Weinsberg diskutiert über Wahlwerbung

Weinsberg  Letzte Möglichkeit vor der Bürgermeisterwahl im Februar: Kandidaten haben im Nachrichtenblatt Anzeigen geschaltet. Auch einige Stadträte beziehen im Amtsblatt klar Position. Während sich eine Fraktion über eine Unterstützer-Anzeige wundert.

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Weinsberg diskutiert über Wahlwerbung

Der Verwaltungssitz in Weinsberg: Am 2. Februar entscheiden die Wähler über ihren Bürgermeister. Drei Männer wollen den Chefposten im Rathaus haben, der Wahlkampf läuft auf Hochtouren.

Foto: Archiv/Gajer

In der Stadt wird rege über die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenblatts diskutiert: Weinsberger wundern sich, dass zwei Wochen vor der Wahl noch Anzeigen für die Bürgermeisterwahl abgedruckt werden. Neben Annoncen der Kandidaten Stefan Thoma und Lutz Ronneburg ist auch eine halbseitige Anzeige abgedruckt, in der sich unter anderem Stadträte und bekannte Bürger für eine Wiederwahl des Bürgermeisters aussprechen.

Der Gemeinderat regelt die Anzeigen im Nachrichtenblatt

Der Gemeinderat der Stadt Weinsberg hat sich im Herbst 2016 mit dem sogenannten Redaktionsstatut befasst. Darin ist geregelt, wie Anzeigen von Bewerbern veröffentlicht werden: Zugelassen sind maximal drei Anzeigen für Bürgermeisterwahlen sowie maximal eine Beilage je Wahl. Im Statut steht: "In den zwei Ausgaben des Nachrichtenblatts vor der jeweiligen Wahl dürfen keine Anzeigen und Beilagen mehr aufgegeben werden." Die aktuelle Ausgabe ist demnach die letzte, in der Veröffentlichungen möglich sind.

Das Rathaus hat den Verlag auf die Regeln hingewiesen. "Wir haben im Vorfeld alles besprochen", sagt Verwaltungsmitarbeiterin Petra Sabatino.

Stadträte und bekannte Weinsberger unterstützen Stefan Thoma

Unter der Überschrift „Wir stehen hinter unserem Bürgermeister“ steht die halbseitige Anzeige. „Bei einem Gespräch mit mehreren Teilnehmern entstand die Idee, ich habe diese anschließend organisiert“, sagt Georg Susset.

Zu den Unterzeichnern gehört CDU-Fraktionssprecher Uwe Grobshäuser, der zudem der zweite stellvertretende Bürgermeister ist. Er sei von Susset angesprochen worden, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung. Susset habe Wert darauf gelegt, dass eine solche Werbung nicht von Seiten einer Fraktion oder Partei organisiert werde. „Ich habe meinen Namen gern hergegeben, da ich Stefan Thoma für einen hervorragenden Bürgermeister halte“, sagt Grobshäuser.

Das Vorgehen wundert die ABW-Fraktion

Wahlkampf auf dem Wochenmarkt

Die Kandidaten für den Bürgermeisterposten werben für sich auf dem Weinsberger Wochenmarkt. Der Wahlkampf läuft - auch mit einem ganz ungewöhnlichen Ansatz. >>Weiterlesen

Die Anzeige hat ABW-Fraktionsvorsitzende Karin Fuchs überrascht. Sie und ihre Ratskollegen seien "nicht angesprochen worden". Ihre Fraktion habe ohnehin beschlossen, dass sie sich neutral verhalte. Wäre sie für eine Unterstützer-Anzeige gefragt worden, hätte sie abgelehnt.

Im Vorfeld der Wahl am Sonntag, 2. Februar, können sich die Kandidaten bei einer städtischen Veranstaltung in der Weibertreuhalle präsentieren - Mittwoch, 22. Januar, ab 19.30 Uhr. Der Gemeinderat hat Regeln aufgestellt: Die Bewerber werden sich in der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbungen vorstellen. Die Redezeit der einzelnen Bewerber ist auf maximal 25 Minuten begrenzt. Nach der Vorstellungsrede können Fragen zur Person gestellt werden. "Weitergehende Fragen oder eine Diskussion sind nicht zugelassen", so das Rathaus in einer Ankündigung.

 

Diskussionsabend der Stimme

Am Dienstag, 28. Januar, ab 19 Uhr fragen Redakteure beim Stimme-Forum bei den Kandidaten Stefan Thoma und Lutz Ronneburg nach. Auf den Stimmzetteln steht zudem Dauerkandidat Samuel Speitelsbach. Die Redaktion hakt auch zu Themen nach, die von unseren Lesern kommen. Fragen bitte bis Montag, 27. Januar, 12 Uhr, senden an: simon.gajer@stimme.de.

 

Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen in Neckarsulm, Ilsfeld, Untereisesheim und Weinsberg.

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