Weiße Wand an der Burg Lichtenberg sorgt für Ärger

Oberstenfeld  Eine frisch verputzte und in heller Farbe leuchtende Wand an einem Turm der Burg Lichtenberg hoch über Oberstenfeld sorgt für Unmut und Ärger bei Behörden und Institutionen. Die offensichtlich nicht mit dem Denkmalamt abgesprochenen Baumaßnahmen werfen einen Schatten auf die Sanierungspläne des Investors Christoph Wichmann.

Von Harald Schmidt
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Die neue Fassade des Turms ist schon aus der Ferne (hier Blick von Hof und Lembach aus) zu sehen und wirkt sich optisch negativ auf die gesamte Burganlage aus.

Foto: Harald Schmidt

Anfang 2019 gründeten der in Beilstein lebende Rechtsanwalt und der Burginhaber Baron Dietrich Freiherr von und zu Weiler eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, deren Vorsitz Wichmann übernommen hat. Neben Sanierungsmaßnahmen am Wahrzeichen des Bottwartals versprach der Investor auch, die Burg touristisch aufzuwerten. Bisher fanden dort lediglich gelegentliche Führungen und private Festgesellschaften statt.

Mit einem Schreiben vom 17. September machte Claus-Peter Hutter, Präsident der Stiftung Nature-Life-International mit Sitz in Ludwigsburg, auf die seiner Meinung nach zu befürchtenden Veränderungen an der in einem Landschaftsschutzgebiet stehenden, denkmalgeschützten Stauferburg aufmerksam.

"Ein Teil eines jahrhundertealten Turms wurde aus unserer Sicht völlig unsachgemäß in großen Teilen und weit in die Landschaft hinein sichtbar in einer, diesem besonderen Denkmal keineswegs gerecht werdenden, Weise verputzt. Es ist nicht vorstellbar, dass dies den Vorgaben des Denkmalschutzes und den Erfordernissen des Landschaftsschutzgebiets entspricht", heißt es in dem Schreiben an die zuständigen Behörden und den Schwäbischen Heimatbund. Das Papier ging den Medien zu. Zugleich mahnte Hutter ein "zügiges Einschreiten" an. Laut Frank Wittmer von der Pressestelle des Landratsamtes Ludwigsburg war das Vorgehen nicht mit dem Fachbereich Bauen im Landratsamt abgesprochen. Das weitere Vorgehen wird derzeit noch mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt.

Der Oberstenfelder Bürgermeister Markus Kleemann findet das Vorgehen grundsätzlich nicht in Ordnung. Er vertraut in der Angelegenheit aber auf die Entscheidungen des zuständigen Denkmalamtes und geht davon aus, "dass die Sache noch zu retten ist". Gegenüber der Gemeinde hatte Wichmann laut Kleemann immer bestätigt, dass alles mit der Denkmalbehörde abgestimmt sei. Trotz des jetzt unerfreulichen Vorfalles ist die Kommune laut Kleemann optimistisch, "dass wir da oben zukünftig eine schöne Burg mit tollem Ambiente und Ausblick für alle Bürgerinnen und Bürger haben werden".

Investor äußert sich nicht mehr

Der Investor selbst wollte sich nicht mehr äußern, da er in der Sache bereits einmal falsch wiedergegeben worden sei. "Da es keinen Sinn macht, in einem laufenden Sanierungsverfahren segmentiert Auskünfte zu geben, gebe ich keine Kommentare mehr dazu, bis die Maßnahmen abgeschlossen sind", lautete die Antwort auf eine schriftliche Anfrage.

Das weitere Vorgehen bleibt abzuwarten und liegt jetzt in der Entscheidungsgewalt des Landesamtes für Denkmalpflege. Auch die Genehmigung für den von Wichmann geplanten Biergarten auf einer 380 Quadratmeter großen Fläche unterhalb der Burg steht noch aus. Ursprünglich hätte er dieses Jahr eröffnet werden sollen. Als Knackpunkt erweisen sich offensichtlich die 42 Parkplätze, die dazu gehören. "Auch der Biergarten ist auf einem guten Weg", meinte Christoph Wichmann dazu.


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