Lounge und Terrasse ein großer Gewinn für das Obersulmer Jugendhaus

Obersulm  Das Jugendhaus in Willsbach ist durch Umbau attraktiver geworden. Nach dem Lockdown gab es keinerlei Anlaufschwierigkeiten. Bericht der offenen Jugendarbeit wurde im Gemeinderat vorgetragen.

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Die Freifläche hinter dem Jugendhaus ist an warmen Tagen ein beliebter Aufenthaltsort. Die Besucher pflanzten Kräuter und Gemüse an.

Foto: privat

Aus den Augen aus dem Sinn? Trifft das auf das Obersulmer Jugendhaus zu, nachdem die Türen wegen der Corona-Pandemie von November 2020 bis Mitte Juni 2021 erneut geschlossen waren? Sieben Monate sind eine lange Zeit. Deshalb hatte das Jugendreferat befürchtet, der Kontakt könnte verloren gehen und die Zielgruppe sich anderweitig orientieren. Weit gefehlt: "Die Leute waren sofort wieder da", konnte Markus Kress dem Gemeinderat verkünden, als er seinen Tätigkeitsbericht der vergangenen zwölf Monate mit Fotos lebendig werden ließ.

Jugendhausverein hat Mitglieder dazu gewonnen

Ungeduldig und sehnsüchtig hätten die jungen Leute auf die Wiedereröffnung nach dem Lockdown gewartet, so Kress. "Den Jugendlichen ist mehr denn je bewusst, was sie am Jugendhaus haben und welche Entfaltungsmöglichkeiten es ihnen bietet", meinte er. Mit täglich bis zu 25 Besuchern können sich Kress und Jugendhausleiter Heiko Zimmer über mangelndes Interesse nicht beklagen. Es seien sogar neue Gesichter darunter, freute sich Kress. "Der Jugendhausverein ist engagierten denn je", lautete die zweite gute Nachricht. Sei Juni habe dieser sieben neue Mitglieder gewonnen, so dass es nun 70 sind.

 

Kräuter- und Gemüsegarten angelegt

Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Räumlichkeiten nach dem Umbau attraktiver geworden sind. Die ehemalige Schalterhalle im Willsbacher Bahnhof ist zum Lounge-Bereich für das Jugendhaus geworden. Und hinter dem Gebäude gibt es nun eine eingezäunte Fläche im Freien. "Das erwies sich schnell als qualitativer Quantensprung, als immenser Gewinn", formulierte Kress. An heißen Sommertagen wurde dieser schattige Bereich mit gespendeten Gartenmöbeln zum viel genutzten Aufenthaltsort. Mit Begeisterung hätten sich die Besucher daran gemacht, dort einen Kräuter- und Gemüsegarten anzulegen, dessen Ernte in der neuen Küche beim Kochen verarbeitet werde.

"Mein neues Büro ist viel schöner als das alte", sagte Kress. Dass das Jugendreferat nun im Haus angesiedelt sei, habe viele positive Effekte. Der Kontakt zu den Jugendlichen habe sich intensiviert und durch den kurzen Weg der Informationsfluss im Team verbessert.

Halbjahresprogramm konnte nicht stattfinden

Der Blick zurück war nicht so rosig. "Auch für uns war es ein schwieriges Jahr", sagte Kress. Das komplette Halbjahresprogramm der offenen Jugendarbeit fiel aus, bis auf die Reihe "Gut zu wissen" mit der Schulsozialarbeit. Eltern konnten per Video-Konferenz teilnehmen.

 

Infos über Instragram-Kanal

Für das Team musste Kurzarbeit angeordnet werden. Das Jugendreferat beschäftigte sich anderweitig, erstellte und pflegte ein Terminbuchungssystem für die Schnelltest-Station des DRK in der Jahnhalle und traf Vorbereitungen für das 50. Jubiläum der Gemeinde 2022. Jugendhausleiter Heiko Zimmer baute eine Homepage auf und drehte einen Film über das Bienenprojekt der Realschule. Der junge Mann im Freiwilligen Sozialen Jahr, der den Instagram-Kanal mit Infos fütterte, wurde im Kinderhaus in der Silbergrubenstraße eingesetzt und renovierte Treppenhaus sowie die Kellertür im Jugendhaus.

Kress und Zimmer hielten im Lockdown Kontakt zu den Stammbesuchern über Telefon und eine Messenger-Gruppe. Das Angebot an Gesprächen und Spaziergängen mit Einzelnen oder in Kleingruppen stieß auf Resonanz. All das sei jedoch kein Ersatz für reale gemeinsame Aktivitäten, betonte Kress.

Arbeit gewürdigt

"Man sieht, dass wieder Leben im Haus ist", freute sich SPD-Gemeinderätin Monika Steg, die die wertvolle Arbeit lobte. Die von Kress geschilderte hohe Impfbereitschaft unter den Besuchern bezeichnete sie als gutes Beispiel. Sie und Armin Waldbüßer (Grüne), betonten, dass sich der rund 500 000 Euro teure Umbau gelohnt habe. "Man merkt, dass Sie mit vollem Herzblut dabei sind", richtete sich Bürgermeister Björn Steinbach an Kress und Zimmer. "Es sind die richtigen Leute am richtigen Ort."

Fußball und Werken

Seit Juni bietet Jugendhausleiter Heiko Zimmer mittwochs an der Realschule eine Fußball-AG an. Der Teilnehmer im Freiwilligen Sozialen Jahr betreut dienstags Werken an der Käthe-Kollwitz-Schule. Beide sind donnerstags beim Schüler-Café der Michael-Beheim-Schule.

2022 wird die Bildungsreihe "Gut zu wissen", wenn möglich in Präsenz, fortgesetzt. Das Jugendreferat plant mit dem Jugendhausverein im November das Veranstaltungsprogramm bis Sommer, in der Hoffnung, das gewohnte Spektrum anbieten zu können. Die Teilnahme am Jubiläumswochenende der Gemeinde ist bereits beschlossen.


Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

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