Tempo 30 auf drei Kreisstraßen in Talheim

Talheim  Die Bemühungen der Gemeinde Talheim sind endlich erfolgreich: Das Regierungspräsidium Stuttgart akzeptiert den Lärmaktionsplan Stufe drei. Das bedeutet: Tempo 30 ganztags auf den Hauptverkehrsstraßen.

Von Barbara Barth
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Die steile und enge Bergstraße ist eine von drei Kreisstraßen in Talheim, für die Tempo 30 gilt, sobald die Schilder aufgestellt sind.

Foto: Barbara Barth

Endlich. Mit Freude haben die Talheimer Gemeinderäte die Nachricht des Regierungspräsidiums Stuttgart aufgenommen, dass die beantragten Maßnahmen aus der dritten Stufe des Lärmaktionsplans akzeptiert werden. Das bedeutet: Tempo 30 wird ganztags auf den Hauptverkehrsstraßen eingeführt.

"Mit der Entscheidung des Regierungspräsidiums haben wir die Umsetzung von Tempo 30 als geeignete Maßnahme für eine Lärmminderung bestätigt bekommen", sagt der Talheimer Bürgermeister Rainer Gräßle. "Es kann jetzt nur noch darum gehen, dass seitens der nächsten Verkehrsschau die Strecken begangen werden, um festzulegen, wo konkret die Schilder stehen."

Tempo 30 heißt es also demnächst in den Kreisstraßen 2155, 2080 und 2081:

Von der Untergruppenbacher Straße 1 über die Berg- und Hauptstraße bis zum Doppelkreisel (Landturm-/Lauffener-/Horkheimer Straße) auf einer Länge von 750 Metern.

In der Bahnhofstraße ab der Einmündung Hauptstraße bis zur Einmündung Schlossstraße auf einer Länge von 400 Metern.

In der Landturmstraße ab dem Doppelkreisel bis zum Gebäude Landturmstraße 16 auf einer Länge von 150 Metern.

Jahrelange Bemühungen

Die Bemühungen der Gemeinde, die Lärmbelastungen für die Anwohner der viel befahrenen Straßen zu mindern, reichen weit zurück. Schon in der zweiten Stufe des Aktionsplans aus dem Jahr 2017 waren Tempobeschränkungen gefordert worden. Doch der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts reichten die ermittelten Zahlen damals nicht aus, um eine Drosselung auf Tempo 30 anzuordnen. Erst ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim vom Juli 2018 hat die Handlungsspielräume erweitert. Es sorgte dafür, dass die Gemeinden eine dritte Stufe in Auftrag geben konnten. Im Januar 2020 beschlossen die Talheimer Räte den vom Stuttgarter Büro Planung und Umwelt erstellten Lärmaktionsplan, der nach Ansicht des Gerichts für die Straßenverkehrsbehörden bindend ist.

Die Lärmpegel von 65 Dezibel tagsüber und 55 Dezibel nachts werden an den untersuchten Straßen erreicht oder überschritten. Sie liegen in einem "gesundheitsgefährdenden Bereich", so Michael Koch vom Planungsbüro.

Deutliche Überschreitungen der Werte

In der Berg- und Untergruppenbacher Straße mit Steigungen über 15 Prozent sind mehr als 70 Personen durch den Straßenverkehr beeinträchtigt. Auch in der Hauptstraße mit Steigungen und engem Abstand zur Wohnbebauung sind über 150 Personen von Lärmbelästigungen betroffen. In der Bahnhof- und Landturmstraße werden die Auslösewerte ebenfalls zum Teil "deutlich überschritten", wie es in der Analyse des Planungsbüros heißt.

Lange Zeit wurde als Argument gegen eine Tempodrosselung der öffentliche Nahverkehr ins Feld geführt, der seine Fahrpläne nicht mehr einhalten könne. Hier war die Aussage des Busunternehmens Gross wichtig, demzufolge "keine Beeinträchtigung" zu erwarten sei. Die Busse könnten in den steilen und engen Straßen Talheims schon heute nicht schneller als 30 Kilometer fahren.

Eine Temporeduzierung sah das Büro Planung und Umwelt auch als gutes Mittel im Verhältnis von Kosten und Wirksamkeit. Nur die Schilder kosten Geld, der Lärmpegel reduziert sich aber um durchschnittlich 2,5 Dezibel, was die Belastung der Anwohner deutlich mindere.

 


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