Marodes Teilstück der B39 in Ellhofen wird erst 2020 saniert

Ellhofen  Das marode Teilstück der B39 in Ellhofen wird erst im Frühjahr 2020 saniert und nicht, wie geplant, jetzt im Herbst. Weil es bereits zwei Baustellen in der näheren Umgebung gibt, soll den Autofahrern nicht noch eine dritte zugemutet werden.

Marodes Mittelstück wird erst im Frühjahr saniert

Im Spätjahr 2018 war die Ellhofener Ortsdurchfahrt eine Baustelle. Ein Stück jedoch blieb unangetastet. Es wird erst im Frühjahr 2020 gerichtet.

Foto: Archiv/Döttling

Ausgerechnet der Teil der B 39, dessen Sanierung den Anliegern sehr wichtig war, wurde bei den Bauarbeiten Ende 2018 nicht gerichtet, sondern auf Herbst 2019 verschoben - dann, wenn die Buga vorbei ist. Baustellen auf dieser wichtigen Straße sollen während der Gartenschau vermieden werden. Nun geht die Buga bald zu Ende - aber die Arbeiten verzögern sich erneut. Erst im Frühjahr 2020 soll die Sanierungslücke geschlossen werden.

Wie aus Freude schnell Frust wurde

Groß war die Freude bei den lärmgeplagten Anliegern über die anstehende Frischzellenkur auf der B 39 im Herbst 2018 gewesen: Endlich keine klirrenden Gläser im Wohnzimmerschrank mehr, wenn Lkw über lockere Schachtdeckel brettern, endlich geruhsamerer Schlaf - auf derlei Dinge hofften die Ellhofener Anrainer der Hauptverkehrsachse durchs Weinsberger Tal. Doch die Lust schlug recht schnell in Frust um beim Straßensanierungsprojekt, für das das Regierungspräsidium (RP) in Stuttgart verantwortlich ist. Es gab Verzögerungen und Verschiebungen, Koordination und Öffentlichkeitsarbeit ließen mitunter zu wünschen übrig.

Als schließlich klar wurde, dass die Baustelle bis zu den Weihnachtsferien nicht abgeschlossen werden würde, verstand so mancher Ellhofener die Welt nicht mehr. Denn ausgerechnet das rund 200 Meter lange marode Mittelstück, das den Anwohnern ein besonderer Dorn im Auge war, blieb, wie es war.

Behörden haben sich abgestimmt

Damals stellte Dieter Maierhöfer, Leiter des RP-Baureferats Nord, in Aussicht, dass dieser letzte Abschnitt im Anschluss an die Buga gerichtet wird. Doch daraus wird nichts: "Der letzte noch zu sanierende Streckenabschnitt zwischen der Kreuzung nach Lehrensteinsfeld und dem Netto-Markt wird nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in diesem Jahr erneuert, sondern erst im Frühjahr 2020", teilt die RP-Pressestelle auf HSt-Nachfrage mit. "Die Entscheidung wurde zwischen dem Regierungspräsidium, dem Landratsamt und der Gemeinde abgestimmt", heißt es weiter.

Hintergrund: Es gibt im Weinsberger Tal noch zwei weitere Baustellen, beide verbunden mit Sperrungen. Eine dritte wäre zu viel. "Man kann den Autofahrern nicht alles zumuten", sagt Manfred Körner, Pressesprecher im Heilbronner Landratsamt. In Grantschen wird bekanntlich seit einigen Monaten die Ortsdurchfahrt saniert - und das dauert länger als anfangs gedacht. Außerdem wird, wie berichtet, ab 20. Oktober bis voraussichtlich Anfang November der Schemelsbergtunnel gesperrt. Unter anderem werden die Strahlventilatoren ausgetauscht. Mehrere Baustellen im Herbst/Winter zeitlich zu koordinieren, sei witterungsbedingt ein Risiko, so Körner. Frost kann ein Bauprojekt schnell verzögern.

Ellhofens Bürgermeister Wolfgang Rapp findet es einerseits "bedauerlich, dass die restlichen Arbeiten nicht so wie angedeutet und wie es der Wille vom RP war, erledigt werden". Andererseits: Bereits im vergangenen Jahr hätten die Geschäfte an der B 39 wegen der Baustelle "gewaltige Einbußen in der Vorweihnachtszeit hinnehmen müssen. Das sollte sich nicht wiederholen". Insofern sei die Verschiebung "nicht so tragisch".


Anja Krezer

Anja Krezer

Autorin

Anja Krezer ist seit 1999 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Sie berichtet hauptsächlich aus dem Weinsberger Tal. Außerdem liegt ihr das Thema Bildung/Schulen am Herzen.

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