Sanierung der Sportanlage in Weinsberg beginnt

Weinsberg  Für insgesamt 1,3 Milionen Euro wird die Weinsberger Sportanlage Stämmlesbrunnen saniert. Dafür gibt es sechs neue Umlaufbahnen und Anlagen für weitere leichtathletische Disziplinen - zur großen Freude des TSV.

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Jürgen Haas (2.v.l.) erläutert Marc Hohenschläger, Elisabeth Brigel-Ermscher, Bürgermeister Stefan Thoma und TSV-Vorsitzendem Helmut Deininger (v.l.) das Vorhaben.

Foto: Ralf Seidel

Die Spaten fehlten zwar beim angekündigten Spatenstich. Dafür stand aber der Bagger bereit: Bürgermeister Stefan Thoma gab gestern Morgen den Startschuss für die Sanierung der Sportanlage Stämmlesbrunnen. 1,3 Millionen Euro kostet die Modernisierung, für die es 136.000 Euro Förderung gibt. Es habe leider etwas länger gedauert, meinte Thoma, der sich freute, dass eine "unendliche Geschichte ein gutes Ende nimmt".

Thema brennt TSV auf den Nägeln

"Das ist ein Supertag. Endlich geht es los", war bei Elisabeth Brigel-Ermscher die Freude groß. "Es war ein langer Kampf", bestätigte die Leichtathletik-Abteilungsleiterin des TSV. Und dessen Vorsitzender Helmut Deininger fügte hinzu, dass er mit dem Thema, das dem 1230 Mitglieder großen Verein auf den Nägeln brennt, seit seiner Wahl 2013 befasst war.

Erst im zweiten Anlauf genehmigte Gemeinderat die Maßnahme

Thoma erinnerte an die Vorgeschichte. Es hatte zwei Anläufe gebraucht, bis der Gemeinderat den Baubeschluss fasste. 2018, als die Anlage gesperrt werden musste, war das Projekt noch gescheitert. Schließlich sei man über die Kosten von einer Million Euro geschockt gewesen. Jetzt wird es noch teurer. Wenn man in Weinsberg etwas mache, dann mache man es richtig, sagte Thoma.

"Nach 43 Jahren ist die Luft raus, und eine Substanz zerstört", begründete er die Notwendigkeit, zu sanieren. Heute habe man keine Aschenbahnen mehr, sondern eine gute technische Ausführung mit einem Kunststoffbelag. Landschaftsarchitekt Jürgen Haas aus Brackenheim erläuterte, dass der Unterbau, wenn möglich, belassen werde. Die rote Asche auf den sechs 400-Meter-Bahnen, die den Rasenplatz einrahmen, werde abgetragen. Dann folgen Ausgleichsschicht und durchlässiger Asphalt, ehe der Kunststoffbelag aufgebracht wird.

Fertigstellung im Herbst, wenn das Wetter mitspielt

In den Halbbögen des Geländes entstehen die Anlagen für Hoch- und Weitsprung, Diskus und Speer. Für den Stabhochsprung werden die Hülsen gesetzt. Stoßkreis und -sektor fürs Kugelstoßen finden ihren Standort auf der höher gelegenen Rasenfläche. Die Sitzstufen werden erweitert, so dass 380 Zuschauer Platz finden. Wenn das Wetter mitspielt, sollen die Arbeiten im Herbst beendet sein.

Beleuchtung und Bühnendach wird es nicht geben. "Das ist das einzige, was man abgespeckt hat. Das muss nicht sein", sagte Thoma. Die Anlage werde zu einem richtigen Sportzentrum, von dem sich der Bürgermeister sportliche Impulse für die Stadt erhofft. Vielleicht sogar eine Fernwirkung durch den einen oder anderen Wettkampf. Thoma verspricht sich einen erheblichen Mehrwert für die Bevölkerung und den TSV als Hauptnutzer. Aber auch andere werden vom Stämmlesbrunnen profitieren, etwa die Schulen. Das Kultur- und Sportamt der Stadt arbeite bereits an einem Nutzungskonzept.

Im Stämmlesbrunnen könnten künftig die Bundesjugendspiele ausgetragen oder die Prüfungen im Sportabitur abgelegt werden, nannte Brigel-Ermscher die Vorteile für die Schulen. Die Leichtathletik-Abteilung mit ihren rund 120 Mitgliedern werde mit diesen kooperieren, zum Beispiel Sportgeräte zur Verfügung stellen. Aber auch ein Angebot im Rahmen der Ganztagsschule kann sie sich vorstellen.

Wunsch: Neuer Schwung für Leichtathletik

Durch die schlechten Trainingsbedingungen hatte der TSV vor zehn Jahren Leichtathleten und Trainer nach Neckarsulm verloren. Deshalb erhofft sich Vorsitzender Deininger durch die Sanierung, dass die Leichtathletik in Weinsberg wieder in Schwung kommt und die Abteilung Zulauf erfährt. Dafür sollen auch Sportevents sorgen. Brigel-Ermscher träumt von einem Kindersportfest. Sie kann sich Vereins- oder Stadtmeisterschaften vorstellen. Es gibt noch weitere Gedankenspiele: ein Stadtsportfest, Kinder- und Jugendtriathlon, Läufermeeting Weinsberger Tal, Spaßlauf oder Kooperationen mit Volkshochschule und Betriebssportgruppen. Bisher ist der Weibertreulauf die einzige Veranstaltung, die die Abteilung ausrichtet.

Sanitär- und Umkleideräumer werden ebenfalls saniert

Nicht nur der Gemeinderat beschäftigte sich mit der Sanierung der Leichtathletik-Anlage im Stämmlesbrunnen. Wenn nicht der Input der Sportler sowie der Schulen gekommen wäre, wäre die Entscheidung nicht so ausgefallen, meinte Bürgermeister Stefan Thoma. An der Ideenentwicklung hatten ein Runder Tisch Sport mit TSV, Sportnetz Weinsberg, Schulen, Verwaltung und Gemeinderat beigetragen und der abteilungsübergreifende Workshop der Leichtathleten.

TSV-Vorsitzender Helmut Deininger betonte, dass auch der Verein seinen Beitrag zum modernen Sportzentrum leistet. Die Sanierung der Sanitär- und Umkleideräume sind auf der Zielgeraden. "Sie sind genauso alt wie die Sportanlage", sagte Deininger. Das ist auch der Grund, weshalb sich die Arbeiten um 20 bis 25 Prozent verteuern würden. "Es hat sich während der Bauzeit herausgestellt, dass dieses und jenes dazukommt, mit dem wir nicht gerechnet haben." Ursprünglich war von 200.000 Euro die Rede. 60.000 Euro sind als Zuschuss vom Württembergischen Landessportbund zugesagt. Die Stadt steuert 50.000 Euro dazu.


Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

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