Der Neubau der Kindertagesstätte in Weinsberg liegt im Zeitplan

Weinsberg  Das Gebiet "Heilbronner Fußweg" ist eine riesige Baustelle. Auf den rund 100 Grundstücken schießen Wohnhäuser aus dem Boden. Auch die neue Kindertagesstätte "Grüne Mitte" ist sechs Monate nach dem Spatenstich schon weit vorangeschritten. Zum 1. September 2021 soll sie in Betrieb gehen.

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Im "Quartier R" im Neubaugebiet "Heilbronner Fußweg" baut die Sautter GmbH die zweigeschossige neue Kita für die Stadt sowie drei Mehrfamilienhäuser mit 31 Wohnungen. Foto: Mario Berger

Vertreter der Stadtverwaltung haben sich jetzt ein Bild vom Stand der Arbeiten gemacht, "um ein Gespür dafür zu bekommen, was hier entsteht", sagt Bürgermeister Stefan Thoma. Die neue Einrichtung wird von einem Bauträger schlüsselfertig übergeben. 75 Mädchen und Jungen finden hier einen Betreuungsplatz. "Von den Eltern wird die Kita sehnlichst herbeigerufen", weiß Thoma. Denn im neuen Baugebiet, in dem einmal 800 Menschen wohnen werden, finden viele junge Familien eine Heimat. Die Kita ist damit fußläufig erreichbar nach dem Motto "kurze Beine, kurze Wege."

"Natürlich liegen schon Anmeldungen vor", informiert Personal- und Ordnungsamtsleiter Klaus Seber, der in der Stadtverwaltung für die Kindertagesstätten zuständig ist. Noch habe man Reserven in anderen Kitas. Aber wenn das Neubaugebiet "Heilbronner Fußweg" zunehmend besiedelt sei, bräuchte man im Sommer 2021 die neue Kita dringend.

Joachim Sautter, Chef des gleichnamigen Planungs- und Projektentwicklungsbüros aus Ellhofen, hat gute Nachrichten. "Wir sind voll im Zeitplan." Wie vorgesehen könne der Bauträger das Gebäude im späten Frühjahr an die Stadt übergeben. Innenausstattung und die Gestaltung der Außenanlagen läuft dann unter deren Regie. Das Gesamtprojekt dürfte bei 3,5 Millionen Euro landen. Die Stadt bekommt Zuschüsse aus einem Programm, das aber erst noch aufgelegt wird.

Der Neubau der Kindertagesstätte in Weinsberg liegt im Zeitplan

Ein halbes Jahr nach dem ersten Spatenstich ist der Rohbau fertig. Die Fenster sind bereits eingesetzt, Kabel und Leitungen verlegt. Der Innenausbau schreitet voran.

Foto: Berger

"Es ist eine schlanke Lösung für uns, das Gebäude fertig zu übernehmen. Dadurch sind wir schneller am Markt", sagt Bürgermeister Thoma. Ausschreibungsverfahren der öffentlichen Hand seien langwierig, erklärt Klaus Seber. "In einem Jahr hätten wir den Neubau nicht realisieren können."

Eindruck des Bürgermeisters: Großzügig und hell

Draußen wird die Wärmedämmung aufgebracht, im Inneren sind Handwerker zum Beispiel mit den Sanitäranlagen beschäftigt. "Das ganze Gebäude vermittelt den Eindruck einer großzügigen Einrichtung", meint Thoma. "Was mich freut: Es ist sehr hell", ergänzt er.

Für die vier Gruppen, die jeweils für die Ganztagsbetreuung mit Schlafräumen ausgestattet werden, sind der Garten und der Spielbereich nicht sehr groß. Dabei liegt der Schwerpunkt der Kita auf Bewegung. "Wir werden im Gebäude die entsprechenden Möglichkeiten schaffen", verspricht Stadtbaumeisterin Claudia Spieth. Eine kleine Erlebniswelt soll entstehen. Draußen würden zusätzlich ein Grünbereich und die drei Spielplätze im Baugebiet zur Verfügung stehen.

Zuversicht bei der Personalsuche

Der Neubau der Kindertagesstätte in Weinsberg liegt im Zeitplan

An der Fassade wird die Wärmedämmung angebracht, drinnen, wie hier in einem der Sanitärräume, sind die Handwerker ebenfalls zugange. Die Kita wird an die Nahwärmeversorgung im Nachbar-Wohngebäude angeschlossen.

Foto: Berger

Eine Kindergartengruppe von Rossäcker I wird ins neue Domizil einziehen. Für den Ü3-Bereich gibt es zwei weitere Gruppen, die Krippe hat eine Gruppe mit zehn Plätzen. Der Ganztagsbetrieb läuft von 7 bis 17 Uhr. "Das Personal ist immer eine große Herausforderung", sagt Seber. Aber er ist zuversichtlich, obwohl auch die Kita der Schwarz-Gruppe in den Spitzäckern 40 bis 45 Erzieherinnen benötige. "Wir sind ein attraktiver Kindergartenträger", betont Seber. "Wir haben gute Auszubildende." Deshalb hofft die Stadt, einige übernehmen zu können. Für die Leitung liege eine interne Bewerbung bereits vor, so dass noch sieben Fachkräfte gefunden werden müssen. Beim Waldkindergarten, der am 1. März 2021 in Betrieb gehen soll, sei man personell auch auf einem guten Weg.

Bestehendes Angebot und weiterer Ausbau

Bisher gibt es in der Stadt Weinsberg zehn Kindertagesstätten mit 23 Gruppen. Von den knapp 500 Plätzen entfallen rund 430 auf Kinder ab drei Jahren. Die Stadt ist Träger von acht Einrichtungen, zwei werden von der katholischen Kirchengemeinde betrieben. In Gellmersbach, Wimmental und Grantschen gibt es je einen Kindergarten.

Das Angebot wird weiter ausgebaut. Im Herbst 2021 soll die Kita im Gebiet "Heilbronner Fußweg" in Betrieb gehen. In den Spitzäckern gegenüber Kaufland ist der Neubau der Schwarz-Gruppe schon weit vorangeschritten. Hier werden 130 Plätze geschaffen.

Der Waldkindergarten der Stadt soll am 1. März 2021 mit 20 Plätzen und Verlängerten Öffnungszeiten starten. Über dem geplanten Drogeriemarkt in der Weidachstraße ist eine fünfgruppige Tagesstätte geplant. Betreiben soll sie ein privater Träger. Die Stadt stellt laut Bürgermeister Stefan Thoma das Grundstück zur Verfügung. Er hofft, dass es dort nächstes Jahr mit dem Bau losgehen kann.

 

Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

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