Ilsfeld macht mit Umweltthemen Schlagzeilen

Ilsfeld  Das Jahr 2019 in Ilsfeld: Gift tötet Fische in der Schozach. Der Gemeinderat entscheidet über Photovoltaik-Anlagen-Pflicht, und die Menschen lehnen Erweiterungspläne der Tank- und Rastanlage Wunnenstein West ab.

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Ilsfeld hat sich auch im abgelaufenen Jahr wieder stark im Bereich Umweltschutz engagiert. Das überregional beachtete Nahwärmenetz wächst, wovon in den nächsten Jahren viele Einwohner profitieren werden. Sehr lange wird sich Ilsfeld mit der Schozach beschäftigen müssen. Dort sterben im April 2019 Hunderte Fische, weil es auf dem Gelände eines Logistikunternehmens zu einem Unfall kommt.

Der Unfall wird zu einem Großeinsatz der Feuerwehr

Im April kommt es bei einem Logistikunternehmen zu einem Unfall: Ein Mittel fließt in die Schozach und tötet Fische.

Großeinsatz für die Feuerwehr entlang der Schozach: Nach einem Unfall bei einem Unternehmen gelangt der Grundstoff für ein Reinigungsmittel auf Alkoholbasis in die Schozach, woraufhin viele Fische verenden.

Die positive Nachricht folgt relativ zeitnah: Kleinstlebewesen im Fluss haben das Unglück weitgehend unbeschadet überstanden. "Das ist für die Wiederbelebung des Flusses wichtig", sagt der Diplom-Biologe und Sachverständige für Gewässerökologie, Berthold Kappus. "Sie tragen zur Selbstreinigung der Schozach bei und dienen den Fischen als Nahrung."

Das Unternehmen übernimmt Rechnungen

Das Unternehmen hat, so Ilsfelds Bürgermeister Thomas Knödler vor kurzem, bisher alle eingereichten Rechnungen bezahlt. Es geht um Beträge in Höhe von mehreren Zehntausend Euro etwa für die Einsätze von Feuerwehr und Bauhof oder auch Kosten für die Untersuchung von Wasserproben.

Unterdessen arbeitet die Staatsanwaltschaft weiter: Derzeit werden die Ergebnisse des gewässerökologischen Gutachtens abgewartet, das Auskunft über das Ausmaß des Schadens geben soll.

Der Gemeinderat lehnt Photovoltaik-Anlagen-Pflicht ab

Unterdessen diskutieren Grundstückseigentümer Mitte 2019 über einen Vorschlag aus dem Rathaus: Die Verwaltung um Bürgermeister Thomas Knödler lässt den Gemeinderat darüber entscheiden, ob in zukünftigen Neubaugebieten Photovoltaik-Anlagen grundsätzlich auf alle Dächer kommen müssen. Naturschutzverbände begrüßen eine solche Pflicht, Immobilienbesitzer sind dagegen. Am Ende spricht sich der Gemeinderat dafür aus, nur für Sonnenstrom bei zukünftigen Bauherren zu werben.

Denen dürfte die Entscheidung eigentlich leicht fallen, wenn man den Ausführungen eines Energieberaters folgt: Der betont, dass sich Photovoltaik-Anlagen auf Dächern rechnen.

Deutlich wehren sich Ilsfelder gegen Ausbaupläne der Tank- und Rastanlage

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Sichtbar: Protest gegen die Erweiterung der Tank- und Rastanlage.

Sehr stark in der Kritik steht das Ansinnen des Bundes, die Tank- und Rastanlage Wunnenstein West zu erweitern. Es gibt eine bevorzugte Variante, unter anderem mehr Lkw-Stellplätze zu schaffen - doch die fällt in der Gemeinde durch.

Das wird bei einem sogenannten Erörterungstermin in Auenstein deutlich: Flächen werden verbraucht, gute Böden der Landwirtschaft fallen weg, der Blick aus Ilsfeld hinaus in Richtung Osten wird abgewertet. Wie genau nun das Projekt realisiert wird - und in welchem Zeitrahmen -, lässt sich Anfang 2020 nicht abschätzen.

Eine Straße wird zum Gesprächsthema

Apropos Straße: Die Gemeinde und Pendler, die durch den Ort fahren, haben Mitte 2019 ihr Gesprächsthema. Erst wird die Ortsdurchfahrt gesperrt, weil das Land die Straße auf einem Teilstück umfassend sanieren lässt. Dann wird sie geöffnet und Wochen später erneut gesperrt. Grund: Die Sanierung verlief nicht so, wie erwartet. Stellenweise war die Straße wellig, eingebaute Deckel klapperten. Nun ist alles in Ordnung.

Der Gemeinderat schafft Wohnraum. Im Teilort Auenstein beginnen in der ersten Jahreshälfte 2019 mit dem symbolischen Spatenstich die Erschließungsarbeiten des Baugebiets Hühnlesäcker mit 73 Bauplätzen. Der Bauboom ist ungebrochen. Das verdeutlicht das Interesse an den kommunalen Bauplätzen: 22 Stück gab es, 420 Bewerbungen lagen vor. Am Ende musste das Los entscheiden. "Es bleibt ein Stück weit die Sorge, dass nicht alle auf der Liste zum Zuge kommen", bedauert Bürgermeister Thomas Knödler bei der Feierstunde zum Baustart.

Zugleich muss Ilsfeld seine Betreuung der Kinder ausbauen, unter anderem gelingt das im Jahr 2020 durch eine Kooperation mit dem ASB Heilbronn-Franken. Die Organisation ist seit 2019 mit einer neuen Rettungswache vertreten: Der Neubau kostet 1,3 Millionen Euro.

Sportler verfolgen mit Interesse zwei Hallen-Entscheidungen

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Gemeinderat beschließt, die Schozachtalhalle zu sanieren.

Für die Gemeinde wichtige Bauvorhaben nehmen entscheidende Hürden: Der Gemeinderat beschließt Ende 2019, die Schozachtalhalle zu sanieren. Der Neubau ist vom Tisch. Die Kosten werden mit 3,5 Millionen Euro angegeben.

Unterdessen will der SSV Auenstein eine sogenannte McArena bei der Tiefenbachhalle errichten. Der Gemeinderat gibt grünes Licht, zudem sichert er finanzielle Unterstützung zu. Im März 2020 soll damit begonnen werden, die Halle zu errichten. Fertig sein soll sie noch in der ersten Jahreshälfte.

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Der SSV Auenstein investiert in eine Freilufthalle.

In Ilsfeld nehmen an der Ortsdurchfahrt Ilsfeld zwei Großvorhaben Gestalt an: Die Alte Kelter, die der Gemeinde gehört, wird zur Markthalle umgebaut. Gegenüber errichtet das Unternehmen ein Wohn- und Geschäftshaus, hinein kommt auch die Ortsbücherei. Damit bündelt die Gemeinde Dienstleistungen an einem Ort. Die Hoffnung ist, dass Ärzte, Apotheke, Bürgerbüro, Bank, Bücherei und Einkaufsmöglichkeiten voneinander profitieren.

 

Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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