Asylantrag des randalierenden Gambiers wurde bereits 2017 abgelehnt

Lauffen am Neckar  Der 21-jährige Flüchtling, der am Montag mehr als 20 Autos am Bahnhof Lauffen mit einer Eisenstange zertrümmert hatte, sitzt weiter in der Psychiatrie. Sein Asylantrag sei bereits 2017 abgelehnt worden, teilt nun das Landratsamt mit.

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Am Abend sind gegen 21 Uhr noch immer nicht alle Autos abgeholt.

Der Asylantrag des 21-jährige Gambiers, der am Montag mehr als 20 Autos am Bahnhof Lauffen mit einer Eisenstange zertrümmert hat, ist bereits im Jahr 2017 abgelehnt worden. Das teilte das Landratsamt Heilbronn auf Anfrage mit. Der Mann habe gegen die Ablehnung eine Klage angestrengt, sagte Landratsamts-Sprecher Manfred Körner am Mittwoch. Bis über eine solche Klage entschieden sei, so Körner weiter, habe man in der Regel eine Aufenthaltsgestattung.

Auch zwei Tage nach der Aufsehen erregenden Vandalismus-Tat stehen noch beschädigte Fahrzeuge auf dem Park+Ride-Parkplatz. Sie sind durch eingeschlagene Scheiben offen zugänglich. Der mutmaßliche Täter sitzt weiter in der Psychiatrie. Ein Arzt des Klinikums am Weissenhof wird den Gesundheitszustand des Mannes bewerten. Sollte er zu dem Schluss kommen, dass eine weitere Unterbringung in der Psychiatrie angebracht ist, wird er dies bei Gericht beantragen.

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Sollten Gründe gegen eine weitere Unterbringung sprechen, kann theoretisch eine Untersuchungshaft infrage kommen. Als Haftgrund komme aber eine Wiederholungsgefahr bei Sachbeschädigung nicht infrage, erklärt Christoph Meyer-Manoras, Sprecher der Heilbronner Staatsanwaltschaft. In Donauwörth, wo es vor sechs Wochen zu einem ähnlichen Vorfall kam, hatte die dortige Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen einen 19-jährigen Nigerianer beantragt, nachdem aus ärztlicher Sicht keine weitere Notwendigkeit mehr für einen Aufenthalt in der Psychiatrie bestand. Dies berichtete die Tageszeitung Augsburger Allgemeine.

Svetlana Katyhina aus Ludwigsburg gehört zu den geschädigten Autobesitzern. "Ich habe mit der Versicherung telefoniert, ich muss bei den Scheiben 150 Euro Selbstbeteiligung bezahlen", sagt sie. Zusätzlich müsse sie Scheibenwischer kaufen und eine Spezial-Reinigung veranlassen - wegen der vielen Glassplitter, die auch auf dem Kindersitz verstreut sind. Sie rechne mit 500 Euro Gesamkosten, die sie selbst tragen müsse, da sie nur eine Teilkasko-Versicherung habe. Eine Kollegin von ihr treffe es härter. Die A-Säule ihres Mazdas sei verbeult.

Schadensersatzanspruch gegen Behörde unrealistisch

Manche Geschädigten möchten sich nicht namentlich äußern. "Da wird man doch sowieso gleich in eine Ecke gestellt", sagt ein Mann, der seine Frau vom Bahnhof abholt. Svetlana Katyhina trifft keine politische Aussage, aber eines wird sie los: "Ich lebe jetzt seit 15 Jahren in Deutschland und hatte nie Ärger, bis jetzt."

In Lauffen ist manch einer der Ansicht, dass der Staat haften sollte - insbesondere, weil es Signale gab, dass der Gambier ausrastet. Anja Schneider, Sprecherin der WGV-Versicherung, hält einen Schadensersatzanspruch gegenüber Behörden nach erster Einschätzung für nicht begründet. "Für Straftaten eines Einzelnen sind Amtsträger, wie in diesem Fall Polizisten oder Verwaltungsmitarbeiter, nicht verantwortlich", sagt sie. "Sie können Präventionen auch nur im gesetzlich gestatteten Umfang betreiben."

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Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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