Unscheinbare Brücke, große Bedeutung

Untergruppenbach  In der Schillerstraße in Untergruppenbach sind Bauarbeiten geplant, der Verkehr kann jedoch nur über das geschädigte Bauwerk abgewickelt werden.

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Die kleine Brücke in der Schillerstraße über den Gruppenbach ist nur für Fahrzeuge bis zwölf Tonnen Gesamtgewicht freigegeben.

Foto: Linda Möllers

Es ist ein unscheinbares Bauwerk, doch der kleinen Brücke, die in der Schillerstraße über den Gruppenbach führt, kommt eine große Bedeutung zu. Denn die Kappishalde und die Zeppelinstraße sind hauptsächlich über die Schillerstraße erschlossen. Doch nur Fahrzeuge bis zwölf Tonnen Gesamtgewicht dürfen die Brücke passieren. Untersuchungen der Dekra von 2012 ergaben außerdem, dass sich die Brücke in einem "nicht ausreichenden Bauwerkszustand" befindet. Saniert wurde das Bauwerk seitdem nicht.

Brückenzustand ist nicht ausreichend

Weil der Durchlass am Alten Rathaus nicht groß genug ist, könne alles, was über zwölf Tonnen wiegt, nur über die schmale Kappishalde in das Areal einfahren, erklärte Bürgermeister Andreas Vierling. Auch Baustellenverkehr könne nur über die Kappishalde abgewickelt werden. Das würde bald zu Problemen, Schäden und Belästigung der Anwohner führen. Denn im Bereich der Schillerstraße tut sich einiges: Im Rahmen des Projekts "Gemeinsames Dach, eigene Haustür" entsteht ein Zehnfamilienhaus, um Wohnraum zu schaffen und die Innenentwicklung im Ort voranzutreiben. Zudem ist ein Siebenfamilienhaus geplant. Auch für die Anwesen 12 und 14 liegen seit länger Zeit Baugenehmigungen vor.

Die Bauprojekte werfen die Frage nach einer sinnvollen Erschließung auf. "Der Zugang über die Schillerstraße liegt nahe", so Bürgermeister Vierling. Die Gemeinde hat das Ingenieurbüro Nothacker aus Neubulach beauftragt zu prüfen, ob und mit welchen Maßnahmen die Straßenverkehrsbehörde die Brücke auch für Fahrzeuge über zwölf Tonnen freigeben kann.

Friedrich Nothacker, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer, fasste die Erkenntnisse und Maßnahmenempfehlungen zusammen: "Das Brückle ist für den Baustellenverkehr tragfähig." Die Erschütterungswerte lägen unter den Anhaltswerten, auch bei 40 Tonnern. Und: "Die Erschütterungen sind nicht schuld an den Brückenschäden", betonte Nothacker.

Woher die Schäden kommen, ist unklar

Sie blieben jedoch weiter ein Problem. Darum müsse zeitnah gehandelt werden, damit die Zufahrt für die Baustellenfahrzeuge gewährleistet ist. Um den Höhenunterschied zwischen Brücken- und Straßenbelag auszugleichen und unnötige Erschütterungen zu vermeiden, könnten kurzfristig Tiefbaumaßnahmen für 8500 Euro ergriffen werden. Auf längere Sicht lautet die Empfehlung des Fachbüros, ein Parkverbot in der Schillerstraße anzuordnen. Autos, die vor und nach der Brücke parken, zwingen den fließenden Verkehr, ungerade über die Brücke fahren, was zusätzliche Erschütterungen verursacht.

Laut Straßenverkehrsordnung dürften ohnehin keine Autos dort stehen, wenn keine drei Meter Platz zum Durchfahren gewährleistet sind, ergänzte Andreas Vierling. Um gering auf die Brücke einzuwirken, solle Schritttempo angeordnet werden. Ein Neubau könnte in einem Brückenförderprogramm, das das Land auflegt, zur Hälfte gefördert werden. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Tiefbaumaßnahmen zu ergreifen und den Baustellenverkehr über die Brücke abzuwickeln. Das letzte Wort hat die Straßenverkehrsbehörde. Das Büro Nothacker soll die Unterlagen für die Antragstellung zusammenstellen. Bekommt die Gemeinde den Zuschuss, soll die Brücke für 146 000 Euro neu gebaut werden.


Linda Möllers

Linda Möllers

Autorin

Linda Möllers kommt aus Weinheim an der Bergstraße und kam im November 2019 zur Heilbronner Stimme. Jetzt berichtet sie aus dem nördlichen und östlichen Landkreis - am liebsten über kulturelle und gesellschaftliche Themen.

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