Alexander Throm führt CDU-Kreisverband

Leingarten  Kreisparteitag in Leingarten: Alexander Throm folgt als Kreisvorsitzender auf Bernhard Lasotta. Schlechte Wahlergebnisse in Bund und Land machen der Partei zu schaffen.

Von Thomas Dorn

Alexander Throm führt CDU-Kreisverband

Alexander Throm (links) ist neuer CDU-Kreisvorsitzender. Bernhard Lasotta kandidierte nach zwölf Jahren nicht mehr und wurde Ehrenvorsitzender.

Foto: Thomas Dorn

 

Die 2300 Mitglieder des CDU-Kreisverbands Heilbronn haben einen neuen Vorsitzenden. Mit 86,3 Prozent der gültigen Stimmen wurde der Bundestagsabgeordnete Alexander Throm beim Kreisparteitag in Leingarten zum Nachfolger von Bernhard Lasotta gewählt.

Der Landtagsabgeordnete Lasotta hatte nach zwölf Jahren an der Spitze des Kreisverbands nicht mehr kandidiert. Seit Samstag ist er nun Ehrenvorsitzender. Der CDU-Landeschef, Innenminister Thomas Strobl, bescheinigte ihm "gute und erfolgreiche Arbeit".

Unzufrieden mit den Wahlen

Mit dem Ergebnis der jüngsten Wahlen - 2016 zum baden-württembergischen Landtag, 2017 zum Bundestag - kann die Partei nicht zufrieden sein. Da waren sich Lasotta und Throm völlig einig. Das "historisch schlechte Wahlergebnis" müsse noch eingehend analysiert werden, forderte Lasotta.

Man habe zu wenig die Themen angesprochen, die die Menschen bewegen, etwa die sozialen Sicherungssysteme. In einem "Schließen der rechten Flanke" sieht er aber keine Lösung. "Ich warne vor populistischen Entscheidungen", sagte er. Eine konservativere Ausrichtung der CDU werde von der Mehrheit der Bevölkerung nicht befürwortet. "Für jedes Prozent, das wir am rechten Rand gewinnen, verlieren wir zwei bis drei Prozent in der Mitte."

"Die Mitte wieder erreichen", will auch Alexander Throm. Sichere Renten und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sind für ihn zwei Themen, die dringend angegangen werden müssten. Beim Thema Zuwanderung und Flüchtlinge hält es Throm für angezeigt, die "Positionen zu schärfen". Es gebe "Grenzen dessen, was ein Land leisten kann". Lasotta hatte zuvor betont, dass "eine humanitäre Flüchtlingspolitik für mich eines der Grundelemente der CDU ist".

Klare Linie wird vermisst

Was sagt die Basis? Viele Beiträge gab es bei der Aussprache nicht. Eine "klare Linie" vermisst Walter Schwass (Talheim) bei seiner Partei. Er findet es "nicht gut, wenn Leute dem rechten Flügel zugeordnet werden, die für Positionen stehen, die noch vor Kurzem Kernthemen der CDU waren". Martin Lorenz (Heilbronn) vermisst klare Aussagen dazu, was sich nach dem schlechten Wahlergebnis ändern muss. Es werde zu wenig diskutiert.

In Sachen Regierungsbildung in Berlin setzen Throm, Lasotta und auch Strobl auf ein Einlenken der SPD. Keinerlei Verständnis zeigten sie für den Abbruch der Sondierungsgespräche durch die FDP.

In seinem Rückblick erinnerte Bernhard Lasotta an die "vielen Baustellen" (finanziell, räumlich, personell), die es vor zwölf Jahren gegeben habe. Sie seien allesamt gelöst. Sein Nachfolger Alexander Throm sieht in der Vorbereitung der Kommunalwahlen 2019 einen Schwerpunkt der anstehenden Arbeit. Er will im Frühsommer 2018 dazu einen großen Kommunalkongress veranstalten.

Drei Stellvertreter gewählt

Die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch (Untergruppenbach), Michael Preusch (Eppingen) und Georg Susset (Weinsberg) wurden zu stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt.