Rohrbruch legt Unterricht an Weinsberger Weibertreuschule lahm

Weinsberg  Das Erdgeschoss der Weibertreuschule stand am Mittwochabend zehn Zentimeter unter Wasser. Schüler bekommen jetzt Fernunterricht. Das Ausmaß des Schadens steht noch nicht fest.

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Mit einer Manschette wurde die Bruchstelle abgedichtet.

Fotos: Sabine Friedrich

Die Weibertreuschule Weinsberg befindet sich seit Donnerstag im Fernunterricht. Dass die rund 450 Schüler nicht mehr in den Klassenzimmern und Fachräumen lernen, liegt jedoch nicht an Corona. Ein Rohrbruch ist der Grund, der am Mittwochabend das Erdgeschoss unter Wasser setzte. Stundenlang war die Freiwillige Feuerwehr Weinsberg damit beschäftigt, das Foyer, das gerade umgebaut wird, die Technik- und Fachräume, Schülercafé und die Räumlichkeiten der Schulsozialarbeit auszupumpen. Wann Schüler und Lehrer wieder zurückkehren können und wie hoch der Schaden ist, steht noch nicht fest.

Sofort Strom abgestellt

Bei seinem abendlichen Kontrollgang gegen 20 Uhr stellte der diensthabende Hausmeister des Bildungszentrums den Schaden fest und alarmierte die Freiwillige Feuerwehr. "Der Hausmeister hat schnell reagiert und den Strom abgestellt", sagt Gesamtkommandant Andreas Riekher. Der Rohrbruch sei so massiv gewesen, dass das Wasser durch Lehrrohre und die Installationsschächte ins Gebäude und ins Fundament eingedrungen sei. "Es sprudelte über die Elektroverteiler heraus", schildert Riekher die Situation.

22 Feuerwehrleute pumpten das Wasser ab

Nicht Corona, sondern ein Rohrbruch legt Unterricht an Weinsberger Weibertreuschule lahm

Mit Schiebern, Nasssaugern und Tauchpumpen rückten Feuerwehrleute dem Wasser zu Leibe und beleuchteten mit eigenen Aggregaten die stromlosen Räume.

Weitere Einsatzkräfte wurden angefordert, so dass 22 Frauen und Männern mit fünf Nasssaugern und zwei Tauchpumpen die Überflutung beseitigten, die Schmutz und Sand auf den Böden hinterließ. Der Baufachberater des THW-Ortsvereins Weinsberg begutachtete die statische Lage und habe, so Riekher, Entwarnung gegeben.

Der von der Stadt am Morgen herbeigerufene Statiker bestätigte, dass es keine statischen Probleme für das Gesamtgebäude gebe, berichtet Stadtbaumeister Nicolas Rautenberg. Lediglich im Bereich des Foyers sei die Bodenplatte unterspült. Ein technischer Sachverständiger der Versicherung und ein Trocknungstechniker wurden angefordert. Eine Tiefbaufirma legte vor dem Haupteingang die Leitungen frei. Die Mitarbeiter der Heilbronner Versorgungs GmbH entdeckten ein etwa acht Zentimeter langes Loch in der Hauszuleitung, das sie mit einer Manschette abdichteten.

Nicht Corona, sondern ein Rohrbruch legt Unterricht an Weinsberger Weibertreuschule lahm

Auch in den Fachräumen werden Bautrockner die Nässe beseitigen.

Schon 2017 mussten nach einem Wasserschaden einige Räume der Weibertreuschule renoviert werden. Jetzt kommen zur Generalsanierung des Gebäudes von 1975, die außen gestartet ist, noch weitere Gewerke hinzu.

Meldekette der Schule funktionierte

Bürgermeister Stefan Thoma informierte am Mittwochabend Rektorin Rita Eichmann. Diese setzte Schulamt, ihre rund 40 Lehrkräfte und Elternvertreter über den Unterrichtsausfall in Kenntnis, der über eine Meldekette den Schülern mitgeteilt wurde. "Das Krisenmanagement war in einer halben Stunde abgewickelt", berichtet Eichmann. Nur drei Schüler standen am Morgen vor verschlossenen Türen. Die anderen bekamen um 8 Uhr per Videokonferenz oder Chat von den Pädagogen, Aufgaben gestellt. "Wir sind erprobt im Fernunterricht", sagt Eichmann. Grübeln helfe nichts, man müsse das Beste aus der Situation machen.

 

Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

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