Zum Weintourismus sollen mehr Gäste nach Württemberg kommen

Weinsberg  In Staatlicher Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg sitzt Vanessa Hauert an der Schnittstelle zwischen Tourismus und Weinwirtschaft. Eine Ausbildung ist gefragt.

Zum Weintourismus sollen mehr Gäste nach Württemberg kommen

Sind Experten beim Wein-Tourismus: Vanessa Hauert und Friedrich Lörcher von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg.

Foto: Simon Gajer

Das Wein-Anbaugebiet Württemberg hat Potenzial beim Wein-Tourismus. Davon sind Vanessa Hauert und Friedrich Lörcher von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg überzeugt. Die Stuttgarterin ist seit kurzem für Marketing und Tourismus zuständig.

Weitere Weinerlebnisführer werden ab Samstag ausgebildet

In Weinsberg ist die Ausbildung zum Weinerlebnisführer Baden-Württemberg stark nachgefragt, am Samstag beginnt der neue Jahrgang mit 28 Teilnehmern unterschiedlichen Alters. Das Interesse ist groß, es gibt eine Warteliste, sagt Friedrich Lörcher, Referatsleiter Marketing und Tourismus in Weinsberg. Seit dem ersten Jahrgang hat sich die Fortbildung herumgesprochen, die Inhalte werden weiterentwickelt. Auch das gehört zum Aufgabengebiet der Tourismusexpertin.

Vanessa Hauert weiß: "Die Gäste werden anspruchsvoller." Deshalb gehört zur mehrmonatigen Weiterbildung mittlerweile das Thema "Gästeführung 4.0". In Touren einbezogen werden können auch Apps und Geocaching. Das Konzept wirkt: Es geht mit Segways oder Planwagen in die Weinberge, sogar Junggesellenabschiede finden zwischen den Reben statt. "Die Gäste haben sich verjüngt", betont Vanessa Hauert.

Das sind Schwerpunkte der Tourismusverantwortlichen

Die Tourismusverantwortliche der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau sieht für ihre Tätigkeit mehrere Schwerpunkte. Vanessa Hauert ist unter anderem mitverantwortlich für die Ausbildung der Weinerlebnisführer, die sich mittlerweile sogar zu einem Verein zusammengeschlossen haben. Geplant ist, die Ausbildung, an der zurzeit überwiegend Interessierte aus der näheren Umgebung teilnehmen, für ganz Baden-Württemberg zu öffnen. Ähnliche Schulungen gibt es zwar andernorts, doch die Inhalte und die Ausbildungsdauer unterscheiden sich. Das soll sich ändern: Mit diesen Einrichtungen hat Weinsberg erste Kontakte geknüpft, es soll einheitlicher werden.

Vanessa Hauert sieht sich zudem an der Schnittstelle zwischen Tourismus und Weinwirtschaft sitzen. Es geht einerseits um die Mitarbeit im landesweiten Tourismuskonzept und darum, die Weinstraße oder Radwege auszubauen. Ein weiterer Punkt ist, mit den örtlichen Genossenschaften und Winzern zu reden. Hier kommen wieder die Gästeführer ins Spiel.

Weinerlebnisführer sollen stärker an die Betriebe gebunden werden

Erklärtes Ziel für die Weinbauschule aus Weinsberg ist es, diese stärker an die Betriebe zu binden. Friedrich Lörcher weiß: Zwar würden auch die Weinbaubetriebe nebenher Gäste durch die Weinberge führen. "Aber die Weingüter und Genossenschaften sind überlastet." Der Referatsleiter ist deshalb davon überzeugt, dass von einer Zusammenarbeit beide Seiten profitieren.

Baden wird beim Wein-Tourismus schon lange stark nachgefragt, der andere Landesteil hinkt hier hinterher. "Wir wollen Württemberg als Weintourismus-Ziel weiter voranbringen", sagt Friedrich Lörcher. Manches tut sich, beispielsweise investieren Betriebe in Übernachtungsmöglichkeiten. "Der Genuss ist ein riesiges Thema", sagt Vanessa Hauert. Viele Besuchergruppen seien entscheidend, nicht nur Experten, die sich mit Wein auskennen. Angesprochen werden sollen auch jene Gäste, die Wein genießen und dabei etwas erleben wollen.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen in Neckarsulm, Ilsfeld, Untereisesheim und Weinsberg.

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