An Metropolregion scheiden sich die Geister

Eppingen  Der Regionalverband Heilbronn-Franken übte bei seiner Sitzung in Eppingen-Adelshofen heftige Kritik an Stuttgarts Oberbürgermeister Kuhn und am Verband Stuttgart. Grund: Die abweisende Haltung aus der Landeshauptstadt in Sachen Zusammenarbeit.

Von Joachim Friedl
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An Metropolregion scheiden sich die Geister

Ein Thema, das in der Europäischen Metropolregion Stuttgart diskutiert werden sollte: Die Sanierung der Neckarschleusen. Bis jetzt tat sich nichts.

Foto: Archiv/Veigel

Die Umsetzung der Europäischen Metropolregion Stuttgart ist ein Trauerspiel. Seit gut sechs Jahren kämpft der Regionalverband Heilbronn-Franken dafür, dass dieser auf Europa bezogene Motor der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung endlich gestartet wird.

Doch sowohl die Landeshauptstadt Stuttgart als auch der Verband Region Stuttgart haben offensichtlich kein Interesse, sich mit der Region Heilbronn-Franken zusammenzutun. "Alle Initiativen gingen von uns aus. Selbst bei Themen wie Neckar, Verkehr oder Gewerbeflächen ist aus Stuttgart kein Signal gekommen", sagte Verbandsdirektor Klaus Mandel.

Gespräch soll Klarheit bringen

Entsprechend verärgert reagierte die Verbandsverwaltung und Teile der Verbandsversammlung bei ihrer Sitzung in Eppingen-Adelshofen Ende der letzten Woche. Es herrschten Zweifel, dass der für 2018/2019 von Stuttgart angekündigte Metropolkongress überhaupt stattfinden wird. Ein Gespräch im Februar soll Klarheit bringen.

Ein Haudrauf und ein Diplomat

"Das Verhalten des Verbands Region Stuttgart und der Landeshauptstadt war bisher unangemessen", zeigte sich Harald Friese ungehalten. Briefe seien nicht beantwortet, Gesprächs- und Telefontermine seien abgesagt worden", zeigte der Vorsitzende der SPD-Verbandsfraktion das schlechte Benehmen auf: "Der Regionalverband wurde wie ein lästiger Bittsteller aus der Provinz behandelt. Die Kirchtürme in Stuttgart sind zu Mauern geworden", monierte Harald Friese.

Gemeinsam Lösungen finden

Deutlich zurückhaltender und diplomatischer äußerte sich SPD-Verbandsrat Harry Mergel: "Solche Töne sind nicht geeignet, das Thema Metropolregion in einem konstruktiven Klima fortzuführen." Der Heilbronner Oberbürgermeister appellierte an das Gremium, das Gespräch mit OB Fritz Kuhn und Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, weiter zu suchen und den Metropolkongress abzuhalten, um gemeinsame Lösungen zu finden.

Türe nicht zugeschlagen

"Zu einem konstruktiven Klima gehört aber auch, dass Briefe beantwortet werden", reagierte Verbandsvorsitzender Joachim Scholz (CDU) deutlich. Obwohl der ehemalige Oberbürgermeister von Neckarsulm zu überlegen gab, sich von der Vision einer gemeinsam gestalteten Metropolregion Stuttgart zu verabschieden, setzt er doch noch einen Funken Hoffnung auf den Metropolkongress: "Er könnte dafür sorgen, dass die Tür nicht ganz zugeschlagen wird, allerdings muss er im nächsten Jahr stattfinden. 2019 ist zu spät"

Hervorragende Arbeit geleistet

Für den Metropolkongress sprachen sich Harry Brunnet für die FWV/FDP-Fraktion sowie Armin Waldbüßer und Wolf Theilacker für die Fraktion Grüne/ÖDP/Linke aus. "Keine Lust, als Bittsteller nach Stuttgart zu gehen", hat der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg (CDU). Die Kommunen und die Landkreise in der Region Heilbronn-Franken leisteten schon heute "hervorragende Arbeit".

 

 


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