Weinbauschule veredelt ihren Forschungszweig

Weinsberg  Bauleute haben der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg am Donnerstag die Krone aufgesetzt. Im Rahmen des Richtfests wurde die Fertigstellung des Rohbaus für das neue Labor und Analytikzentrum gefeiert.

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Unter der Richtkrone versammelt: Bürgermeister Stefan Thoma, Frank Berkenhoff von der Bauverwaltung und Dieter Blankenhorn, Direktor des LVWO (v. l.).

Foto: Jörg Kühl

In dem Neubau könne der Dreiklang Bildung, Forschung und Praxis − Markenzeichen der Weinsberger Einrichtung − besser umgesetzt werden, sagte Direktor Dieter Blankenhorn. Der Laborneubau der Analytik werde für die Fortbildung zum Techniker für Weinbau und Oenologie, für den Vorbereitungslehrgang zum Küfermeister, für den neuen dualen Studiengang Wein-Technologie-Management benötigt.

Wie Blankenhorn erläuterte, können in dem neuen Labor Inhaltsstoffe analysiert sowie chemische und mikrobiologische Prozesse kontrolliert und gesteuert werden. Weitere Handlungsoptionen sind die Qualitätskontrolle und die Überprüfung von Grenzwerten.

Der Neubau aus der Feder des Architekturbüros Birk, Heilmeyer und Frenzel fügt sich architektonisch in eine Reihe ambitionierter und vielbeachteter Bauwerke der jüngeren Zeit auf dem Gelände der Weinbauschule ein. 1999 eröffnete die Vinothek (Mattes Riglewski), 2002 die Kellerei (Frank Becker, Vermögen und Bau Heilbronn) sowie 2008 das Sensorik-Studio (Matthias Müller Heilbronn).

Der stellvertretende Leiter des Landesbauamts am Standort Heilbronn, Frank Berkenhoff, verriet zum aktuellen Bauvorhaben Details: So wird die Fassade aus unterschiedlich langen flachen Ziegeln ausgeführt. Deren Material sowie die schichtige Anordnung sollen an die tonig-lehmigen Mergel-Böden im Heilbronner Weinbauland erinnern.

Die Laboreinrichtungen werden in der Mitte des Gebäudes sein. Darum herum gruppieren sich Seminar- und Praxisräume, Büros und andere Funktionseinheiten. Mit rund 720 Quadratmetern Nutzfläche und etwa 5700 Kubikmeter umschlossenem Raum sei das Gebäude nicht allzu groß. "Aber es hat es in sich. Im Grunde ist es ein Hochtechnologielabor, umschlossen von ein paar Wänden mit Dach", schwärmt Berkenhoff.

Bürgermeister Stefan Thoma wertete den Neubau als Profilierung des Forschungsstandorts Weinsberg. In der Vergangenheit habe sich die staatliche Weinbauschule vor allem als praxisbezogene Lehrstätte einen guten Namen gemacht. Jetzt werde in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden Württemberg der wissenschaftliche Aspekt gestärkt. Günter Bäder, 1995 bis 2017 Direktor der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt, bezeichnete den Neubau als einen Meilenstein für die Weinsberger Bildungseinrichtung.

Baubeginn war im Mai vorigen Jahres, mit der Einweihung wird im dritten Quartal 2021 gerechnet. Die Baukosten betragen rund 6,2 Millionen Euro plus einem Risikobudget in Höhe von rund 800.000 Euro. Das Land Baden-Württemberg stellt die Mittel ohne Förderung bereit.

Der Neubau der Analytik war notwendig geworden, weil sich die bisherigen Laboreinrichtungen in einem Bestandgebäude befinden, das technisch und wirtschaftlich nicht zum modernen Hochtechnologie-Labor umgerüstet werden konnte.

 


Jörg Kühl

Jörg Kühl

Autor

Jörg Kühl arbeitet seit 2020 als Redakteur der Heilbronner Stimme.

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