Jugendliche machen viele Vorschläge für die Kommunalpolitik

Obersulm  Vier Obersulmer Gemeinderatskandidaten kamen am Mittwoch zu einer Podiumsveranstaltung ins Obersulmer Jugendhaus. Was die Räte nicht erwartet haben: Die Jugendlichen hatten viel Gesprächsbedarf.

Von Marie-Luise Schächtele
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"Zu kurz" war der Eindruck der Besucher nach der Podiumsveranstaltung. Räte und Jugendliche unterhielten sich im Anschluss an der Bar weiter.

Foto: Marie-Luise Schächtele

Moderator Samuel Stern von der Landeszentrale für politische Bildung musste die Jugendlichen nur einmal dazu auffordern, Armin Waldbüßer (Grüne), Michael Schepperle (SPD), Herrmann Hohl (CDU) und Alexander Heinrich (Freie Wählervereinigung), die alle bereits im Gemeinderat sitzen, die Fragen zu stellen, die ihnen unter den Nägeln brennen.

"Ich bin Erzieher und werde nicht viel verdienen, wenn ich fertig bin", meldet sich ein Jugendlicher zu Wort und will wissen, wie die Gemeinderäte zu bezahlbarem Wohnraum stehen. "Das ist im Gemeinderat über alle Fraktionen hinweg Thema", sagt Armin Waldbüßer. Er berichtet von den neuen Wohnungen, die im Areal "Spatzenhof" entstehen sollen. 15 Prozent davon sollen Sozialwohnungen werden. Solche Vorschriften hält er für eine Lösung, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Ein angehender Erzieher wirft die Frage nach bezahlbarem Wohnraum auf

Herrmann Hohl befürchtet, dass die Investoren, die die Wohnungen bauen, dafür die restlichen Wohnungen teurer vermieten. Er schlägt eine "Wohnbaugesellschaft mehrerer Gemeinden" vor, um Wohnraum preiswerter zur Verfügung zu stellen. Bei den Zuhörern stoßen beide Alternativen auf Zustimmung.

Ruth Pfendtner ist eine der rund 15 Jugendlichen, die jede Woche ins Jugendhaus kommen. "Mir ist die Umwelt wichtig", sagt sie. Die Schülerin am Heilbronner Mönchsee-Gymnasium ist Mitorganisatorin der Fridays-for-Future-Proteste. Sie wünscht sich mehr Solarzellen auf den Dächern von Privathäusern und Firmen. Außerdem müssten mehr Windräder gebaut werden.

Viel zu viel Verkehr

"Der Verkehr ist hier nicht tragbar", sagt ein Jugendlicher. "Es gibt so viele Schulen und Kindergärten, und die Leute rasen hier schnell durch." An der B39 sei es außerdem sehr laut, meldet sich eine andere Jugendliche. Fußgänger und auch Radfahrer müssten mehr Platz im Straßenverkehr erhalten. Auch das Radfahren sei an mehreren Stellen riskant. "Wir müssen Angebote machen, dass die Bürger innerorts aufs Fahrrad umsteigen können", sagt Waldbüßer.

Öffentliche Verkehrsmittel

"Wir müssen den öffentlichen Verkehrsmitteln viel stärker Priorität einräumen", sagt ein Jugendlicher, und alle applaudieren. Ein anderer Zuhörer erzählt: "Die Busverbindung vom Jugendhaus nach Wüstenrot ist schlecht." Er könne nur um 9 oder erst um halb 12 Uhr abends nach Hause fahren.

"Manche Themen haben wir schon lange auf dem Schirm, manche seit 20 Jahren", sagt Alexander Heinrich. "Aber vieles, wie das mit der Verbindung nach Wüstenrot, wissen wir nicht. Sagt uns eure Themen, das ganze Jahr hindurch." Kai Laaber, FSJler im Jugendhaus, hofft, dass im Jugendhaus von jetzt an alle paar Monate politische Veranstaltungen organisiert werden.

 

 

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