Untergruppenbach bekommt einen Waldkindergarten

Untergruppenbach  Der neue Waldkindergarten in Untergruppenbach soll schon im Spätsommer öffnen. Drei- bis Sechsjährige werden in der kommunalen Einrichtung bis mittags betreut. Derzeit laufen die Planungen.

Von Vanessa Müller
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Untergruppenbach bekommt Waldkindergarten

Untergruppenbach bekommt einen Waldkindergarten. "Das Thema Natur geht in unserer schnelllebigen Zeit viel zu sehr verloren", findet Bürgermeister Andreas Vierling, der die Idee zu der "Naturkita", so die offizielle Begrifflichkeit, schon seit seiner Zeit als Hauptamtsleiter in Gundelsheim mit sich herumträgt. Auch an seiner neuen Wirkungsstätte in der Stettenfelsgemeinde war die Eröffnung immer mal wieder Thema - und so habe er beim Gemeinderat offene Türen eingerannt.

Der segnete die Pläne der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung einstimmig ab. Bereits zum Start des neuen Kindergartenjahres im Spätsommer soll die Einrichtung bei der Lutz-Siegel-Hütte für Ü3-Jährige dann in Betrieb gehen.

"Der Bedarf ist da", weiß der Rathauschef. Die kommunalen Einrichtungen in Untergruppenbach seien gut ausgelastet, in der Halbtagsbetreuung allerdings mehr Plätze nachgefragt. Das soll sich nun verbessern.

Weiterer Baustein im Betreuungsportfolio

Untergruppenbach bekommt Waldkindergarten

Das ist der Waldkindergarten in Möglingen. Ähnlich könnte die Einrichtung in Untergruppenbach aussehen − allerdings ohne Schafe. Im Bauwagen soll Platz zum Spielen bei schlechtem Wetter sein.

Fotos: Vierling

"Ähnliche Einrichtungen in der Umgebung haben lange Wartelisten", ergänzt er. Denn einen Waldkindergarten hat nicht jede Kommune. Der nächste ist in Heilbronn. Die Waldwichtel befinden sich allerdings in Trägerschaft eines Vereins, nicht in der der Stadt. In Möglingen hat sich Vierling die Knallfrösche angesehen, eine Naturkita, nach deren Vorbild auch die Einrichtung in Untergruppenbach entstehen könnte.

Die Vorteile liegen für den Bürgermeister klar auf der Hand. Nicht nur, dass die Kommune ihr Betreuungsportfolio mit dem Waldkindergarten um einen weiteren Baustein erweitert. "Man kann so auch schnell und günstig Plätze schaffen", erklärt der Rathauschef. "Wobei das nicht bedeutet, dass wir eine Sparversion planen." Er rechnet mit Kosten von 60.000 Euro.

Darum ist das Areal gut geeignet

Das Areal sei gut erreichbar, denn in der näheren Umgebung befinden sich die Burg Stettenfels, die Lutz-Siegel-Hütte, der Schäferhundeverein und einige Wochenendhäuser. Parkplätze sind ebenfalls bereits vorhanden. "Dort ist eine helle Lichtung, auf die wir einen Bauwagen für die Kinder stellen können." Rund 30 Quadratmeter soll dieser groß sein und den Jungen und Mädchen zum Beispiel Unterschlupf bieten, wenn das Wetter nicht mitspielt. Außerdem werden noch sanitäre Anlagen gebaut.

"Es wird zwar nicht vorgeschrieben, aber wir wollen auch Leitungen für Strom und Wasser verlegen", sagt Vierling. Denn weil nebenan die Wochenendhäuser stehen, ist das recht einfach zu bewerkstelligen. "Wenn es im Winter minus zehn Grad kalt ist, können die Erzieherinnen zum Beispiel kurzzeitig eine Elektroheizung anschließen."

Keine Natur zerstören

Untergruppenbach bekommt Waldkindergarten

Das ist der Waldkindergarten in Möglingen. Ähnlich könnte die Einrichtung in Untergruppenbach aussehen − allerdings ohne Schafe. Im Bauwagen soll Platz zum Spielen bei schlechtem Wetter sein.

Fotos: Vierling

Die Jungen und Mädchen dürfen unter der Aufsicht von Hausleitung, pädagogischer Fachkraft und einer Aushilfe - etwa einer Anerkennungspraktikantin - auf rund 250 Quadratmetern Natur toben. Einen Waldspielplatz gibt es vor Ort bereits, ihn können die Kinder ebenfalls nutzen. Der Vorteil: Die Gemeinde überprüft diesen Teil des Waldes wegen der Spielgeräte sowieso schon besonders gut auf Totholz in den Bäumen, damit nichts herunterfällt und jemanden verletzt.

Die Lutz-Siegel-Hütte, die die Gemeinde für Veranstaltungen vermietet, stehe 80 Prozent der Zeit leer, weiß Vierling. "Warum sollte der Waldkindergarten sie bei Unwetter nicht ebenfalls nutzen?" Auch sonst sei die Lichtung perfekt für den Waldkindergarten, bekräftigt der Rathauschef. Schon allein dadurch, dass es sie bereits gebe. "Wir zerstören keine Natur, sondern nutzen das, was schon da ist."

Es gibt 20 Plätze

Den neuen Waldkindergarten können 20 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren besuchen. Geöffnet ist von 7.30 bis 13.30 Uhr. Sowohl der Kommunalverband für Jugend und Soziales als auch das Forstamt bestätigten die gute Umsetzbarkeit der Planungen, sagt Andreas Vierling. Gesundheitsamt und ein Sicherheitsbeauftragter müssen noch ihr Okay geben.

 

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