Hobby-Schatzsucher findet Erkennungsmarke eines US-Soldaten

Obersulm  Der Zufallsfund einer Erkennungsmarke eines amerikanischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg beschert dem Obersulmer Hobby-Sondengänger Michael Bluhm neue Freunde in den USA. Und die Familie in den Staaten erfährt Überraschendes über ihren Vorfahren.

Von Gustav Döttling
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Der Obersulmer Hobby-Sondengänger Michael Bluhm hat bei einer Auftragssuche auf einem Feld zwischen Willsbach und Ellhofen die Erkennungsmarke eines amerikanischen Soldaten gefunden.

Foto: Gustav Döttling

"Es war purer Zufall, dass ich die Erkennungsmarke eines amerikanischen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg in Deutschland gedient hat, gefunden habe", erzählt Michael Bluhm. Eigentlich habe er im April im Auftrag des Grundstücksbesitzers auf einem Acker zwischen Willsbach und Ellhofen mit seinem Metallsuchgerät nach einem verlorenen Pflugteil gesucht. "Das Gerät läuft über Multifrequenz und hat eine schöne Tiefenleistung, damit kann man auch kleinere Metallteile in bis zu 30 Zentimeter Tiefe orten", betont Michael Bluhm die Fähigkeiten seines Detektors.

Die Marke war ganz schön schmutzig und beschädigt

Die Erkennungsmarke sei ganz schön schmutzig und wohl durch den Pflug beschädigt und verbogen gewesen. "Ich habe das deformierte Stück gereinigt und dann schnell erkannt, dass es die Erkennungsmarke eines GI sein muss", erzählt Bluhm. Sein nächster Schritt war die Kontaktaufnahme zu Uwe Benkel, dem Gründer der Arbeitsgruppe Vermisstenforschung in Rheinland-Pfalz, dem er die "Dog-Tag", übersetzt Hundemarke, schickte. Benkels Arbeitsgruppe will vermissten Fliegern kriegsführender Nationen ihren Namen zurückgeben und für eine ordentliche Grabstätte sorgen.

Benkel, der gute Kontakte zur amerikanischen Homeland Security in Washington hat, leitete das Fundstück an einen ihm bekannten Homeland-Mitarbeiter weiter. "Anhand der gut lesbaren ID-Nummer hat das amerikanische Militär herausgefunden, dass es der Soldat James Willie McCay aus New Johnsonville in Tennessee war, dem die Marke gehörte", berichtet Michael Bluhm. Die Homeland-Security habe in einer Datenbank herausgefunden, dass James Willie McCay am 29. Dezember 1925 in Caroll County Tennessee geboren wurde und 1985 an einem Herzschlag starb. Iain Walker, Special Agent der Homeland Security, übersandte die von Michael Bluhm gefundene Erkennungsmarke am 16. April per Post der Familie des früheren Soldaten in New Johnsonville. James Junior habe am 9. Juli den Erhalt der Hundemarke der Homeland-Security bestätigt.

Familie war sehr überrascht

"Iain Walker hat uns geschrieben, dass die Familie McCay sehr überrascht und dankbar über die Rückgabe der Erkennungsmarke war", erzählt Michael Bluhm. Die Familie habe nicht gewusst hat, dass ihr Familienoberhaupt in Deutschland gedient hat. "Die Angehörigen waren der Meinung, er sei in Italien eingesetzt gewesen", berichtet Bluhm, was ihm der Special Agent mitteilte. "Inzwischen habe ich persönlichen E-Mail Kontakt mit James McCay Junior. Er hat sich persönlich bedankt und uns schon einige Bilder von seiner Familie und vom Grab seiner Eltern geschickt", erzählt Michael Bluhm. Demnächst sei eine Skype-Konferenz geplant.

Vor vier Jahren zum spannenden Hobby gekommen

Hobby-Schatzsucher findet Hundemarke eines US-Soldaten

Die Marke wurde durchs Pflügen ziemlich ramponiert.

Foto: privat

"Mich fasziniert am Sondengehen die Spannung, etwas Überraschendes zu finden", erklärt Michel Blum, warum er eine Leidenschaft für die Suche nach in der Erde verborgenen Gegenständen entwickelt hat. Angefangen habe alles vor vier Jahren, als ihn ein Freund zu einem Sondengang nach Bayern mitgenommen hat. "Das hat mich gepackt", erzählt der Obersulmer. So hat er sich einen "Macroracer 2" zugelegt, um selbst nach vergrabenen "Schätzen" zu suchen.

"In Baden- Württemberg führe ich aufgrund der strengen Gesetzeslage nur Auftragssuchen durch", erzählt der Hobby-Metallsucher. In Bayern brauche man nur den Bauern, dem der Acker gehört, oder den Grundstückseigentümer fragen und dürfe auf die Suche gehen. Im Nachbarland Bayern habe er schon alte Schuhschnallen, verlorene Ringe oder auch Knöpfe gefunden. In seine moderne Suchausrüstung mit digitalem Metalldetektor, Pinpointer und einem Suchspaten hat Michael Bluhm rund 2000 Euro investiert.

 

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