Kanalsanierung in Willsbach und Sülzbach beeinträchtigt den Verkehr

Obersulm  In der Markt- und Brückenstraße in Willsbach sorgen derzeit Kanalarbeiten für Verkehrsbehinderungen. Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Auch in Sülzbach wird gewerkelt.

Sanierungen in Willsbach und Sülzbach: Stützstrümpfe für den Kanal

Die beiden Fahrzeuge parken nicht in der Marktstraße in Willsbach. In ihnen ist die Ausrüstung für die Kanalsanierung.

Foto: Jürgen Kümmerle

Es ist das Nadelöhr im Berufsverkehr in Obersulm - und derzeit müssen motorisierte Verkehrsteilnehmer im Bereich der Kreuzung B 39/L 1035 in Willsbach noch mehr Geduld aufbringen. Denn in der Markt- und Brückenstraße sorgen Kanalarbeiten für Behinderungen. Noch bis Ende Oktober dauern die Arbeiten in diesem Abschnitt an.

In Sülzbach werden schadhafte Kanäle bis zum Jahresende saniert und punktuell erneuert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund eine Million Euro, so die Auskunft aus dem Bauamt der Gemeinde Obersulm.

Keine Beschwerden im Rathaus eingegangen

"Es funktioniert ganz gut", meint Dagmar Feinauer, die im Rathaus für diese Tiefbaumaßnahme zuständig ist, zu den Arbeiten in Willsbach unter fließendem Verkehr. Bei Regen können sie allerdings nicht ausgeführt werden. "Die Leute sind geduldig", ist Feinauers Eindruck. "Wir haben noch keine Klagen bekommen", ergänzt sie, obwohl in dem Bereich, der in Obersulm am stärksten von Verkehr belastet ist, das Roboterfahrzeug der beauftragten Firma Erles aus Meckenheim ein Hindernis darstellt.

Müsste die Fahrbahn aufgerissen werden, dann würde der Verkehr noch mehr beeinträchtigt, wäre dann wohl nur einspurig möglich. Aber es kann ein grabenloses Verfahren angewandt werden. Eigentlich fällt gar nicht auf, dass unter der Erde gearbeitet wird. Mit Liner und Kamera.

Bereits im September haben die Vorarbeiten begonnen, die Strecken wurden mit der Kamera abgefahren, jeder Hausanschluss und jeder Straßeneinlauf dokumentiert, Unebenheiten wurden abgefräst.

Kanalnetz ist in der Gemeinde 100 Kilometer lang

Jahr für Jahr, so Dagmar Feinauer, gibt die Kommune im Rahmen der Eigenkontrollverordnung die optische Inspektion von Teilen des Kanalnetzes in Auftrag, das in den sechs Teilorten rund 100 Kilometer lang ist. Und Jahr für Jahr würden rund zehn Kilometer auf Schäden überprüft.

In diesem Jahr werden Reparaturen und Sanierungen, punktuell auch Auswechslungen, der Schadensklassen null bis zwei vorgenommen, null ist die schlechteste Kategorie. "Es ist ein permanentes Aufgabenprogramm", sagt Feinauer.

Das Verfahren, das die Spezialfirma mit dem Liner anwendet, erklärt die Bauamtsmitarbeiterin für den Laien wie folgt: Es sei, als ob man einen Strumpf ins Rohr einziehe, ein Stützstrumpf von innen, so dass der Kanal wieder dicht ist. Das ist das große Ziel, sagt Feinauer.

Denn damit soll auch verhindert werden, dass Fremdwasser - zum Beispiel Grund- oder Quellwasser - in den Kanal und damit in die Kläranlage gelangt. Da es sich dabei um kein Schmutzwasser handelt, gehört es nicht dorthin, weil es nicht gereinigt werden müsste. In der Gruppenkläranlage Ellhofen, so Feinauer, liege der Anteil des Fremdwassers bei mehr als 50 Prozent. Umgekehrt entweicht durch schadhafte Rohrstellen Abwasser. Ein Effekt, der natürlich auch abgestellt werden soll.

 


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