Wie Björn Steinbachs Wahlkampf in Zeiten von Corona aussieht

Obersulm  Klingeln an Haustüren, Bürgergespräche in Gaststätten, Stände auf öffentlichen Plätzen: All das ist in der Pandemie nicht möglich. Der Obersulmer Bürgermeister-Kandidat Björn Steinbach gibt Einblick in seinen Wahlkampf der etwas anderen Art.

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Das war der erste Flyer von Kandidat Björn Steinbach.

Foto: Mario Berger

"Es ist eine ganz komische Situation für alle, die gerade Wahlkampf machen", sagt Björn Steinbach, der sich für den Bürgermeisterposten in Obersulm bewirbt. Klingeln an Haustüren, Bürgergespräche in Gaststätten, Stände auf öffentlichen Plätzen, Treffen mit Vereinen, Besuche in Senioreneinrichtungen oder im Jugendhaus? All das ist in der Pandemie nicht möglich. Auch die Kandidatenvorstellung am 3. März läuft ohne Kontakt zu interessierten Einwohnern ab.

Kein Straßenwahlkampf

"Ich werde davon absehen, mich irgendwohin zu stellen in dieser Zeit", verzichtet Steinbach auf Straßenwahlkampf. "Ich denke, dass die Leute dafür Verständnis haben." Wie wirbt der Bürgermeister von Lehrensteinsfeld, der auf den Chefsessel im Obersulmer Rathaus möchte, um Stimmen am 14. März?

Einen ersten Flyer mit Landschaftsaufnahmen und einem Familienfoto hat er zum Jahresbeginn bereits verteilt. Die Vorstellung seiner Person ist auch auf der Homepage www. bmsteinbach.de nachzulesen. Von den Kontaktdaten hätten schon einige Einwohner Gebrauch gemacht, erzählt der 44-Jährige, der erfahren möchte, wo der Schuh drückt.

Ein zweiter Wahlprospekt mit seinen Themenschwerpunkten ist in Vorbereitung. Steinbach überlegt noch, ob er telefonische Sprechstunden anbietet. "Duch die Landtagswahl ist schon viel plakatiert." Deshalb hat er noch nicht entschieden, ob er Plakate drucken lässt. Konterfeis der Landtagskandidaten und Parteilslogans säumen ohnehin schon Straßen und Plätze.

"Man möchte ja mit den Leuten in Kontakt kommen, aktiv Wahlkampf machen und vor Ort sein", beschreibt er das Dilemma. Die Pandemie mache es nicht nur für die Wähler, sondern auch für ihn schwierig.

Auf Ortsvorsteher und Vereine zugehen

Über kommunalpolitischen Themen kann sich Steinbach bei den Fraktionen im Gemeinderat informieren. "Der Bürgermeister ist zur Neutralität verpflichtet", macht der Lehrensteinsfelder deutlich, dass Amtsinhaber Tilman Schmidt nicht als Quelle dienen kann. Zu den Ortsvorstehern will der Bewerber Kontakt aufnehmen ebenso zu Vertretern von Vereinen und Kirchengemeinden.

Dauerbewerber Samuel Speitelsbach steht ebenfalls auf dem Stimmzettel. Steinbach, der einzig ernsthafte Bewerber hofft, dass trotz dieser Konstellation die Obersulmer zur Wahl gehen werden. Von der zeitgleichen Landtagswahl könnte die Beteiligung an der örtlichen Abstimmung profitieren. Diese Verquickung sieht Steinbach positiv. "Das ist für den Bürger vom Aufwand angenehmer."

 

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Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

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