100 Hilfsangebote für Kleinunternehmer in der Corona-Krise

Heilbronn  Die Initiative "Gemeinsam für Morgen" hilft Betroffenen der Corona-Krise, um neue Wege zu gehen. Jetzt wurden die ersten zwölf Projekte identifiziert. Die Teams befinden sich bereits in einem dreitägigen Marathon. Am Donnerstag sollen Ergebnisse vorliegen.

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Annika Hoeltje in der Videokonferenz des Projektteams "Tinte und Feder": Als Expertin hilft sie Eva Schnepf von Schreibwaren Seel in Heilbronn.

Screenshot: Robert Mucha

36 Kleinunternehmen aus Einzelhandel, Weinbau, Gastronomie und Dienstleistung haben sich bis Freitagnacht bei der Initiative "Gemeinsam für Morgen" der Campus Founders, der Stadt Heilbronn und der Heilbronner Stimme beworben. Rund 100 Experten boten ihre Hilfe an. Übers Wochenende wurden zwölf Projekte ausgewählt.

Alles online in Zeiten von Corona

Bewusst drückt Initiator Oliver Hanisch aufs Gaspedal. Der Geschäftsführer der Campus Founders hat von Mitstreitern kurzfristig eine Webseite auf die Beine stellen lassen. Kurz war die Bewerbungsfrist. Und schnell wird jetzt alles aufs Gleis gehoben. Schließlich soll am Donnerstagabend schon auf den einen oder anderen Erfolg angestoßen werden - virtuell natürlich. So wie bei diesem Projekt so gut wie alles online stattfindet.

Besonders über eine Vielzahl an Experten freute sich Hanisch. "Von null auf 100" sei das buchstäblich gegangen, erklärte er in der Eröffnungsansprache in der Zoom-Konferenz am Dienstagmorgen. Zahlreiche Partner wie die Heilbronn Marketing (HMG), Schwarz IT, die Agentur Lingner, Bechtle, die DHBW und die Hochschule Heilbronn unterstützten die Aktion.

Kostenlose Tipps besonders wertvoll

Zum Zuge kamen unter anderem Bewerbungen von Weingütern, einem Kaffeehaus aus Brackenheim, einer Messermanufaktur aus Jagsthausen oder einer Metzgerei aus Neudenau. Und auch Eva Schnepf vom Schreibwarenladen Seel in Heilbronn bekam ein Expertenteam zur Seite gestellt. "Wir haben ja schon lange einen Online-Shop, aber erst in den letzten vier Wochen habe ich gemerkt, wie wichtig der ist und wo es hakt", sagt Schnepf.

Alle Infos zur Initiative: www.gemeinsamfuermorgen.online

Besonders wertvoll ist für sie, dass die Hilfe im Rahmen der Initiative kostenlos ist. "So weiß ich auch, dass die Tipps ernst gemeint sind und man mir nicht nur etwas verkaufen will."

Mit der Erfahrung aus dem Silicon Valley

IT- und Innovationsspezialisten wie Annika Hoeltje aus München versuchen nun, die entscheidenden Stellschrauben zu finden. "Wir versuchen zu analysieren, wer die Hauptkundengruppen sind, wo die Chancen liegen", sagt die 38-Jährige.

Bis vor drei Monaten war sie noch Innovationsscout für das Land Baden-Württemberg im Silicon Valley. Entsprechend weit ist ihr Fokus. "Wir recherchieren auch mal, was Schreibwarenläden in London oder San Francisco online so machen, auch da kann man lernen."

Ergebnisse werden veröffentlicht

"Voneinander lernen" ist ein wichtiges Stichwort bei der Aktion. Auch wer nicht direkt zum Zuge gekommen ist, soll von den Lösungsansätzen profitieren können, die jetzt erarbeitet werden. Das Wissen soll Unternehmen und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, versichert Oliver Hanisch.

 

 

 


Christian Gleichauf

Christian Gleichauf

Chefkorrespondent Wirtschaft

Christian Gleichauf schreibt über Menschen, Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklungen in der Region Heilbronn-Franken. Seit dem Jahr 2000 ist der gebürtige Südbadener bei der Heilbronner Stimme.

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