1180 Trolli-Fans gehen beim Lauf mit Handy-App auf die Strecke

Region  Der umgewandelte Trollinger-Marathon funktioniert auch in der Pandemie. Sogar Läufer aus der Schweiz und dem Erzgebirge sind dabei. Die Masse entscheidet sich für die neu geschaffene Zehn-Kilometer-Distanz - ein mögliches Angebot auch für den normalen Trolli?

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Halbmarathon geschafft: Zielfoto von Torsten Scholze, Tochter Hannah Böhm.

"Es war ein Beitrag gegen den Corona-Blues - und der richtige Weg zur richtigen Zeit." Heilbronn-Marketing-Geschäftsführer Steffen Schoch ist richtig zufrieden mit dem Projekt "Heilbronner Trollinger-Marathon 2021" der besonderen Art.

Den Trolli-Lauf mit Hilfe einer Handy-App starten, jeder auf seiner persönlichen Route laufen - ohne die Zuschauer, ohne Verpflegungsstände, ohne die Anfeuerung wie sonst auf der Strecke und ohne den Zieleinlauf im Frankenstadion: Es war eine Umstellung für alle.

Viele Teilnehmer nutzten Audio-Dateien mit O-Tönen vom echten Trolli: Beifall, Anfeuerung, Zieleinlauf

Aber: 1180 Laufwillige gingen an den vier Trolli-Tagen an den Start und machten bei dem virturealen Projekt mit. "Es war die richtige Entscheidung", freut sich auch Projektleiter Holger Braun. Am Ende werden 1087 als Finisher gewertet, bei manchem gab es vermutlich technische Probleme, dass zum Beispiel der Handy-Akku nicht über die gesamten Laufdistanz durchhielt. Insgesamt habe die Technik aber gut funktioniert, versichert Braun.

Er ist zufrieden. Weil er von vielen Teilnehmern die Rückmeldung erhielt, dass sie es gut fanden, in den ereignisarmen Corona-Zeiten an so einem organisierten Lauf mitzumachen. Sogar aus der Schweiz, dem Vogtland oder dem Erzgebirge waren Läufer dabei.

Viele Teilnehmer hätten sich zudem die bereitgestellten Audio-Dateien heruntergeladen, auf denen O-Töne früherer Läufe vom Start, von Anfeuerungsrufen unterwegs oder beim Finale im Stadion zu hören waren . "Wenigstens ein bisschen Trolli-Feeling", nennt Braun dies, wenn schon der echte Trolli durch den Lockdown unmöglich ist.

Neu war dieses Mal die Zehn-Kilometer-Distanz. Und über diese Strecke ging mit 500 Sportlern auch der Großteil der Läufer an den Start. Ob diese kürzere Strecke damit auch eine Option für den echten Trolli werden kann? Braun glaubt, dass viele etwas kürzer traten, weil man in der Pandemie nicht so optimal wie sonst trainieren konnte. Für HMG-Chef Steffen Schoch ist die Zahl aber auch "ein Signal", dass diese Distanz attraktiv sei und man eine neue Zielgruppe erschließen könnte. Man werde mit den Trolli-Partnern über das Thema reden.

Finisher-Medaillen werden jetzt produziert und dann per Post verschickt

153 Walker, 396 Halbmarathon- und 38 Marathonläufer trugen sich in die Ergebnislisten ein, die ebenso wie die Teilnehmer-Urkunden auf der Homepage www.trollinger-marathon.de abrufbar sind. Die Trolli-2021-Medaille gibt es demnächst für alle Finisher per Post. Jetzt, wo man die Zahl kenne, würden die Medaillen bestellt, in etwa vier bis fünf Wochen könnten sie verschickt werden, steckt Braun den Zeitplan ab.

Im nächsten Jahr hofft die HMG, wieder den klassischen Trollinger-Marathon veranstalten zu können. "Mit Emotionen, Stimmung an der Strecke, Zuschauern, davon lebt der Trolli ja auch", findet Steffen Schoch. Es wäre dann ein Jubiläumslauf, der 20. Trollinger-Marathon in seiner normalen Form. Der Termin steht schon fest: Sonntag, 8. Mai 2022.

Beim letzten echten Trolli vor der Corona-Krise kamen im Mai 2019 5782 Läufer im Frankenstadion ins Ziel. Der Finisher-Rekord liegt bei 5914 Läufern (Mai 2014).

 

Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.

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