Kommunen im Landkreis Heilbronn stehen zu ihren Hallenbädern

Oedheim/Möckmühl  Der Betrieb von Hallenbädern war schon immer ein Zuschussgeschäft. Vielerorts stellt sich die Frage: Lohnt sich eine Sanierung überhaupt noch? In Oedheim und Möckmühl jedenfalls soll von der Schließung der Hallenbäder keine Rede sein.

Von Silvana Grass
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Kommunen im Landkreis Heilbronn stehen zu ihren Hallenbädern

Mindestens bis Sommer 2020 gesperrt: Ein Schild am Oedheimer Hallenbad weist auf die Bauarbeiten hin.

Foto: Simon Gajer

Viele Bäder stehen vor dem Aus. Eine Umfrage des Städte- und Gemeindetags Baden-Württemberg hat ergeben, dass bei jedem sechsten Hallenbad im Südwesten geprüft wird, ob eine Schließung der Sanierung vorgezogen wird. Im nordöstlichen Landkreis Heilbronn ist vom Ende einzelner Einrichtungen keine Rede, obwohl die Bäder immer ein Zuschussbetrieb bleiben.

Im vergangenen Jahr schloss zum Beispiel das Mineralhallenbad in Beilstein mit einem Minus von 460.000 Euro. Hier werde versucht, die Defizite so gering wie möglich zu halten. "Konkret über eine Schließung wird allerdings nicht nachgedacht", versichert Werner Waldenberger, Leiter der Kämmerei. Eine Sanierung des 30 Jahre alten Hallenbads stehe ohnehin derzeit nicht an. Im vergangenen Jahr fanden 41.500 Erwachsene und 12.000 Kinder als Besucher den Weg in das Mineralhallenbad.

Das Hallenbad in Oedheim wird erneut aufwendig saniert

Anders sieht es in der Gemeinde Oedheim aus. In den Jahren 2009 und 2010 wurde das Bad aufwendig saniert. 2016 kam es wetterbedingt zu Überschwemmungen. "Die Kellerräume standen unter Wasser, und es entstanden einige Schäden", sagt Fachbereichsleiter Bernd Erhardt. Derzeit ist das Oedheimer Bad aufgrund morscher Dachbalken geschlossen, die Sanierung soll 2020 erfolgen. In welchem Umfang diese stattfindet, wird noch festgelegt. An ein Aus will im Oedheimer Rathaus niemand denken.

Es sei notwendig, das Becken für die Bürger und besonders für die vielen Schüler, die zum Schwimmunterricht kommen, offen zu halten, sagt Erhardt. Er kann die Sorge der Bevölkerung gut nachvollziehen: Macht es tatsächlich wieder auf? Im Oedheimer Hallenbad hatten die Grundschule von Stein und Untergriesheim Schwimmunterricht - ebenso der Schwimmverein Bad Friedrichshall und die Volkshochschule Heilbronn, die Wassergymnastik im Angebot hat.

Auch die Rheumaliga nutzt normalerweise das Oedheimer Angebot. Von der derzeitigen Schließung besonders betroffen ist die örtliche Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die derzeit ein Ersatzprogramm im Trockenen anbietet. "Die DLRG leidet natürlich sehr stark unter der Schließung, wir haben den Mitgliedern deshalb die Halle zur Verfügung gestellt", sagt Bernd Erhard. Die Fachbereichsleiterin Katharina Kübler versichert: "Das Bad soll auf jeden Fall erhalten bleiben."

Auch für Möckmühl kommt eine Schließung nicht infrage

Das Schwimmbad in Möckmühl wurde vor neun Jahren generalsaniert und ist nach Angaben der Verwaltung in einem betriebsbereiten Zustand. "2010 hat man sich für eine Sanierung von drei Millionen Euro entschieden, um dem Schulsport, besonders dem Grundschulschwimmen, die Möglichkeit zu geben, weiter stattzufinden", betont Andreas Konrad von der Möckmühler Kämmerei. Eine Schließung komme auch hier nicht infrage.

Im Land sieht es laut Städte- und Gemeindetag anders aus. Bei 15 Prozent der Hallenbäder werde über eine Schließung diskutiert. Kommunale Hallenbäder sind in der Regel Zuschussbetriebe. Leidtragende sind daher oftmals die Schulen: Schon jetzt gebe es zu wenig Flächen für Schwimmunterricht, kritisierte Holger Voigt, Geschäftsführer des Badischen-Schwimmverbandes. Nach einer Erhebung des Kultusministeriums boten im vergangenen Schuljahr 24 Prozent aller Grundschulen keinen Schwimmunterricht an.

 

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