Melonen aus Schwaigern

Schwaigern  Melonen wachsen normalerweise in tropischen und subtropischen Gefilden. Der Familienbetrieb Holderrieth hat ein Experiment gewagt und baut seit diesem Jahr Melonen auf einem Acker in Schwaigern an.

Von Friedhelm Römer
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Der Familienbetrieb Holderrieth in Schwaigern baut Melonen an. Tobias Holderrieth freut sich über die Ergebnisse bei der Ernte der süßen Früchte.

Tobias Holderrieth geht in die Hocke und schneidet auf dem trockenen Acker eine Melone vom Stamm. Es ist Erntezeit. Auf einem halben Hektar baut der Familienbetrieb aus Schwaigern die süßen Früchte seit diesem Jahr an. Vorwiegend werden sie in tropischen und subtropischen Ländern angebaut. Jetzt auch in diesen Breitengraden.

Auf kleiner Fläche

"Ich war gerade fertig mit der Meisterschule in Weinsberg und dachte, ich probiere es mal auf einer kleinen Fläche mit Melonen", sagt Tobias Holderrieth. Das war vor einem Jahr. "Das hat gut funktioniert", erzählt er. Der 23-Jährige ist in dem gemeinsam mit seinem Vater Dieter geführten Familienbetrieb für den Melonenpart zuständig. Rotfleischige Wassermelonen, gelbfleischige Cantaloupe und grünfleischige Galia wachsen hier. Die Früchte wachsen am besten auf fruchtbarem, sandigem Boden. Ihre Lieblingsstandorte sind heiß, sonnig und trocken. "Wir haben unseren wärmsten Acker dafür ausgesucht", sagt Vater Dieter, und damit gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wachstum geschaffen. Das Experiment hat sich offenbar gelohnt. Die Melonen profitieren von diesen über einen langen Zeitraum heißen Temperaturen.

Bewässerung durch Tropfschlauch gewährleistet

Melonen-Experiment lässt sich gut an
Tobias Holderrieth bringt die Melonen in Kisten ins Lager und in den Hofladen.

Die Bewässerung der Pflanze, die auf eine durchlöcherte Folie in den Boden gesetzt wurde, erfolgte mittels eines Tropfschlauchs unterhalb der Folie. Ende April und Anfang Mai kamen die zarten Pflänzchen in den Acker, seit drei Wochen fahren die Landwirte die Ernte ein. Die soll bis Mitte August abgeschlossen sein. Dieter Holderrieth: "Sollten die Temperaturen sinken, wird sich die Ernte nach hinten verschieben."

Zehn Tonnen landen in Lager und Hofladen

Tobias Holderrieth rechnet damit, dass es schließlich rund zehn Tonnen werden, die im Lager landen und dann im Hofladen, in dem Mutter Helga an der Kasse steht, verkauft werden. Ein Teil geht auch an Wiederverkäufer auf den Marktständen. "Viele Kunden sind überrascht, dass man Melonen auch hier anbauen kann", sagt der Junior-Chef. Nach der Ernte werden die Früchte gewaschen und kommen ins Kühlhaus.

Melonen-Experiment lässt sich gut an
Die gelbfleischige Sorte Cantaloupe gehört zu den drei Melonenarten, die die Landwirte in den Lerchenberghöfen anbauen.

Zu den verwandten Früchten in Italien oder Spanien gebe es aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen durchaus Sortenunterschiede, erzählt Dieter Holderrieth. Die südeuropäischen Früchte benötigen noch mehr Wärme als die hiesigen.

Wie es weitergeht, entscheidet sich nach der Saison

Die Hitzeperiode der vergangenen Wochen begünstigt nicht nur das Wachstum. "Auch die Kunden verzehren bei dem warmen Wetter gerne Wassermelonen", sagt der Seniorchef.

Der Start in die Melonenproduktion lässt sich gut an. Dennoch sagt Dieter Holderrieth: "Wir sind noch in der Versuchsphase. Nach der Saison machen wir einen Strich drunter, schauen, wie es gelaufen ist und sehen, ob es weitergeht." Wenn der Daumen dann nach oben zeigt, planen die Holderrieths, die Melonen auf drei Pflanzsätze auszuweiten, damit sie die Ernte noch bis in den September hinein verlängern können.


40 Hektar

Seit 1969 hat die Familie Holderrieth in den Lerchenberghöfen in Schwaigern ihre landwirtschaftlichen Flächen. Sie baut dort Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Schwarze Johannisbeere und Mini-Kiwis an, betreibt darüber hinaus Weinbau und Ackerbau. Seit diesem Jahr hat sie auf einem 0,5 Hektar großen Acker einen Versuch mit einem Melonenanbau gestartet. Insgesamt besitzt die Familie rund 40 Hektar an Anbauflächen. 

 

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