Reaktionen auf die Bewerber für die Bürgermeisterwahl

Weinsberg  Drei Männer stehen am 2. Februar auf den Stimmzetteln bei der Weinsberger Bürgermeisterwahl. Es gibt unterschiedlichste Einschätzungen und Erwartungen. Bürger, ein Sportfunktionär und ein ehemaliger Politiker äußern sich zu ihren Vorstellungen.

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Drei Kandidaten für Weinsberg: Reaktionen vor Bürgermeisterwahl

Wer wird Chef im Rathaus? Anfang Februar entscheiden 9500 Wahlberechtigte über das Amt des Bürgermeisters. Erzielt am 2. Februar kein Kandidat die absolute Mehrheit, gibt es eine Neuwahl am 16. Februar − weitere Bewerbungen sind hier möglich.

Knapp 9500 Weinsberger sind am 2. Februar aufgerufen, einen Bürgermeister zu wählen. Amtsinhaber Stefan Thoma strebt eine dritte Amtszeit in der 12.300-Einwohner-Stadt an, außerdem steht Dauerkandidat Samuel Speitelsbach auf den Stimmzetteln. Dritter Bewerber ist Betriebswirt Lutz Ronneburg aus Tamm, der in der Finanzbrache tätig ist. Die Reaktionen aus der Stadt fallen unterschiedlich aus.

Weinsberger suchen Gegenkandidaten

Amtsinhaber Stefan Thoma hat Gegenwind aus Weinsberg bekommen. Der Staatsanzeiger gilt als das Organ im Land, um Bürgermeister zu finden. Deshalb werden dort die Stellen ausgeschrieben. Neben dem offiziellen Hinweis der Stadt auf die Wahl haben zwei Gruppen aus Weinsberg eigene Annoncen bezahlt, um Bewerber für den Posten zu gewinnen. Hinter einer Anzeige steht Carsten Richter, der dem Bürgermeister kritisch gegenübersteht und langjähriger Stadtrat war. Nach Bewerberschluss war er für eine Einschätzung nicht zu erreichen.

Eine Anzeige bleibt anonym

Eine zweite Anzeige war anonym, nur eine Chiffre-Nummer war hinterlegt. Hinter dieser Werbung stehen zwölf Einwohner der Kernstadt und einiger Ortsteile, die namentlich nicht genannt werden wollen. Beim Amtsinhaber vermisst die Gruppe unter anderem die Visionen für die Stadt. Auf die Stellenanzeige hätten sich mehrere Personen gemeldet, darunter auch zwei, die aus Sicht der Gruppe geeignet gewesen wären.

Allerdings hätten die Bewerber Unterstützung aus dem Gemeinderat gefordert. Die Gruppe hofft, dass bei der Wahl am 2. Februar kein Bewerber die erforderliche absolute Mehrzahl der Stimmen erhält. Sie setzt stattdessen auf die Neuwahl, zu der sich weitere Kandidaten melden können und dann offiziell auf den Stimmzetteln stehen.

Das sagt ein Sport-Funktionär

"Ein relativ unbedeutender Dauerkandidat" und ein "seriöser Gegenkandidat": So bewertet Dieter Wenger, Ansprechpartner des vereinsübergreifenden Sport-Netz Weinsberg, das Bewerberfeld. "Weinsberg ist eine attraktive Stadt", betont er. Die Einwohnerzahl nehme zu, junge Familien kämen. "Die Herausforderungen sind groß." Keine Überraschung ist es deshalb für Dieter Wenger, dass es neben Thoma weitere Kandidaten gibt. Er hatte aber erwartet, dass jüngere Bürgermeister aus kleineren Orten nach Weinsberg wollen. Durch die weiteren Bewerber hofft er, dass sich in der Verwaltung wieder mehr bewegt. "Ich vermisse den Schwung." Ein wichtiges Thema ist aus Sicht der Klubs ein großes Sportzentrum, sagt er.

Reaktionen aus der Kommunalpolitik

Heinz Nitsche, der 26 Jahre im Gemeinderat war und bei der Kommunalwahl 2019 aufhörte, sieht die Politik in der Verantwortung: Das Problem der Dauerbewerber müsse sie lösen. Für ihn hat Thoma "gute Arbeit" geleistet. Ein Kandidat, der nicht vom Fach sei, müsse sich erst im Rathaus einfinden.

Zu den wichtigen Themen gehört aus Sicht des Kommunalpolitikers der Wohnungsbau. Es sei für Weinsberg aber schwierig, neue Gebiete auszuweisen. Die innerstädtische Entwicklung komme voran, sagt Nitsche. Eine große Rolle spiele der Verkehr: Dem Lärmschutz an der A6 müsse man sich zuwenden, Abgase dürfe man nicht vernachlässigen. Schulen müssten saniert, die Kinderbetreuung müsse ausgebaut werden. Auch die Vereine bräuchten Unterstützung.


Die Heilbronner Stimme hakt bei Kandidaten nach

Wohin soll sich Weinsberg aus Sicht von Stefan Thoma und Lutz Ronneburg entwickeln? Wo liegen die Unterschiede dieser Kandidaten? Darum geht es beim Stimme-Forum vor der Bürgermeisterwahl, das am Dienstag, 28. Januar, um 19 Uhr in der Weibertreuhalle beginnt. Fragen an die Bewerber können bis zum 27. Januar, 12 Uhr, an simon.gajer@stimme.de gemailt werden. Die Stimme gibt jenen Kandidaten eine Plattform, die sich gezielt für Weinsberg interessieren. Samuel Speitelsbach hat als Dauerkandidat schon in vielen Orten versucht, den Rathausposten zu bekommen.

 
 

Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen in Neckarsulm, Ilsfeld, Untereisesheim und Weinsberg.

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