Neue Schule: Neckarsulm ist mit Anmeldezahlen zufrieden

Region  Eltern von Viertklässlern mussten sich entscheiden, auf welche weiterführende Schule das Kind nach den Sommerferien geht. Der Anmeldetermin ist vorbei, mit großem Interesse hat vor allem Neckarsulm auf die Entscheidung der Eltern gewartet. Grund: Dort nimmt die neue Verbundschule erstmals Fünftklässler auf.

Email

Concept back to school. Full turquoise School Backpack with stationery on table. Banner.

Foto: zaikina/stockadobe.com

Die Schulleiter im nördlichen Verbreitungsgebiet wollen sich zu den konkreten Zahlen nicht äußern, sie dürfen es nach eigenen Angaben auch gar nicht. Wir haben trotzdem ein Stimmungsbild zusammengestellt.

Werbung für Verbundschule

Die Stadt Neckarsulm hat in den zurückliegenden Wochen für die neue Verbundschule geworben, die nach den Sommerferien Kinder im Bereich Realschule, Gemeinschaftsschule und Werkrealschule unterrichtet. "Die Anmeldezahlen sind ganz ordentlich", sagt Marco Haaf, der kommissarisch die Verbundschule leitet und Direktor des Albert-Schweitzer-Gymnasiums ist. Näheres sagt er nicht.

Mit der Verbundschule, die langfristig sogar ein neues Gebäude erhält, will die Stadt auf die Schulentwicklung reagieren. Die weiterführenden Schulen in Obereisesheim und Amorbach laufen deshalb in den nächsten Jahren aus, dorthin kann kein Fünftklässler mehr nach den Sommerferien wechseln. Hinzu kommt der Ansturm auf die Hermann-Greiner-Realschule, die erhalten bleibt. Mit der Verbundschule gibt es nun ab Herbst zwei Realschulstandorte in der Stadt. Zufrieden ist Haaf mit den Zahlen fürs Gymnasium: "Es gab keine Überraschungen."

Einige Anmeldungen fehlen

Allerdings ist es für Neckarsulm zu früh, um endgültige Zahlen zu nennen. "Es fehlen noch einige Eltern, die sich nicht gemeldet haben", sagt Marco Haaf. Deren Kinder könnten derzeit beispielsweise beraten werden. Ähnlich äußert sich Dr. Roland Berger, der die Hermann-Greiner-Realschule leitet: "Die Corona-Problematik schlägt auch auf den Anmeldeprozess durch." Da dieser nicht abgeschlossen sei, könne er keine Zahlen nennen. "In der Summe werden sich die Zahlen für die Hermann-Greiner-Realschule voraussichtlich im erwarteten Bereich bewegen."

Im Eduard-Mörike-Gymnasium in Neuenstadt ist Schulleiter Martin Mutz sehr zufrieden. Die fünften Klassen werden im kommenden Schuljahr "stabil dreizügig" starten. Mutz liegen mehr Anmeldungen vor als für das Schuljahr 2019/20. Da waren es 64, und es konnte gerade so dreizügig gestartet werden, erläutert der Schulleiter. An der Helmbundschule in Neuenstadt sind die Anmeldezahlen ebenfalls "sehr erfreulich", teilt Schulleiter Erik Rau mit. Das gelte für beide Arten des Schulverbunds. Es werden fünf Klassen gebildet.

Am Friedrich-von-Alberti-Gymnasium in Bad Friedrichshall gibt es keine "Schülersenkungen", sagt Schulleiter Oliver Klis. "Es ist alles im erwarteten Rahmen."

Zwei fünfte Klassen an Realschule in Möckmühl

Der Jagsttal-Schulverbund in Möckmühl hatte gehofft, dass die Realschule mit drei fünften Klassen starten kann. Am Ende seien es zwei geworden, sagt Rektor Peter Beyer. In der Werkrealschule wird es nach den Sommerferien eine fünfte Klasse geben. Das deckt sich mit den Vorjahren: Die Realschule habe in der Regel zwischen zwei und drei Zügen, die Werkrealschule bis zu zwei. Erneut zweizügig starten die Fünfer am benachbarten Jagsttal-Gymnasium, sagt Direktor Marcus Dunke. Wie auch an anderen weiterführenden Schulen merkt der Standort Möckmühl das Verhalten einiger Eltern, die sich nicht an die Grundschulempfehlung halten: Am Gymnasium bedeutet das, dass 25 Prozent der fürs kommende Schuljahr angemeldeten Fünfer keine Empfehlung für ein Gymnasium haben, sagt Dunke. Ähnliche Erfahrungen macht Schulverbunds-Rektor Peter Beyer: "Wir merken den Trend zu einem höheren Abschluss."

Im Realschulbereich der Horneckschule in Gundelsheim starten die Fünfer zweizügig. "Die Anmeldezahl ist ungefähr gleich wie in den vergangenen Jahren", erklärt Schulleiter Joachim Blaesse. "Es schwankt immer in einem Bereich von 35 bis 45 Schülern."

Niemand muss abgewiesen werden

Wie sich die Anmeldezahlen entwickeln. lässt sich im Vorhinein nicht gut abgeschätzt, erklärt Josef Knoblauch, Schulleiter des Hohenstaufen-Gymnasiums in Bad Wimpfen. Für das kommende Schuljahr rechne er damit, drei fünfte Klassen zu bilden. Eine genaue Zahl will Knoblauch nicht nennen, er sei aber sehr zufrieden. "Abweisen muss ich glücklicherweise niemanden." Im Schuljahr 2019/20 hatte die Schule vier fünfte Klassen, die Jahre zuvor drei.

 


Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

Kirsi-Fee Rexin

Kirsi-Fee Rexin

Autorin

Kirsi-Fee Rexin begann im Jahr 2014 ein Volontariat bei der Heilbronner Stimme. Seit 2016 ist sie als Redakteurin im Ressort Landkreis hauptsächlich für Kommunen im nördlichen Landkreis zuständig. 

Kommentar hinzufügen