Als Botschafter und Wertstoffsammler in der Region unterwegs

Region  Vor einem Jahr gründete der heute 22 Jahre alte Aaron Dembski einen Müll-Abholservice, der Bewohnern des Landkreises Heilbronn zugute kommen sollte. Inzwischen hat er sein Angebot ausgeweitet.

Von Joachim Friedl

Botschafter und Wertstoffsammler

Alles in einen Sack statt auf den Recyclinghof zu fahren: Aaron Dembski übernimmt für Landkreis-Bewohner die Entsorgung von Wertstoffen.

Foto: Mario Berger

Was ist aus Aaron Dembski geworden? Die Heilbronner Stimme hatte vor einem Jahr den damals 21 Jahre alten Jungunternehmer aus Obergimpern als den "etwas anderen Wertstoffsammler" vorgestellt.

Er hatte die Idee, unter dem Motto "Alles in einen Sack" die Firma Dema-Recycling zu gründen. Die Tatsache, dass Landkreis-Bürger im Gegensatz zur Heilbronner Stadtbevölkerung zur Entsorgung von Wertstoffen nicht den Gelben Säcke verwenden dürfen, sondern alles getrennt zum Recyclinghof bringen müssen, war für den heute 22-jährigen Groß- und Außenhandelskaufmann das entscheidende Kriterium.

Er nimmt seitdem Haushalten das Sortieren und Reinigen von Recyclinggütern ab und fährt sie auf den Recyclinghof.

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Der Jungunternehmer fährt und fährt und fährt

"Mir geht es prima", strahlt Aaron Dembski heute. Der Kundenstamm ist inzwischen zweistellig und die Geschäftsbeziehungen reichen bis nach Flein, wobei das Gros der Haushalte in Bad Rappenau, Siegelsbach und Obergimpern ansässig ist. Noch immer ist er mit seinem 1er-BWW mit Anhänger unterwegs. Er fährt und fährt und fährt.

Ausgeweitet hat Aaron Dembski, der neben der Arbeit derzeit nach Feierabend für den Wirtschaftsfachwirt bei der IHK noch die Schulbank drückt, in den zurückliegenden zwölf Monaten sein Geschäftsmodell: Neben Wertstoffen sammelt er jetzt alles ein, was zum Recyclinghof gebracht werden kann: Elektroschrott, Holz, Glas, Altreifen, Kfz-Teile oder Keramik. "Die Ausweitung ist sehr gut angekommen, da die Kunden nur einen Ansprechpartner haben", freut sich der Obergimpener über den Erfolg. Engagiert wurde er auch schon für zwei, drei größere Entrümpelungen.

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Dembski bedauert die Wegwerfmentalität

Unterwegs ist der Wertstoffsammler aber nicht nur wegen des anfallenden Mülls, sondern er hat auch eine Botschaft: "Ich konnte mir zu Beginn nicht vorstellen, wie viele Dinge gedankenlos im Abfall landen. Die Wegwerfmentalität greift immer mehr um sich", bedauert Aaron Dembski das Verhalten seiner Mitmenschen.

Und deshalb ist er bei seinen Touren auch ein stückweit als Messias unterwegs: "Ich sage den Menschen, vor allen den jungen, dass sie nicht alles wegwerfen müssen und bei vielen Sachen wie dem Smartphone heute schon den Müll von morgen kaufen", betont Dembski. Wichtig ist ihm dabei der Nachsatz: "Ich bin fürwahr kein Müllfreak."

Als nach wie vor Ein-Mann-Unternehmer (Mitarbeiter kann ich mir noch nicht leisten, aber ein kleiner Urlaub ist schon drin) arbeitet Aaron Dembski weiter an der Professionalität seiner Firma. So sind eine Müll-App und eine neue Internetseite in Arbeit: "Alles muss zeitgemäßer werden", erklärt er sein Engagement. Ausgerichtet ist sein Blick auch auf eine kleine Lagerfläche für seinen eingesammelten Abfall: "Dann könnte ich mit dem Preis runter, denn ich verdiene mein Geld nur durch die Abholung."

Individuelle Preise für Restaurants und kleinere Firmen

Aktuell berechnet er für die Abholung eines 70-Liter-Sacks gefüllt mit Wertstoffen 15,50 Euro, für den 120-Liter-Sack sind es 27 Euro. Für Gewerbekunden wie Restaurants oder kleinere Firmen wird der Preis individuell ausgehandelt. Neu ist, dass die Kunden festlegen können, wann der Sack abgeholt werden soll. Aaron Dembski hat sich auf die Kundenwünsche und die Beratungsgespräche eingestellt.

 


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