Ilsfeld wettet gegen den Klimawandel

Ilsfeld  Die Gemeinde Ilsfeld will ihre Bürger dazu motivieren, bis November 144 Tonnen Kohlendioxid einzusparen. Die Beteiligung läuft jedoch noch recht schleppend.

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Über die Beteiligung an der "Klimawette" will Ilsfeld seine Bürger dazu motivieren, weniger umweltschädliches Kohlendioxid zu verursachen.

Foto: Archiv/dpa

Was kann ich als Einzelner schon tun, um etwas gegen den Klimawandel zu tun? Eine ganze Menge, findet Marlene Luft. Sie betreut bei der Gemeindeverwaltung Ilsfeld das Sachgebiet Klima- und Umweltschutz. "Schon kleine Schritte können viel bewirken", sagt sie, "etwa indem man öfter das Fahrrad nutzt und das Auto dafür stehen lässt, oder indem man sein Konsumverhalten kritisch hinterfragt und regionaler einkauft."

Gemeinsam die Erderwärmung aufhalten

In Ilsfeld sei man da zwar schon auf einem guten Weg, doch es sei immer noch etwas mehr drin, so Luft. Daher hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, an der bundesweiten Aktion "Klimawette" teilzunehmen. Diese soll spielerisch aufzeigen, wie jeder einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Ziel der Aktion ist es, bis zur Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow am 1. November eine Million Tonnen CO2 einzusparen. Im Idealfall wäre dies eine Tonne des Treibhausgases pro Kopf und entspräche rechnerisch den Anforderungen des Klimagipfels von 2015 in Paris, um die Erderwärmung in Zukunft auf ein Maximum von 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

"Diese Herausforderung nehmen wir gerne an", sagt Luft, "und beteiligen uns mit einer eigenen Wette." In Ilsfeld sollen sich bis zum Stichtag 1,5 Prozent der Bürger finden, die sich beteiligen. Dieser Prozentsatz entspricht laut Marlene Luft 144 Ilsfeldern. Schafft es jeder von ihnen, bis zum 1. November jeweils eine Tonne Kohlendioxid einzusparen, wäre in dieser Zeit ein Ausstoß von 144 Tonnen vermieden worden.

Den fleißigsten Sparern winken Preise

Wenn Ilsfeld die Wette gewinnt und dieses Ziel erreicht, werden unter allen Beteiligten Sachpreise verlost, beispielsweise Monatskarten für das Freibad. "Derjenige, der es schafft, im Aktionszeitraum am meisten Kohlendioxid zu vermeiden, erhält zudem ein Preisgeld", kündigt Marlene Luft als weiteren Anreiz an.

Allzu groß ist die Beteiligung bislang jedoch noch nicht. In den ersten vier Wochen seit Beginn kamen hochgerechnet gerade einmal 7,6 Kilogramm pro 100 000 Einwohner zusammen (Stand Mittwoch). "Der Start fiel Mitten in die Ferienzeit", zeigt sich Luft indes zuversichtlich, dass sich hier noch einiges tun wird. "Schließlich kann jeder mitmachen. Und Klimaschutz ist bei uns ohnehin ein beliebtes Thema. Klima und Ilsfeld - das gehört einfach zusammen", sagt Luft.

Maßnahmen aus Liste wählbar

Sich an der Wette zu beteiligen sei denkbar einfach: "Mit der kostenlosen App CO2-Avatar kann man sich aus einer Liste von 20 Maßnahmen einen eigenen Vorsatz aussuchen", erläutert die Sachbearbeiterin. Wählbar seien etwa die Umstellung auf LED-Lampen, ein fleischfreier Monat oder der Wechsel auf Ökostrom. Die App erfasst dann, was bei der jeweiligen Aktion eingespart wird und erinnert die Teilnehmer vor Ablauf des Wettzeitraums nochmals an ihren Vorsatz.

Wer sein Umweltkonto eher über den eigenen Geldbeutel verbessern möchte, kann zudem an Klimaschutzprojekte gemeinnütziger Organisationen spenden. Unter dieklimawette.de stehen sechs Projekte von der Aufforstung in Borneo über Solaranlagen in Äthiopien bis hin zu Pflanzenkohle in Europa zur Auswahl. Auf der Internetseite lässt sich unter der Rubrik Städteliga auch verfolgen, wo Ilsfeld im Vergleich zu anderen Kommunen gerade steht. Momentan auf dem ersten Platz: Gilching in Bayern

Zahlreiche Unterstützer

Ins Leben gerufen hat die bundesweite Aktion Klimawette der Verein "3 fürs Klima" mit Sitz in Dessau-Roßlau. Die Initiative wird von zahlreichen Organisationen, Aktionsbündnissen und Verbänden unterstützt, darunter die Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg, GermanZero, der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft sowie Omas for Future. Auch kirchliche Organisationen wie der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Würzburg und die evangelische Landeskirche Sachsen sowie Bildungseinrichtungen wie die Universität Stuttgart gehören zu den Unterstützern. Als Botschafter verleihen unter anderem der Autor Eckart von Hirschhausen, der Meteorologe Sven Plöger und die Köchin Sarah Wiener der Klimawette Prominenz. zwi


Andreas Zwingmann

Andreas Zwingmann

Autor

Andreas Zwingmann arbeitet seit März 2021 in der Landkreisredaktion der Heilbronner Stimme. Dort ist er zuständig für Beilstein, Ilsfeld, Abstatt, Löwenstein, Oberstenfeld und Untergruppenbach.

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