Das sind die Trend-Eissorten in den Eiscafés der Region

Region  Es muss nicht immer Schoko oder Vanille sein: Die Eissorten dieser Saison sind vor allem frisch und leicht. Cookies ist fast überall ein Renner. Beeinträchtigt die Corona-Krise das Geschäft in den Eiscafés der Region?

Von Lukas Häußler
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Im Eiscafé Dolce Vita in Möckmühl steht der Nachwuchs hinter der Theke: Juniorchef Emin Fejzulji führt die Familientradition fort. Foto: Lukas Häußler

Für die meisten ist sie im Sommer ein absolutes Muss - die Kugel Eis. Zu den Lieblingssorten vieler gehören die Klassiker Schokolade, Vanille oder Erdbeere. Neben Altbekanntem kommt auch im Jahr 2020 viel Neues in die Auslagen der Eisdielen und Eiscafés der Region. Wir haben nachgefragt, was in dieser Saison besonders im Trend liegt.

  • Eiscafé Europa in Eppingen

Am Marktplatz in Eppingen beim Eiscafé Europa gibt es keinen eindeutigen Geschmacksfavoriten. Gleich mehrere Sorten werden dieses Jahr nachgefragt. "Cookies läuft standardmäßig gut", berichtet Besitzer Gioachino Magri. Was ebenfalls besonders bei den Gästen ankommt, ist Zitrone-Minze. Auch Sorten wie Blockschokolade und Amarena sind beliebt.

Magri, der das Café gemeinsam mit seiner Schwester leitet, hat diese Saison zudem neue Mischungen im Sortiment. So können sich Eisliebhaber in Eppingen auf die Sorten Joghurt-Ananas und Kokos-Ananas freuen.

  • Eiscafé Vanilla in Lauffen

Sommerlich leichte Kreationen ergänzen in diesem Sommer ebenso das Sortiment des Eiscafés Vanilla in Lauffen. "Neu sind Zitrone-Lavendel und Weißer Pfirsich-Rose", erzählt Besitzerin Nicola Rigato. Jenseits dieser eher blumigen Geschmacksrichtungen bleibe der Favorit der Kundschaft aber auch 2020 die Sorte sahnige Cookies: "wie immer".

Kinder-Bueno sei ein weiterer Verkaufsschlager, sagt die Eismacherin. Trotz der hohen Temperaturen werde "interessanterweise auch das weihnachtliche Zimteis gerne gewählt".

  • Café Rondell in Abstatt

In Abstatt hat das Café Rondell am Bürgerpark kürzlich neu eröffnet. Dort genießen die Gäste am liebsten die Sorten Mohn-Marzipan und das aus Limette und Minze gemischte Mojito-Eis, benannt nach dem Cocktail. Aber "tatsächlich ist auch immer noch das blaue Schlumpf-Eis beliebt", wie Besitzer Peter Fritsch berichtet. Ein weiterer "Knaller" sei Nutella auf Basis der süßen Nuss-Nugat-Creme. An den Klassikern Schoko, Vanille, Erdbeere sowie Stracciatella führe aber kein Weg vorbei.

  • Eiscafé Dolce Vita in Möckmühl

In dem von der Familie Fejzulji geführten Eiscafé Dolce Vita in der Möckmühler Altstadt ist ebenfalls das Cookies-Eis mit Keksstückchen sehr beliebt, weiß Juniorchef Emin Fejzulji. Joghurt-Holunder ist eine neue Sorte des Eismachers, die gut ankommt. Snickers-Eis ist ebenfalls beliebt. "Fruchteis läuft natürlich auch gut", analysiert Fejzulji.

Viele Betriebe der Gastronomie leiden unter der Corona-Krise. Die befragten Eiscafés merken davon vergleichsweise wenig. "Am Anfang war es schwer. Seit Juni läuft aber alles normal", betont der Möckmühler Eismacher Emin Fejzulji.

Eisdielen-Betreiber über den Holperstart der Eissaison

Bei Peter Fritsch in Abstatt hat Corona dem Geschäft "überhaupt keinen Abbruch getan". Ähnliches berichtet Nicole Rigato aus Lauffen: "Die Leute kommen trotz Corona." Die fünf Tische weniger machen sich in der Kasse allerdings bemerkbar. Der Eppinger Gioachino Magri meint: "In den ersten Wochen waren die Leute verhaltener, mittlerweile hat sich die Lage zum Glück aber normalisiert."

Das Fazit der Eisdielen-Betreiber: Trotz des holprigen Neustarts mancherorts hatten die Menschen spätestens mit den hohen Temperaturen Lust auf kühle Eis-Erfrischungen. Mit den Corona-Auflagen und dem Verhalten der Gäste haben die Gastronomen überwiegend gute Erfahrungen gemacht.

"Manchmal fehlt es den Leuten an Geduld, und sie sind etwas unzufrieden, wenn wir streng sein müssen, zum Beispiel wegen der Abstandsregeln", berichtet Rigato. "Man muss die Kunden immer wieder daran erinnern", ergänzt Magri. Bei Peter Fritsch in Abstatt sind die Kunden diszipliniert, die Mehrzahl halte sich an die geltenden Bestimmungen. Ähnliches kann auch Fejzulji bestätigen. Die Gäste können sich fast wie gewohnt auf ihren Eisgenuss konzentrieren.

Die Zahlen zum Geschäft mit dem Eis

Der Appetit der Deutschen auf Speiseeis ist relativ konstant, der durchschnittliche Konsum liegt bei etwa acht Litern pro Person und Jahr. Dabei entfallen etwa 1,5 Liter auf Eis, das in klassischen Cafés oder anderen Gastrobetrieben handwerklich hergestellt wird, sowie auf Softeis, das es meist bei Fast-Food-Ketten gibt. Das geht aus Statistiken hervor, die der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) veröffentlicht.

Demnach hat das industriell hergestellte Markeneis einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent, den Rest des Marktes teilen sich Eisdielen mit etwa 16 Prozent und Soft-Eis-Verkäufer. Die Branche macht demnach mehr als 2,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Der Inlandsabsatz von Markeneis lag 2019 bei rund 557 Millionen Litern.

Die Zahl der Eisdielen ist allerdings rückläufig. Zwischen 2005 und 2017 ist die Zahl der umsatzsteuerpflichtigen Eissalons von rund 6870 auf nur noch 5470 gesunken. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Das Bundeszentrum für Ernährung hat 2018 die beliebtesten Sorten erhoben: Vanilleeis lag mit 24 Prozent vorn, gefolgt von Schokolade und Nuss.


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