Spatenstich für Edeka in Untergruppenbach

Untergruppenbach  Der Edeka am Zubringer in Untergruppenbach öffnet voraussichtlich im Sommer 2020. Nach sieben Jahren Planungszeit fand Mittwochnachmittag der Spatenstich für den neuen Vollsortimenter mit Bäckereicafé und dm-Drogeriemarkt statt.

Von Vanessa Müller

Spatenstich für Edeka in Untergruppenbach

Beim Spatenstich (von links): Andreas Vierling, Steffen Ueltzhöfer, Friedlinde Gurr-Hirsch und Rudolf Matkovic.

Foto: Tina Schulze

Dass Untergruppenbach einen Vollsortimenter braucht, darüber wird im Ort schon lange geredet. 2012 fasste der Gemeinderat dann den Grundsatzbeschluss für eine Ansiedlung. Am Mittwochnachmittag, sieben Jahre später, war Spatenstich für den neuen Edeka an der Landesstraße Mit dabei waren unter anderem Gremiumsmitglieder sowie Altbürgermeister Joachim Weller, Anwohner, Architekten und Planer.

"Für Außenstehende ist es nicht immer nachvollziehbar, warum etwas so lange dauert", sagte Bürgermeister Andreas Vierling in seiner Ansprache. Doch vom städtebaulichen Konzept über Grunderwerb, baurechtliche Hürden bis hin zu unzähligen Gutachten sei einiges zu erledigen. Was die Sicht und den Lärmschutz angehe, sei Edeka den Anwohnern sehr entgegengekommen. "Auch die Verwaltung hat viele Jahre Arbeit investiert, es war ein langer und steiniger Prozess." Jetzt können die Bagger rollen. "Ich denke, dass wir Richtung Juni 2020 eröffnen", freute sich Marktbetreiber Steffen Ueltzhöfer.

So groß wird der Markt

Der Markt sei etwas kleiner als die beiden in der Nachbarstadt Heilbronn. "Aber das Sortiment wird ähnlich sein. Regional, ökologisch, authentisch - so versuchen wir anzutreten." Ueltzhöfer betreibt außerdem Edeka-Märkte in Oedheim, Neuenstadt und Ellhofen. Die Anbindung an die Landesstraße und in den Ort machten den neuen Standort besonders attraktiv. Es gebe aber auch persönliche Bezüge zu Untergruppenbach. "Einer der Gemeinderäte war mein Lehrer im Wirtschaftsgymnasium in Heilbronn", erinnerte sich Ueltzhöfer. "Außerdem habe ich einige Jahre in Donnbronn gelebt. Das sind gute Voraussetzungen für eine regionale Bindung."

Rudolf Matkovic, Geschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Südwest, fasste Daten und Fakten zusammen. Die Gesamtverkaufsfläche für Backwaren, Lebensmittel sowie Getränke beträgt 1500 Quadratmeter. Inklusive Lager, Büro und Leergutflächen sind es 2175 Quadratmeter. Edeka schafft 50 Arbeitsplätze, rund fünf Azubis stellt das Unternehmen ein. Die Investitionssumme liegt bei zwölf Millionen Euro. "Früher hat die Planung für einen neuen Markt zwei bis drei Jahre gedauert, heute sind acht bis neun schon fast Normalität, auch bei den Mitbewerbern", spielte er auf die lange Zeit bis zur Realisierung an.

Der neue Drogeriemarkt, der ebenfalls auf dem Gelände entsteht, hat eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern, auf Nebenflächen inklusive Lager entfallen 150 Quadratmeter. 15 neue Arbeitsplätze entstehen. "Ich denke, wir werden im Juni beziehungsweise Juli eröffnen", sagte Sascha Garnik, Bereichsleiter Expansion bei dm, bei der anschließenden Feier.

Der Regionalität verbunden

Spatenstich für Edeka in Untergruppenbach

So sieht der Entwurf für Vollsortimenter und Drogeriemarkt aus. Es soll auch ein Café mit Sitzplätzen im Freien entstehen.

Visualisierung: privat

Der Standort für Drogeriemarkt und Vollsortimenter sei ideal, erklärte Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) und Untergruppenbacherin Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU). "Ich hoffe, dass neben den Menschen aus dem Ort auch viele Kurzentschlossene hier stoppen."

Die Landesregierung sei ebenfalls glücklich über die Neuansiedlung. "Wir haben eine enge Partnerschaft mit Edeka, denn das Unternehmen ist stark der Regionalität verbunden." So sitze Steffen Ueltzhöfer im Beirat des Siegels "Qualitätszeichen Baden-Württemberg". Bei den gekennzeichneten Produkten handele es sich um Lebensmittel in ausgezeichneter Qualität mit nachvollziehbarer Herkunft. Träger des Zeichens ist das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das MLR.

Befürchtungen und Verkehr

Geschäftsinhaber aus der Ortsmitte befürchteten bei Bekanntwerden der Baupläne, dass sie Kunden verlieren. Nicht zuletzt wegen der Verkehrsführung. "Ohne Zufahrt vom geplanten Edeka-Parkplatz in den Ort schlendert keiner mehr durch und kauft bei uns ein", so die Sorge.

Tatsächlich soll die Zufahrt zum Edeka hauptsächlich über die Landesstraße laufen. Es gibt eine Rechtsabbiegespur aus Richtung Autobahnanschluss, eine Linksabbiegespur aus Richtung Heilbronn und zwei separate Ausfahrtspuren. Wer von der L 1111 kommt, parkt auf einem Areal mit rund 120 Stellflächen. Es ist mit Findlingen von einem kleineren Platz mit 20 Parkflächen abgetrennt. Ihn erreicht man innerorts vom Mühlweg aus. "Wir wollen keinen Schleichweg über das Edeka-Gelände schaffen", erklärt Andreas Vierling. Fußgängern und Radfahrern steht auch der Weg über Happenbacher Straße und Entenstraße offen. Danach queren sie einen Steg über den Bach.

 

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