Am Frauenkampftag wird kritisch Bilanz gezogen

Heilbronn  Seit 1921 wird der Frauentag jährlich am 8. März gefeiert. Heute finden auch in Heilbronn verschiedene Veranstaltungen statt.

Von Ulrike Bauer-Dörr

Von wegen gleiche Rechte, von wegen Gleichberechtigung: Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, wird kritisch Bilanz gezogen, der Finger auf offene Wunden gelegt. Für Frauen hier und anderswo geht es immer noch um Diskriminierung und Benachteiligung, um Ungerechtigkeiten und sexuelle Belästigung, um überkommene patriarchalische und religiöse Weltanschauungen, die Migranten nach Deutschland mitbringen.

Heilbronns Frauenbeauftragte Silvia Payer wird im Rathaus das vor hundert Jahren eingeführte Frauenwahlrecht zum Anlass nehmen, die tatsächliche Beteiligung von Frauen in Politik und Wirtschaft zu hinterfragen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG stellt klar, dass Teilzeit und Niedriglohn weiblich sind. In Heilbronn seien 70 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs mit Frauen besetzt. "Von wegen Lohngerechtigkeit, schimpft Burkhard Siebert, NGG-Geschäftsführer. Diese Jobs seien nicht nur Karrierefallen, sondern führten geradewegs in Altersarmut.

In Heilbronn finden am Donnerstag mehrere Veranstaltungen statt.

Aktivitäten auf Kiliansplatz 

Mit kritischen Redebeiträgen, Tanz und Liedern eröffnet der Frauenverband Courage um 16 Uhr auf dem Kiliansplatz den traditionellen Kampftag der Frauen. Courage protestiert "gegen reaktionäre und faschistische Regierungen", die Frauenrechte mit Füßen treten, gegen Krieg und Umweltzerstörung.

Um 16.30 Uhr laden die Heilbronner Stadt- und Jugendgemeinderätinnen gemeinsam mit der städtischen Frauenbeauftragten Silvia Payer zum Empfang ins Rathaus. Das Grußwort spricht Oberbürgermeister Harry Mergel. Mit Kinderbetreuung.

Stadtführung und Fest

Bei einem historischen Stadtrundgang ruft Stadtführerin Edith Süßenbach die vergessene und vernachlässigte Geschichte der Frauen in Heilbronn in Erinnerung. Die Themenführung "Starke Frauen" beginnt um 17 Uhr am Marktplatz.

Ab 18.30 Uhr kommen die Frauen im Gewerkschaftshaus in der Gartenstraße 64 zusammen. Gastgeber sind die DGB-Frauen und das Team des Kulturkellers. Es gibt ein Büffet, die Kabarettistin Anka Zink stellt ab 19 Uhr ihr neues Programm "Wo pin ich" vor.

Die Berufsfachschule für Altenpflege am Kolpingbildungszentrum gedenkt um 19 Uhr der gebürtigen Heilbronnerin Fanny Lahnstein. Sie wurde aus einem Pflegeheim deportiert und von den Nazis ermordet. Die Historikerin Franka Rößner referiert im Heinrich-Fries-Haus, Bahnhofstraße 13.

 

 


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