Zu Met und Bratapfel nach Prevorst und Bad Wimpfen

Region  Wer die bekanntesten Weihnachtsmärkte der Region besuchen will, kommt an Prevorst und Untergruppenbach kaum vorbei. Auch nach Bad Wimpfen haben sich unsere Kolleginnen am Wochenende auf den Weg gemacht.

Von Vanessa Müller und Julia Neuert

Noch eine Woche bis Weihnachten: Einen Christbaum? Hilfe, haben wir noch nicht. Auch ein Becher heißes Met, serviert vor ritterlicher Kulisse, wäre nicht verkehrt. Also haben wir unsere wärmsten Boots geschnürt und sind losgezogen auf eine Tour zu einigen der bekanntesten Märkte in der Region, nach Prevorst und Untergruppenbach. Am Sonntag ging es weiter nach Bad Wimpfen. Ob wir uns gleich anfangs haben breitschlagen lassen, eine Tanne in unserem Cabrio zu transportieren? Zugegeben, kurz darüber nachgedacht haben wir. Und uns dann doch entschieden, uns lieber auf Salbei und Naturseife zu konzentrieren. Obwohl das Christbaumkommitee im Bottwartal uns prima beraten hat.

Baum für Mutige

Welcher Tannen-Typ sind wir denn jetzt? „Am beliebtesten ist Nordmann“, weiß Harald Kunz, Vorsitzender des Christbaumkomitees in Prevorst und schon in zweiter Generation im Nadelbaum-Geschäft. „Die ist schön grün und hat einen gleichmäßigem Wuchs.“ Eigenwillige setzen eher auf Colorado. „Die duftet mehr, ist aber manchmal ein bisschen krumm.“ Schwierige Entscheidung, finden wir. Und wollen erstmal wissen, was beim Spezialisten selbst im Wohnzimmer steht. Der grinst verschmitzt, als er uns verrät: „Da hat meine Frau das Sagen.“ Und die ist ein Fan der Blaufichte – dem Weihnachtsbaum für Mutige. Stachelig, fächerartig verzweigte Äste, verströmt leichten Duft. Nicht schlecht.

Überhaupt ist Duft das Stichwort. Die ganze Ortsstraße entlang, an der vor jedem zweiten Haus Bäume angeboten werden, locken Stände mit Leckereien. Wir entscheiden uns für ein weihnachtliches Chili – und während aus den Boxen „Driving Home For Christmas“ dudelt, haben wir uns auch schon in ein Gespräch über Plätzchenrezepte verstrickt. Noch schnell ein bisschen Natur-Kunsthandwerk von „Madame Gestrüpp“, alias Barbara Wohlgemuth aus Erdmannhausen, dann geht’s auch schon zurück ins Auto – ohne Baum.

Feen-Zucker

Wer auf die Burg Stettenfels zum Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt will, der muss sich am Nachmittag einreihen in die Schlange am Eingang zwischen bunten Kindermützen und gewandeten Wikingern. Die Bad Wimpfener Stauferwache patrouilliert vor den Burgtoren – und auch wir müssen uns erst einmal im Innern wieder aufwärmen. Seifen und Gewürze gibt es hier zu kaufen neben Schmuck und Mittelalter-Mode. Ein bisschen Feen-Zucker oder Zauber-Salz? „Die kann man mischen, wie man möchte“, sagt Sabine Feßler, Händlerin aus Winnenden. Ihren Hexenzucker lässt sie uns gleich probieren: Orangenstücke, Pfeffer und Anis sind nur ein paar der Zutaten, die einen Weihnachtsgeschmack auf der Zunge hinterlassen.

Mit warmem Met und Glühwein aus Tonbechern wird uns dann richtig warm – und wir beobachten das bunte Treiben. Eine Gruppe Wikinger zieht an uns vorbei. Einer von ihnen ist Jürgen Conradi aus Wendlingen. Er ist in Begleitung dreier gewandeter Damen unterwegs. Und heute nur mit dem stolzen Namen „Thore Graubart“ ansprechbar. Bevor wir uns auch noch Brünhild nennen, setzen wir lieber die Segel.

Letzte Gelegenheit zum Besuch des Altdeutschen Weihnachtsmarkts

Am letzten Weihnachtsmarkt-Wochenende weht noch einmal Glühweinduft durch die urigen Gassen Bad Wimpfens. Darunter mischt sich der Geruch von Bratapfel und Lebkuchen. Uns läuft das Wasser im Mund zusammen. Auch Jochen Großkopf, Amtsleiter und Marktmeister, ist im bunten Treiben unterwegs. Wegen des unbeständigen Wetters sei es 2017 nicht ganz einfach gewesen, erzählt er uns. „Aber die Gäste lassen sich nicht abhalten von ein bisschen Regen und Schnee.“

Wer nicht mit dem Auto kommen wollte, ist mit der Stadtbahn angereist. Das italienische Dorf hätte die Besucher begeistert, ebenso wie das Programm mit Konzerten oder der Besuch des Nikolaus. „Die Händler sind zufrieden“, weiß Großkopf. Der Charme des Marktes sei längst kein Geheimnis mehr. Deshalb sei auch sofort ein Stand mit Schmuck und Bildern nachgerückt, als klar war, dass ein Drechsler ausfällt.

 


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