Neckarsulm testet zwei Express-Bus-Verbindungen in Gewerbegebiete

Neckarsulm  Start am Bahnhof Neckarsulm: Die Linien sollen Arbeitnehmer zum Stiftsberg, Trendpark und Trendpark Süd bringen. Die Kosten liegen bei 212.000 Euro.

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Die Stadt Neckarsulm stärkt den Öffentlichen Personennahverkehr: Ab Oktober fahren Busse zu den Hauptverkehrszeiten in Gewerbegebiete.

Foto: Simon Gajer

Der Gemeinderat bringt zwei neue Stadtbus-Linien auf den Weg. Das Neckarsulmer Gremium hat beschlossen, dass die Verbindungen ab Oktober ein Jahr lang getestet werden. Die Kosten liegen bei 212 000 Euro.

"Wir machen das mal für ein Jahr", sagte Oberbürgermeister Steffen Hertwig. Er erhofft sich davon auch, dass die Innenstadt gestärkt wird. Das sagte er in der Sitzung, die wegen des Coronavirus in die Ballei verlegt worden war. Damit die Zusammenkunft möglichst kurz wird, verzichteten die Stadträte auf Stellungnahmen.

Das Verkehrsaufkommen belastet die Stadt

Der Verkehr durch Neckarsulm ist ein drängendes Thema. Im Zusammenhang mit der geplanten B27-Anschlussstelle Binswanger Straße hatte auch die Verwaltung stets betont, dass man nicht nur neue Straßen bauen, sondern unter anderem den Öffentlichen Personennahverkehr ausbauen wolle.

Das erklärte Ziel ist es in der Stadt, dass weniger Arbeitnehmer allein mit ihrem Auto ins Geschäft fahren sollen. Für sogenannte Bus-Expresslinien hatten sich auch die Stadträte ausgesprochen. Dem kam das Rathaus nach und legte Konzepte vor.

Busse müssen bestellt werden

"Wir wissen, was täglich an Arbeitskräften in die Gewerbegebiete rollt", sagte Bernd Pfitzenmaier, der das Ordnungsamt leitet. Der Gemeinderat musste sich schon im März mit dem Thema befassen, weil die benötigten Busse bestellt werden müssen. "Die Lieferzeit beträgt sechs Monate", sagte Bernd Pfitzenmaier. "Es duldet keinen Aufschub."

Die zusätzlichen Expresslinien sollen zu den Hauptverkehrszeiten den Bahnhof mit den Gewerbegebieten Stiftsberg, Trendpark und Trendpark Süd verbinden. In der Beratungsunterlage für die Stadträte heißt es: "Die Expresslinien schaffen somit ein zusätzliches Angebot zur besseren Anbindung und Taktverdichtung der Gewerbegebiete."

Diese beiden Linien sind geplant

Die Details sehen laut Beratungsunterlage wie folgt aus:

 

  • Expresslinien X93: Bahnhof Ost/Vorplatz - Stiftsberg - Trendpark: Die Expresslinie ergänzt die bereits bestehenden Linien 93 und 92 in einem 15-Minuten-Takt. Somit entstehe hier ein 7,5-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten (montags bis freitags, 7 bis 9 Uhr, montags bis donnerstags von 15.30 bis 18 Uhr sowie freitags von 14 bis 17 Uhr).

  • Expresslinien X95: Bahnhof Ost/Vorplatz - Bechtle Platz - Werner-von-Siemens-Allee: Die Expresslinie ermöglicht unabhängig bereits bestehender Linien einen 15-Minuten Takt in den Hauptverkehrszeiten.

Die Verwaltung nennt Details, wonach die Linie X93 insgesamt 102.000 Euro und die Linie X95 insgesamt 110.000 Euro pro Jahr kosten werden. Möglicherweise beteiligt sich der Verkehrsverbund an den Ausgaben. Aus mehreren Gründen wird eine gemeinsame Linie abgelehnt: Dazu gehört, dass der Flaschenhals Südtangente nicht mehr umgangen werden könnte.

 


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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