Neue Mitte für Abstatt liegt im Zeitplan

Abstatt  Bis April soll der Rohbau für das Elf-Millionen-Euro-Projekt stehen. Nach Problemen beim Grundwasser zu Beginn läuft es jetzt gut.

Von Stefanie Pfäffle
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Noch sieht man vor allem ein großes Loch, doch bis voraussichtlich Ende März wird der Rohbau von drei Gebäuden stehen.

Foto: Stefanie Pfäffle

Von der Empore Richtung Beilsteiner Straße vor der Mediathek bietet sich den Abstattern derzeit der Blick auf eine Großbaustelle. Genauer gesagt ist ein großes Loch zu sehen. Die Baugrube umfasst rund 1500 Quadratmeter, Stahlstangen ragen wie die Stachel eines Igels aus Beton hervor: Das ist die Bodenplatte vom ersten Untergeschoss der späteren Tiefgarage der Neuen Mitte.

"Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Grundwasser läuft es jetzt sehr gut", erklärt Polier Felix Schuler von der Firma Heizmann, die den Rohbau erstellt. Die komplette Fertigstellung des Projekts ist für Frühjahr 2022 geplant.

Wohnungen und Handel

Eigentlich hat Abstatt ja eine schöne Ortsmitte mit Rathaus, Mediathek und Café. "Der Name Neue Mitte hat sich irgendwie eingebürgert, der kam aus dem städtebaulichen Wettbewerb für das Areal heraus", meint Bauamtsleiter Tim Breitenöder. Wo vorher alte Bauernhäuser standen baut das Unternehmen HP Wohnresidenzen jetzt drei Gebäude mit 24 Wohnungen, Lebensmittelhandel und Metzgerei sowie einem Übergang zu einem Bestandsgebäude mit Arztpraxen und weiteren Wohnungen.

Dieses erhält einen Aufzug, eine Außenwand wird im Erdgeschoss durchbrochen, so dass ein direkter Zugang zur geplanten Postfiliale entsteht. "Das Besondere ist, dass 16 der Wohnungen Menschen ab sechzig Jahren oder mit einem Behinderungsgrad von mindestens fünfzig Prozent vorbehalten sind", sagt Breitenöder.

Im Frühjahr hatten die Erdbauarbeiten begonnen - das ganze steht auf über hundert Pfählen - und kurz darauf tauchte das Wasserproblem auf, von oben und von unten. "Wenn wir das nicht abgepumpt hätten, würde die Baugrube jetzt dank der vielen wasserführenden Schichten komplett unter Wasser stehen", so Breitenöder. So ein kleines Freibad hätte manchem im heißen Sommer vielleicht sogar gefallen, besonders zielführend wäre es allerdings nicht gewesen. Wenigstens gab es wegen des Coronavirus keine weiteren Verzögerungen, da in der Hochphase der Pandemie noch die Erdarbeiten liefen und dadurch ohnehin weniger Menschen auf der Baustelle waren.

Bald geht es an Tiefgarage

Ende April begannen dann die Hochbauarbeiten. Ein Teil der Fläche beherbergt zwei Untergeschosse. "Mit dem unteren sind wir jetzt fertig, dann geht es an die eigentliche Tiefgarage", erzählt Schuler. Sie verbindet nicht nur die Gebäude, sondern bietet auch fünfzig Stellplätze für Bewohner und Einkäufer. Rund elf Eisenflechter, der Begriff ist ihnen lieber als Eisenbieger, sorgen dafür, dass der Bau schnell vorangeht.

Die Firma kommt aus Gundelsheim, die Mitarbeiter sind durchweg Osteuropäer. "Ganz ehrlich, die machen das jeden Tag und deswegen sind sie wesentlich schneller als wir", gibt der Polier zu. Übrigens biegen die Männer nicht wirklich die Stahlstangen, die kommen schon in der richtigen Biegung vom Werk. Insgesamt sollen bis Ende März, Anfang April, so genau will sich Schuler nicht festlegen, schließlich wisse man nie, was der Winter bringt, sechs Geschosse, davon zwei unterirdisch entstehen.

Es gibt gleich mehrere Nachbarn, die direkt an die Baugrube grenzen, doch bisher habe es keine Probleme gegeben, sagt Breitenöder. "Allerdings schlug bei dem Sturm vergangene Woche der Windwächter des Krans mehrmals an, das hörte man im ganzen Ort." Die Gebäude sind durch Betonpfähle gestützt und man versuche, immer in Kontakt zu bleiben.


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