Otter sind die neuen Stars in Tripsdrill

Cleebronn  Zwei Europäische Fischotter ziehen ins Naturparadies Tripsdrill. Ob sich das junge Otterpaar dort so wohlfühlt, dass es in ein paar Jahren Babys gibt? Die Tiere sind in Deutschland vom Aussterben bedroht.

Von Wolfgang Müller

Otter sind die neuen Stars in Trippsdrill

Die scheuen Fischotter sind erst ein paar Tage in Tripsdrill und müssen sich langsam an ihre neue Heimat gewöhnen. Aber den einen oder anderen neugierigen Blick wagen sie schon.

Foto: Ekkehart Nupnau

 

Knapp einen Meter lang, rund zwölf Kilogramm schwer, dazu neugierige braunen Knopfaugen und rund 60 Millionen Haare: Das Wildparadies Tripsdrill hat Zuwachs bekommen. Ein Paar Europäische Fischotter haben zwischen Hirschen, Auerochsen und Wildschweinen Quartier bezogen in ihrem rund 1000 Quadratmeter großen Freigehege.

In den 200 Quadratmeter großen Wasserbecken können sie auf Tauchstation gehen. "Fischotter haben keine Kiemen", sagt der Sprecher des Wildparkparadieses, Birger Meierjohann. "Aber sie können schon ein paar Minuten unter Wasser bleiben."

In Tripsdrill hofft man auf Otterbabys

Europäische Fischotter sind sehr selten. In Deutschland seien sie vom Aussterben bedroht, sagt Meierjohann. Zwar kämen diese Tiere vereinzelt auch in Baden-Württemberg vor. Aber selbst in Mecklenburg-Vorpommern und in Niedersachsen, wo die Fischotter die größten Populationen aufwiesen, "bekommt man sie in freier Natur nur sehr selten zu Gesicht", sagt Meierjohann.

So schlägt das Wildparadies Tripsdrill im südlichen Landkreis Heilbronn zwei Fliegen mit einer Klappe. Die beiden Europäischen Fischotter sind einerseits für die Besucher eine neue Attraktion. Andererseits hofft Tripsdrill-Geschäftsführer Andreas Fischer auf Nachwuchs von dem etwa 14 Monate jungen Paar, das aus einem unterfränkischen Naturpark stammt. Fischotter sind mit zwei Jahren geschlechtsreif. "Wir hoffen, dass wir in der übernächsten Saison auch züchten können", sagt Freizeitpark-Sprecher Müllerjohann.

Für die Tierpfleger steht jetzt Arbeit an

Bis es soweit ist, steht für die Tierpfleger aber noch jede Menge Arbeit an. Denn Otter sind scheue Tiere. Aber eben auch intelligent. "Sie müssen beschäftigt werden, sonst können sie Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legen", sagt Tierpfleger Benedict Stirblies. Für seinen Kollege Michael Kovacs geht es in den kommenden zwei bis drei Wochen erst einmal darum, eine Vertrauensbasis aufzubauen.

Kovacs hat bereits in Krefeld sieben Jahre lang mit Fischottern gearbeitet. "Wir werden uns mindestens eine bis anderthalb Stunden am Tag mit den Tieren beschäftigen müssen." Ein Ziel ist es, dass sich die Tiere von den Pflegern anfassen lassen. "Das ist wichtig, wenn sie krank sind und ein Tierarzt kommen muss", sagt Kovacs.

Das naturnahe Gehege bietet den Ottern auch Rückzugsgebiete. Etwa im neu gebauten Stall oder in einer der künstlich angelegten Höhlen. In der nächsten Saison hofft Geschäftsführer Andreas Fischer auf Show-Fütterungen. Dazu kommen soll auch noch eine Rutsche für die Otter.

Um das Füttern und das Spielen der Otter möglichst gut beobachten zu können, steht den Besuchern des Freizeitparks ein rund 50 Quadratmeter großes Holzpodest zur Verfügung. Von dort aus haben sie einen guten Einblick in das Gehege der neuen Bewohner.

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