70 Teilnehmer beim ersten Baumstamm-Spendenlauf

Heilbronn  Mit dem Baumstamm auf der Schulter durch den Heilbronner Wertwiesenpark joggen - das war schon ein bisschen verrückt. Teilnehmern wie Zuschauern machte das Benefizrennen jede Menge Spaß.

Von Helmut Buchholz
Email
Total verrückt: Erster Baumstamm-Spendenlauf in Heilbronn

Beim Baumstamm-Spendenlauf rannten auch viele Kinder mit. Die ungewöhnliche Sportart ist für Groß und Klein geeignet und wird immer beliebter. Sogar ein Hund mit Stöckchen im Maul war dabei.

Foto: Mario Berger

Bei Minustemperaturen draußen zu joggen, ist schon eine Herausforderung. Doch dabei auch noch einen Holzstamm auf der Schulter mitzuschleppen, das ist schon ein bisschen verrückt. Am Sonntag zwischen 13 und 15 Uhr drehten rund 70 Menschen und ein Hund mit einem Stück Holz beladen ihre Runden im Heilbronner Wertwiesenpark. Und zwar für einen guten Zweck. Der mittlerweile schon über die Grenzen der Region bekannte Erfinder des Baumstammlaufens, der Böckinger Mehmet Topyürek, hatte zum ersten Baumstamm-Spendenlauf aufgerufen. Ein voller Erfolg für die noch ganz junge Sportart, die immer mehr Anhänger findet.

Warum diese ungewöhnliche Art der Fortbewegung so attraktiv ist, beweisen Kommentare von Zaungästen im Wertwiesenpark, die zum ersten Mal Läufer mit Baumstämmen rennen sehen und sich wundern. Drei ältere Damen sagen: "Wieder was Neues, da laufen sogar Frauen mit." Und: "Die sind schon ein bisschen verrückt, aber die muss es auch geben."

Die Kunst ist, dabei die Schultern zu wechseln

Michael Anke ist sogar Vizemeister des ersten Baumstammlaufs, den Mehmet Topyürek im vergangenen Jahr in Böckingen veranstaltet hat. Logisch, dass er auch im Wertwiesenpark dabei war. Der Untergruppenbacher kam durch den ersten Baumstammläufer Mehmet Topyürek auf den Geschmack: "Ich habe Mehmet das erste Mal beim Weibertreulauf in Weinsberg gesehen. Da lief er barfuß, hat immer rumgeschrien beim Rennen. Ich sagte zu ihm, spar' dir die Kraft, schreie nicht. Doch er hat nachher sogar noch einen Baumstamm vom Boden aufgelesen und ist mit ihm gerannt." Michael Anke erklärt die spezielle Technik: "Die Kunst ist, regelmäßig die Schulter zu wechseln."

Ein 65-Jähriger aus Bretzfeld-Dimbach zeigt sogar stolz die Narbe seines "neuen" Knies. "Baumstammlaufen ist schön, mal was anderes. Man läuft aufrechter." Natürlich sei das alles verrückt, sagt er. "Aber positiv verrückt."

Petra Rothenburger wollte eigentlich nur als Zuschauerin beim Spendenlauf dabei sein. "Aber dann habe ich spontan mitgemacht", sagt die Heilbronnerin. Nicht nur sie. Auch ein Hund mit seinem Herrchen hätten sich auf die Strecke gemacht. Der Vierbeiner hatte das Stückchen Holz im Maul - und bekam dafür wie alle Teilnehmer eine Urkunde ausgestellt.

Das Markenzeichen des Baumstammlauf-Erfinders

Mehmet Topyürek hat angekündigt, dass er den Reinerlös des Benefizrennens nutzt, um älteren Menschen in Alters- und Pflegeheimen Geschenke zu machen. Die Präsente will er persönlich vorbeibringen, wahrscheinlich ausnahmsweise ohne Baumstamm auf der Schulter. Beim Spendenlauf hatte sich der 33-Jährige jedenfalls voll in Schale geworfen. Mit weißem Hemd und Fliege spulte er die Strecke ab. Immer frenetisch angefeuert von Fans und Mitläufern, durfte eines nicht fehlen: sein Markenzeichen, der Schrei, mit dem sich der Hobby-Extremsportler immer selbst motiviert. Topyüreks Fazit lautet so: "Echt krass. Viele haben spontan mitgemacht. Ich habe viele freundliche Gesichter gesehen."

 


Kommentar hinzufügen