Architekturpreis für Neckarbogen-Gebäude

Heilbronn  Wohnen auf Zeit, Café Samocca und Waschsalon: Ein Projekt des Heilbronner Investors Kruck + Partner auf dem Buga-Gelände wird als gelungener Beitrag der Quartiersentwicklung ausgezeichnet.

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Architekturpreis für Neckarbogen-Gebäude

Auf fünf Stockwerken befinden sich im Gebäude rechts möblierte Apartments. Das Erdgeschoss beherbergt das Café Samocca und einen Waschsalon.

Foto: Andreas Veigel

85 Prozent aller neugebauten Wohnungen entstehen im Geschosswohnungsbau. Dieser Gebäudetyp prägt das Bild der Städte stärker als aufsehenerregende Solitäre. Gleichwohl sind bei den Preisträgern der fast drei Dutzend Architekturpreise nur selten Projekte aus dem Bereich dabei. Der neue Award Deutscher Wohnungsbau möchte das ändern.

Es ist der erste Architekturpreis für Auftraggeber und Architekten im Geschosswohnungsbau. 2019 wurde er zum ersten Mal in zwölf verschiedenen Kategorien ausgelobt.

Eines der preisgekrönten Gebäude steht im neuen Heilbronner Stadtquartier Neckarbogen: Die Cinari Suites von Investor Kruck + Partner. Es ist das Eckgebäude im mittleren Baufeld, direkt am Floßhafen gelegen. In den fünf Geschossen sind 18 komplett ausgestattete Apartments für das Wohnen auf Zeit untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich das Café Samocca und ein Waschsalon. Die Auszeichnung wurde in der Kategorie Quartiersentwicklung verliehen.

Award Deutscher Wohnungsbau ist "ein überfälliger Preis"

Für den Projektentwickler Joachim Kruck ist Geschosswohnungsbau immer auch Städtebau, "der Aufschluss darüber gibt, wie eine Gesellschaft sich behaust". Genau deshalb sei der Award Deutscher Wohnungsbau ein überfälliger Preis. Er würdige jene Akteure, "die in dieser bauwirtschaftlichen Alltäglichkeit eine Aufgabe erkennen, die wie kaum eine andere nach innovativen Konzepten und neuen gestalterischen Ideen verlangt". Verstädterung, Zuwanderung, demografischer Wandel, klimatische Verschiebungen sowie die absehbare Endlichkeit irdischer Ressourcen seien nur einige der Entwicklungen, die auch den Wohnungsbau herausfordern, erläutert Kruck.

In der Jury saß unter anderem Reiner Nagel, der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung Baukultur. Nagel hatte auch den Vorsitz der Gestaltungskommission inne, die über den Bau der 23 Gebäude der Stadtausstellung im Neckarbogen entschieden haben.

Heilbronn braucht Angebote für Wohnen auf Zeit

Der Entwurf für das preisgekrönte Haus stammt vom Architekturbüro Kauffmann, Theilig & Partner aus Ostfildern. Prägend für das äußere Erscheinungsbild sind umlaufende Loggien mit vertikalen Elemente, die auch in den Räumen Schutz bieten vor Einblicken oder starker Sonneneinstrahlung. Bei der Nutzung hat sich der Investor an der dynamischen Entwicklung sowohl der Wirtschaft als auch der Bildungslandschaft in Heilbronn orientiert.

Es entstehe zunehmend Bedarf nach einem Angebot für "Wohnen auf Zeit". Für Personen, die mehrere Monate in Heilbronn sind, fehle es an entsprechenden Angeboten. Mit den "Serviced Apartments" soll eine Bedarfslücke geschlossen werden. Der Name "Cinari" setzt sich zusammen aus den Begriffen City, Nature und River.

Zur Vielfalt im Quartier beitragen

Café und Waschsalon werden über die Buga hinaus in Kooperation mit der Evangelischen Stiftung Lichtenstern von Menschen mit und ohne Behinderung betrieben. Sie sind nicht nur für die temporären Bewohner Kommunikationsbereiche, sondern sie tragen im Sinne des Architekturpreises "maßgeblich zur Vielfalt im Quartier bei". 

 


Bärbel Kistner

Bärbel Kistner

Autorin

Bärbel Kistner schreibt seit 1999 im Stadtkreis-Ressort der Heilbronner Stimme über Stadtentwicklung und Wohnen, über Trends im Einzelhandel und den demografischen Wandel  

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