Mit der Wohnbebauung im Spatzenhof in Willsbach soll es voran gehen

Obersulm  Der Leitfaden für das Investorenauswahlverfahren steht nun. Sozialwohnungen sind der Mehrheit des Gemeinderats ein wichtiges Anliegen. Zudem forderte das Gremium mehr Stellplätze.

Von Sabine Friedrich

Mit Wohnbebauung im Spatzenhof in Willsbach soll es voran gehen

Die Gemeinde will die 38 Ar zwischen Schwabengässle, Pestalozzistraße und Spatzenhof verkaufen. In zentraler Lage in Willsbach soll eine moderne Wohnbebauung Akzente setzen. Foto: Mario Berger

Knapp 38 Ar groß sind die beiden Grundstücke im Areal "Spatzenhof" in Willsbach, die im Besitz der Gemeinde sind. Seit 2013 ist die Bebauung ein Thema. Anfangs sollte es eine große Lösung geben. Die scheiterte allerdings an einem Privatgrundstück.

"Uns ist es sehr wichtig, dass jetzt endlich mal etwas passiert, weil wir die Nachverdichtung auf der Agenda haben", machte Bürgermeister Tilman Schmidt deutlich, als der Gemeinderat dem Leitfaden zur Konzeptvergabe geschlossen zustimmte. In einem Auswahlverfahren mit neun Investoren, größtenteils aus der Region, soll eine städtebaulich angemessene Lösung gefunden werden. Die Qualität der Wohnbebauung ist dem Gemeinderat wichtig, aber auch günstiger Wohnraum. Mindestens 15 Prozent des Angebots sind als Sozialwohnungen zu vermieten.

Zwei Entwürfe dienen als Orientierung

Was sich die Gemeinde an dieser zentralen Stelle in Marktplatznähe in Willsbach vorstellt, das zeigen zwei städtebauliche Entwürfe auf, die das Büro Wick + Partner skizziert hat. Die potenziellen Investoren können diese Konzepte weiterentwickeln oder modifizieren.

Variante 1 beinhaltet fünf punktförmige Gebäude mit rund 25 Wohnungen, von denen zwei über ein gemeinsames Treppenhaus erschlossen werden. Variante 2 mit drei langgestreckten Baukörpern, ebenfalls um einen Innenhof, ermöglicht 23 bis 38 Wohnungen, je nach Größe. Tiefgarage und zwei Geschosse plus Dach beiden Vorschlägen gemein, wie Karl Haag vom Planungsbüro erläuterte. Die Erschließung des Areals ist über die Pestalozzistraße vorgesehen.

Antrag der SPD wurde mehrheitlich angenommen

Bürgermeister Tilman Schmidt hatte aus dem Gremium vor der Sitzung signalisiert bekommen, dass statt zehn Prozent sozialgebundener Wohnraum 15 Prozent - auf 25 Jahre - angestrebt werden. Der diesbezügliche Antrag von Monika Steg aus der SPD-Fraktion wurde bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung aus den Reihen von CDU und Freien Wählern angenommen.

"Wir wollen eine möglichst niedrige Quote, nicht über zehn Prozent", meinte Hermann Hohl für die CDU. Seine Begründung: Wenn der Investor Sozialwohnungen mitfinanzieren müsse, würden die restlichen Wohnungen teurer. Einig war sich Hohl mit den anderen Fraktionen, durch modernen Wohnungsbau im Ortskern Akzente zu setzen. Der SPD gefiel laut Steg, dass Wohnqualität für breite Bevölkerungsschichten möglich werde.

Zwei Stockwerke plus Dach sind für Planer angemessen

Armin Waldbüßer (Grüne) fragte sich, ob die Vorgaben womöglich interessantere Modelle der Wohnbebauung verhinderten. Helmut Heuser (FWV) konnte sich ein zusätzliches Stockwerk vorstellen. Mit Rücksicht auf die Umgebungsbebauung sah Planer Haag zwei Stockwerke plus Dach als das richtige Maß an. Das Areal nicht überfrachten, lautete die Devise des Bürgermeisters.

1,5 Stellplätze waren Jochen Distel bei der Größe der Wohneinheiten zu wenig - in den neuen Bebauungsplänen fordert Obersulm inzwischen zwei Stellplätze. Distel befürchtet, dass sonst auf umliegenden Straßen geparkt werde, wo die Situation ohnehin angespannt sei. Grünen-Gemeinderat Benjamin Friedle beantragte 1,8 Stellplätze. Nur der Bürgermeister war dagegen. Einhellig war das Votum für den Vorschlag der SPD, auch dezentrale Regenwasserbewirtschaftung vorzuschreiben.

Für das Auswahlverfahren der Investoren sind verschiedene Kriterien festgelegt, die unterschiedlich gewichtet werden. Die drei Bewerber mit der höchsten Punktzahl stellen sich dem Gemeinderat vor, der dann entscheidet.


Kriterien im Auswahlverfahren

Die technische und berufliche Leistungsfähigkeit der Bewerber wird im Auswahlverfahren mit 60 Prozent am stärksten gewichtet. Da geht es um Wohnqualität, Ökologie oder Nachhaltigkeit. Mit 25 Prozent kommt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zum Zug. Mit 15 Prozent fließen die Sozialquote und Gesamteindruck ein.

 

Kommentar hinzufügen