erzählt hat, dass sie Bogenschießen macht, hat mich das gleich beeindruckt.“

Die Falknerei hat sich im Burggraben eingenistet

Im Burggang sitzt Waltraud Gareis und löffelt eine Kürbissuppe, um sich aufzuwärmen. „Ganz schön zugig hier“, findet die Händlerin. Aus Weidensträuchern fertigt die Kreßbergerin Lampen in verschiedenen Größen. „Eine kleine Lampe schaffe ich innerhalb von zwei Stunden.“  Die Materialbeschaffung sei hingegen viel aufwendiger. „Ich sammle die Weiden im Januar und Februar an Bächen und Gewässern. Bündele sie und schneide sie zuhause zurecht. Das ist die eigentliche Arbeit.“

Auch der Burggraben ist ein beliebter Stop:  Hier hat sich das Lager der Bielriet Falknerei eingerichtet und die Besucher können Eulen und verschiedene Greifvögel ganz aus der Nähe betrachten. Wer ganz mutig ist, lässt sich ein Tier auf die behandschuhte Hand setzen. 

Mittelalterfest auf Burg Stettenfels
Damit die Ritter im Gefecht am Sonntag eine Chance haben, werden sie gut ausgerüstet. Foto: Andreas Veigel

Im Mittelaltergewand muss keiner frieren

Wolfgang Knopki und seine Freundin Christina Blohm sind bereits Stammgäste auf dem Mittelaltermartk. „Für uns geht es weniger um das Einkaufen, sondern viel mehr um das Erlebnis. Mittlerweile treffen wir überall bekannte Gesichter, setzen uns zusammen und spielen Binockel“, erklärt der Leonberger. Sein Mittelaltergewand habe bei dem Schmuddelwetter übrigens nur Vorteile: „Filz, darunter Wolle, Wolle und noch mal Wolle“, beschreibt Wolfgang Knopki während er Schicht für Schicht seines Gewands anhebt. „Das hält warm und vor allem trocken.“ 

 

Zum Programm: Höhepunkt des Mittelalterfests auf Burg Stettenfels ist die historische Schlacht am Sonntag um 14 Uhr auf dem Turnierplatz. Mehr Infos zum Programm gibt es hier.

 


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