Mit Unterschriften gegen zwei Neubaugebiete in Untergruppenbach

Untergruppenbach  Erwin Münsch und Steffen Kraus aus dem Teilort Donnbronn wollen die Erschließung von zwei Gebieten verhindern. Der Bürgermeister tritt vielen Behauptungen entschieden entgegen.

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Mit Unterschriften gegen zwei Neubaugebiete in Untergruppenbach

Erwin Münsch und Steffen Kraus führen viele Argumente gegen eine weitere Bebauung zwischen Donnbronn und Untergruppenbach ins Feld.

Foto: Simon Gajer

Vor den Sommerferien hat der Gemeinderat einen ersten Schritt unternommen, um weitere Baugebiete auf den Weg zu bringen. Erwin Münsch und Steffen Kraus wollen verhindern, dass die Areale "Neues Wohnen - Donnbronn Süd" und "Auensteiner Straße" entwickelt werden. Sie sammeln Unterschriften gegen die Vorhaben.

Ihr Ziel ist ein Bürgerentscheid, bei dem die Wähler über die beiden Baugebiete entscheiden sollen.

Straße ist jetzt schon am Limit

Die beiden Donnbronner führen viele Argumente ins Feld, die aus ihrer Sicht gegen die Erschließung sprechen. Dazu gehört unter anderem der Verkehr. Sie befürchten, dass langfristig Untergruppenbach und der Teilort zusammenwachsen werden. Mehr Fahrzeuge sollten nach Ansicht der Initiatoren nicht durch die Orte rollen. Die Straße sei zu Stoßzeiten jetzt schon am Limit, sagt Steffen Kraus und verweist auf die Kelteräckerstraße. "Das Verkehrschaos ist vorprogrammiert." Seiner Ansicht nach müssten erst einmal die Straßenverhältnisse geordnet werden, dann könne man über weitere Bebauung nachdenken. Dazu gehört der Furtweg, der seiner Ansicht nach ausgebaut werden sollte.

Turmfalken und Mäusebussarde fliegen über den Feldern

Der Umweltschutz liegt den beiden am Herzen. Noch seien Turmfalken und Mäusebussarde über den Feldern zu sehen, beschreibt Erwin Münsch die Situation. Das würde sich ändern, wenn der Gemeinderat Erfolg hat: Alles werde zugepflastert und die Natur weiter zurückgedrängt. Ob die erforderliche Anzahl an Unterschriften zusammenkommt, können die beiden derzeit nicht abschätzen.

Vieles soll übers Internet gehen, sagen sie. Damit die Wähler darüber entscheiden können, müssen die Unterschriften bis Mitte Oktober zusammengekommen sein. Die ersten Gespräche stimmen sie positiv. "Wir rennen offene Türen ein", sagt Steffen Kraus.

Erwin Münsch ist auf die Gemeinde und das Landratsamt nicht gut zu sprechen

Das Baugebiet "Auensteiner Straße" soll ein Hektar groß sein, "Neues Wohnen - Donnbronn Süd" zweieinhalb Hektar. Im Gespräch wird deutlich, dass vor allem Erwin Münsch nicht gut auf Gemeinderat und Landratsamt zu sprechen ist. Mit seiner Kritik hält er nicht hinterm Berg. Er beschwert sich darüber, dass Autos weiterhin auf der Straße parken dürfen. Er kritisiert, dass mittlerweile viel größer gebaut werden dürfe als noch vor einigen Jahren.

Gemeinderäten unterstellt er, dass sie Grundstücke im zukünftigen Baugebiet hätten und am Verkauf verdienen würden. Woher er die Informationen hat? "Das weiß man mit der Zeit." Auch Steffen Kraus kritisiert Entscheidungen des Landratsamts. Der Gemeinderat legt die Regeln für Baugebiete fest, die Behörde entscheidet aber darüber, ob ein Bauantrag zulässig sei. Manches werde genehmigt, obwohl Anwohner Bedenken gehabt hätten. "Es muss ja um jeden Preis Wohnraum geschaffen werden."

Bürgermeister Andreas Vierling tritt vielen Behauptungen entschieden entgegen. Es stimme keinesfalls, sagt er unserer Zeitung, dass die Orte langfristig zusammenwachsen. Eine solche Behauptung sei "fernab der Realität". Untergruppenbach spüre eine "enorme Nachfrage" nach Bauland. Eine Umfrage unter Bürgern habe zudem den Wunsch nach weiteren Bauplätzen gezeigt, sagt er. Die jetzt vom Gemeinderat angedachten Gebiete seien "verträglich gestaltet". Den Furtweg auszubauen, kommt für den Bürgermeister derzeit nicht infrage.

 


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen in Neckarsulm, Ilsfeld, Untereisesheim und Weinsberg.

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