173 neue Lehrer starten in Heilbronn und dem Landkreis

Heilbronn  Mit einer Feierstunde hat das Schulamt Heilbronn am Montagmorgen 173 neue Lehrer begrüßt, die in der Stadt und im Landkreis ihren Dienst antreten. Um die neuen Kollegen zum Bleiben zu bewegen, bekommen künftig auch Partner Unterstützung bei der Jobsuche.

Neue Lehrer unterzeichnen ihre Verträge

In der Alten Kelter an der Gymnasiumstraße hat das Schulamt Heilbronn die Einstellung von 173 neuen Lehrern gefeiert. 154 von ihnen wurden direkt zu Beamten vereidigt.

Foto: Dennis Mugler

Unbedingt nach Heilbronn, wollte Admir Ilazi. Zwar werde er erstmal von Heidelberg hierher pendeln, trotzdem wollte der Lehrer für Mathematik, Biologie und Technik gerne in der Region arbeiten. An der Luise-Bronner-Realschule hat er eine Stelle gefunden, die zu ihm passt. "Ich wollte das", erklärt er. Die Menschen seien herzlicher in Heilbronn, seine Kollegen sehr nett. "Es ist ein schönes Gefühl", sagt der 32-Jährige kurz vor dem Start ins Berufsleben.

154 neue Beamte

Admir Ilazi gehört zu den 173 neuen Lehrern, die künftig in den Schulen in der Stadt und im Landkreis Heilbronn unterrichten. 154 von ihnen haben am Montagmorgen ihren Amtseid abgelegt und treten den Dienst als Beamte an, der Rest bekommt Arbeitsverträge. Dringend gebraucht werden sie alle. "Es fehlt an Köpfen", sagt Christiane Ziemer. Ohne jene 13 Gymnasiallehrer, die sich für eine Grundschule entschieden haben, oder einige Quereinsteiger könnte manche Schule den Betrieb gar nicht aufnehmen, ist die Heilbronner Personalratsvorsitzende überzeugt. Insgesamt fehlen im Land rund 790 Lehrer, hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vergangene Woche in Stuttgart erklärt. Rund 5800 Stellen waren landesweit zum neuen Schuljahr zu besetzen.

Die Ministerin hatte ein "eklatantes geografisches Beharrungsvermögen" beklagt. Ein Phänomen, mit dem auch der Schulamtsbezirk Heilbronn kämpft. Viele junge Lehrer pendeln zunächst in die Region und stellen dann zeitnah Versetzungsanträge. Deshalb wurde Schulamtsdirektor Markus Wenz bei der Begrüßung seiner neuen Kollegen auch nicht müde, die Vorzüge der Region anzupreisen. "Es gibt die Option, hier heimisch zu werden", ergänzt Schulamtsdirektorin Dr. Stephanie Heitz. Zusammen mit der Arbeitsagentur und der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken hat das Schulamt deshalb ein Dual Career Netzwerk entwickelt.

Partner und Familie sollen überzeugt werden

Damit sollen Partner und Familien der Lehrkräfte unterstützt werden, beispielsweise bei der Jobsuche oder der Suche nach einem Betreuungsplatz für den Nachwuchs. Lehrer zu finden sei das eine, so Heitz, aber man müsse auch die Attraktivität der Region präsentieren: "Die Familie gehört dazu." Zum ersten Mal gab es deshalb bei der formalen Vereidigung ein Begleitprogramm.

Während die Lehrer nach der offiziellen Feierstunde den Papierkram erledigten, gingen Familienangehörige auf Sightseeing-Tour. Im Doppeldeckerbus bekamen sie nicht nur einen Blick auf Heilbronn geboten, sondern gleich noch Informationen über den Wirtschaftsstandort und die Freizeitangebote. Am Nachmittag war dann für alle eine Führung über die Bundesgartenschau geplant.

Familie und Beruf

Corinna Schweizer braucht das Netzwerk nicht, ihr Mann ist bereits in der Region beschäftigt. Eigentlich habe sie zunächst in Ludwigsburg bleiben wollen, erzählt die Reutlingerin. Doch nach dem Vorstellungsgespräch an der Mörike-Realschule sei klar gewesen, dass sie umzieht. Die Stelle habe einfach gepasst, sagt die Lehrerin für Sport, Englisch und Kunst.

Genauso freut sich Natascha Hagen auf die Arbeit an der Amorbachschule in Neckarsulm. Mit zwei kleinen Kindern sei es nicht leicht gewesen, in den Beruf zu kommen, sagt die Bretzfelderin. Als Mutter sei es schwieriger gewesen, eine Beamtenstelle zu finden, die nur ein halbes Deputat umfasst. Jetzt übernimmt sie in Teilzeit eine achte und eine zehnte Klasse und nimmt die Herausforderung an, Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Region schätzt sie längst: "Ich bleibe", sagt die 30-Jährige.

>>> Weiterlesen: Warum sich junge Leute dazu entscheiden Lehrer zu werden


Tanja Ochs

Tanja Ochs

Autorin

Tanja Ochs arbeitet seit 2000 bei der Heilbronner Stimme und hat lange als Lokalredakteurin für die Kraichgau Stimme geschrieben. Seit 2019 ist sie Teamleiterin im Bereich Familie, Kinder und Bildung. Außerdem kümmert sie sich als Vorsitzende des Vereins Menschen in Not um die Sozialaktion des Medienunternehmens.

Kommentar hinzufügen