Talheimer Bebauungsplanentwurf "Ortsmitte" verbietet Schottergärten

Talheim  Ziel der Bebauung in der Talheimer Bahnhofstraße ist Wohnen in unmittelbarer Nähe des Ortsmittelpunkts. Kriterien für Kaufinteressenten der beiden kommunalen Grundstücke müssen noch festgelegt werden.

Email

Zwischen Bahnhofstraße und Hofwiesen hat die Gemeinde 27 Ar, die für die Wohnbebauung vorgesehen sind.

Foto: Sabine Friedrich

Im Herbst soll der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan "Ortsmitte, 1. Änderung" gefasst werden. So lautet der Fahrplan laut Thomas Sutter, Bau- und Hauptamtsleiter in Talheim.

Ehe die beiden Grundstücke in der Bahnhofstraße 43 und 45 veräußert werden können, muss der Gemeinderat sich noch mit den Kriterien befassen, die er potenziellen Käufern vorgibt. Die städtebaulichen Vorstellungen der Gemeinde sind im Bebauungsplan enthalten.

Zwei Gemeinderäte stimmten dagegen

Dem Entwurf stimmte der Gemeinderat bei den Gegenstimmen von Joachim Dürr (BIT) und Michael Schmidt (CDU) zu. Nach der frühzeitigen öffentlichen Auslegung geht er jetzt in die erneute Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden. Dürr gefällt an dieser Bebauung am Ortseingang nicht, dass sie zu nahe an die Bahnhofstraße heran reicht.

Die beiden Grundstücke im Gemeindebesitz - auf einem stand das Café Ensinger - werden künftig nicht mehr Mischgebiet sein, sondern als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Ersteres hätte mehr gewerblichen Anteil ermöglicht. Im allgemeinen Wohngebiet sind aber dennoch Läden, Handwerk, Büros oder Gastronomie zulässig.

27 Ar stehen zwischen Bahnhofstraße und Hofwiesen für die Bebauung zur Verfügung. "Das ist ein sehr wertvoller Platz, den wir entwickeln", sagte Bürgermeister Rainer Gräßle. Vornehmliches Ziel der Gemeinde sei es, Wohnen in unmittelbarer Nähe des Ortsmittelpunkts zu ermöglichen.

Standort hat viele Vorteile

Vor allem für ältere Menschen habe dieser Standort Vorteile, sind doch Läden, Rathaus, ärztliches Versorgungszentrum, Kultur- und Sportangebote fußläufig zu erreichen. Drei Gebäude mit bis zu 30 Wohnungen mit Innenhof-Situation und Tiefgarage könnten hier entstehen. Dass hier auch eine Kindertagesstätte eingerichtet wird, wie angedacht, ist nicht sicher. Die Überlegungen, so der Bürgermeister, gingen in Richtung Naturkindergarten in der Soultzmatter Straße.

Anja Lassel vom Büro Baldauf Architekten und Stadtplaner GmbH präsentierte die Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen. Sie informierte, dass Schottergärten auf dem Areal nicht erlaubt sind. Das schalltechnische Gutachten habe ergeben, dass nur der Verkehrslärm relevant sei. Entsprechende Maßnahmen wie Schallschutzfenster zur Ortsdurchfahrt hin oder eine Lüftungsanlage seien deshalb umzusetzen.


Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

Kommentar hinzufügen