Interessengemeinschaft will Gebiet rund um die Schozach schützen

Abstatt  Die neu gegründete Interessensgemeinschaft "Schozachaue" will eine mögliche Bebauung des Ufergebiets in Abstatt verhindern. Am Samstag gab es eine Flatterbandaktion, um auf das Anliegen aufmerksam zu machen.

Von Julian Ruf
Email

Mitglieder der Interessensgemeinschaft "Schozachaue" bei der Flatterbandaktion. Der abgesteckte Bereich soll den Verlauf einer Entlastungsstraße markieren.

Foto: Ruf

Die neu gegründete Interessengemeinschaft "Schozachaue" (IG) möchte das Gebiet rund um die Schozach in Abstatt vor Industrieansiedlung und Straßenbau schützen. Viele der Unterstützer sind Anwohner. "Die Fixierung der Industrie im Wohngebiet kann man heutzutage nicht mehr zulassen", sagt der Abstatter Dr. Helfried Vogel. Der Allgemeinmediziner ist direkter Anwohner der Schozachaue und einer der Initiatoren der IG.

Gruppe trifft sich zu einer Flatterbandaktion

Eine Gruppe von Unterstützern fand sich am Samstag unter Einhaltung der Abstandsregeln am Ufergebiet der Schozach ein, um mit einer öffentlichen Aktion auf die Anliegen der IG aufmerksam zu machen. Mit Hilfe von Baustellenband steckten die Mitglieder der Gemeinschaft den Verlauf einer möglichen geplanten Entlastungsstraße über die Schozach ab. Die Markierungen sollten zeigen, dass eine mögliche Bebauung des Gebietes nicht ohne Eingriffe in die vorhandene Natur möglich ist. "Wir möchten nicht, dass die Biotope hier zerstört werden und im Gegenzug die Industrie wächst", erklärt Helfried Vogel.

"Die eventuell geplante Entlastungsstraße und das Wohn- beziehungsweise Industriegebiet sind ein direkter Eingriff in die regionale Versorgung", sagt Susanne Krafft. In der IG ist sie für die landwirtschaftlichen Belange zuständig. "Hier sollen Streuobstwiesen mit geschützten Tieren zerstört werden."

Mitglieder bemängeln Kommunikation der Gemeinde

Entstanden ist die Interessengemeinschaft als Reaktion auf eine Fortschreibung des Flächennutzungsplans "Abstatt 2030" aus dem vergangenen Jahr. Die Mitglieder bemängeln die Kommunikation der Gemeinde Abstatt in dieser Angelegenheit. Es sei bisher "kein konstruktiver Dialog" zustande gekommen, Einsprüche gegen die mögliche Bebauung seien nur "mangelhaft" beantwortet worden, beklagt die Initiative. Abstatts Bürgermeister Bürgermeister Klaus Zenth versprach im Rahmen der Flatterbandaktion Kooperationsbereitschaft und eine konstruktive Fortführung des Dialogs in der Zukunft.

Die Änderung des Flächennutzungsplans ist allerdings vom Gemeinderat Abstatt und dem Gemeindeverwaltungsverband "Schozach-Bottwartal" noch nicht abschließend geklärt. Aufgrund der großen Resonanz nach der Veröffentlichung der geplanten Änderung des Flächennutzungsplans gebe es die "Überlegung, den Bau der Umgehungsstraße zu verwerfen", erklärt Tim Breitenöder, Bauamtsleiter der Gemeinde Abstatt, auf Nachfrage.

Das sind die Anliegen der IG

Die Interessengemeinschaft sieht sich als Beschützerin des Lebensraums rund um die Schozachaue und möchte eine verantwortungsbewusste Weiterentwicklung der Gemeinde anmahnen. Sie fordert unter anderem eine bessere Aufklärung der Bürger und die gesonderte Überprüfung der Umweltverträglichkeit des Flächennutzungsplans durch die Umweltschutzbehörden. Des Weiteren wünscht man sich eine Überprüfung von Gefahren im Zusammenhang mit einer möglichen Erweiterung der direkt am Biotop "Schozachaue" angesiedelten Industrie.


Top-Kommentare

Kommentar hinzufügen