Ansturm auf Freibäder bleibt vorerst aus

Region  Die Freibäder in Untergruppenbach und Weinsberg haben wieder geöffnet. Besucher haben viel Platz im Wasser und auf den Wiesen. Für die Betreiber bedeutet das Einbußen bei mehr Arbeit und weniger Gästen.

Von Jan Söfjer
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Thomas Romanus freut sich, dass das Freibad in Untergruppenbach wieder geöffnet ist.

Foto: Jan Söfjer

Mit einem "Juhu" springt Michaela Stöckle ins Wasser. Seit Montag hat das Freibad in Untergruppenbach wieder geöffnet. Stöckle wohnt im Ort und ist eigentlich immer hier. "Ich bin froh, dass ich wieder schwimmen kann." Nachdem der Tag regnerisch begann, scheint dann die Sonne zwischen ein paar Wolken hindurch. Auch Stammgast Thomas Romanus ist gekommen. "Ich bin sehr froh, dass es wieder losgehen kann. Es hat sehr lange gedauert." Er kommt beruflich viel herum und schwimmt in vielen Bädern, "aber hier gefällt es mir am besten".

Das hört der Bürgermeister von Untergruppenbach Andreas Vierling gerne. "Wir haben bewusst an einem Montag geöffnet, damit sich alles einspielen kann." Schon am Vormittag kann er das Fazit ziehen, "dass unsere Erwartungen erfüllt worden sind". Es sei wichtig, dass das Bad nun wieder geöffnet sei, auch für Familien, die vielleicht nicht in den Urlaub fahren können. Eigentlich hätte das Freibad am 1. Mai öffnen sollen, aber das war wegen der Corona-Krise nicht möglich. Die Zeit wurde genutzt, um das Bad schön herzurichten.

Die Zeitfenster sind eng

Die Gäste können nun in drei Zeitfenstern schwimmen. 300 Personen dürfen pro Zeitfenster zeitgleich im Bad sein, davon jeweils bis zu 100 im 50 Meter-Schwimmerbecken und im Nichtschwimmerbecken sowie 25 Personen im Kleinkinderbecken. Die Bahnen sind nicht mit Leinen abgetrennt, aber es gilt die Abstandspflicht von eineinhalb Metern. Die Sprungtürme und Rutschen werden nur situativ geöffnet. Das Beachvolleyballfeld ist noch geschlossen, öffnet aber voraussichtlich am Mittwoch. Der Kiosk hat ebenfalls geöffnet, wenn genügend Besucher kommen.

An diesem Montagvormittag waren 45 Gäste da. 125 haben sich bis zum Mittag für den Tag insgesamt angemeldet. In den Pausen zwischen den Zeitfenstern desinfizieren die Mitarbeiter unter anderem die Knöpfe der Duschen, die Leitern und die Sitzflächen in den Umkleidekabinen. Es ist alles mehr Arbeit bei gleichzeitig weniger Gästen. Normalerweise kommen an schönen Sommertagen 3000 bis 4000 Gäste, nun dürfen es maximal 900 auf den Tag verteilt sein. Schwimmmeisterin Viola Beck freut sich trotzdem, dass sie wieder ihrer gewohnten Arbeit nachgehen kann. "Ich habe auch die Gespräche mit den Gästen vermisst."

Betreiber rechnet mit Verlust

Das Freibad in Weinsberg ist bereits seit zwei Wochen geöffnet, aber kleiner als das in Untergruppenbach. "Aber in guten Tagen kommen 1800 Gäste, in der Spitze bis zu 2800", sagt Schwimmmeister Ronny Pätsch über die Zahlen ohne Corona-Auflagen. Nun dürfen hier 300 Personen pro Zeitfenster à drei Stunden kommen. Und von denen dürfen zeitgleich 40 Gäste ins 25 Meter lange Schwimmbecken, 100 ins Nichtschwimmerbecken, zehn in das Becken des gesperrten Sprungturms und 35 in das Kleinkinderbecken.

"Das ist ein deutlicher Verlust für uns als Betreiber", sagt der Hauptamtsleiter von Weinsberg, Thomas Siegle. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass das Bad wieder offen ist. Siegle verweist auf die Gemeinde Oberstenfeld. Das Mineralfreibad Oberes Bottwartal wird dieses Jahr gar nicht öffnen. Er kritisiert auch, dass die Corona-Verordnung für Freibäder sehr streng sei. Bei Badeseen sei es viel unkomplizierter. Aber es gibt auch Vorteile für Gäste in Freibädern: "Die freuen sich, dass sie so viel Platz haben", sagt Pätsch. Insbesondere Familien würden das genießen. Ebenso Sportschwimmer, die nun ungestörter Bahnen ziehen können. Vier Personen sind gerade im Wasser. Eine von ihnen ist Annemarie Granz. "Es ist ein total tolles Bad, alles ist so schön und toll gepflegt. Es ist super, super gut hier", sagt sie und stößt sich vom Beckenrand ab.

So funktioniert der Schichtbetrieb

Das Freibad in Untergruppenbach hat für Badegäste in drei Zeitfenstern geöffnet: von 8.30 bis 11.30 Uhr, von 12.30 bis 16 Uhr und von 16.45 bis 20 Uhr. Die Eintrittskarten müssten online auf www.untergruppenbach.de gekauft werden. In Ausnahmefällen können Tickets telefonisch vorbestellt werden. Ein Erwachsenenticket kostet 3 Euro. Das Freibad Weinsberg hat von 9 bis 12 Uhr, von 13 bis 16 Uhr und von 17 bis 20 Uhr geöffnet. Ein Erwachsenen-Ticket kostet wie gewohnt 3,50 Euro und ist auf www.weinsberg.de erhältlich sowie im Tui-Reisebüro der Stadt.

 

 


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