Freiwillige bringen Ludwig-Nippert-Hütte auf Vordermann

Ilsfeld  Helfer haben in den zurückliegenden Monaten das beliebte Gebäude der evangelisch-methodistischen Kirche Abstatt-Happenbach saniert. Am Wochenende gibt es ein großes Fest.

Von Simon Gajer

Freiwillige bringen Ludwig-Nippert-Hütte auf Vordermann

Gemeinschaftsunterkunft: Freiwillige packen im Obergeschoss mit an.

Fliesen rausgeschlagen, Böden entfernt, Deckenbalken freigelegt: Freiwillige der evangelisch-methodistischen Kirche Abstatt-Happenbach haben in den zurückliegenden Jahren die Ludwig-Nippert-Hütte am Wald zwischen llsfeld und Pfahlhof grundlegend auf Vordermann gebracht.

Die ersten Besuchergruppen haben mittlerweile in den neuen Räumen übernachtet und sind zufrieden. Die Nachfrage ist hoch. Wer das Haus an einem Wochenende buchen will, braucht viel Geduld: Ausgebucht ist es bereits bis September.

Für die Kirchengemeinde war es die bislang größte Sanierung

"Das war die bislang größte Sanierung", ist Marko Arnold, Vorsitzender des Bauausschusses, zufrieden. Die Arbeiten können sich sehen lassen. Mit ihnen kommt etwas mehr Komfort in die beliebte Selbstversorgerhütte. Zähneputzen bei den Jungs - das sei in den zurückliegenden Jahren immer so eine Sache gewesen, erzählen Pastor Volker Markowis und Marko Arnold und schmunzeln. Warmes Wasser gab es nur in der Dusche und in der Küche, nicht aber an den Waschbecken. Damit ist nun Schluss.

Freiwillige bringen Ludwig-Nippert-Hütte auf Vordermann

Die Ludwig-Nippert-Hütte bei Ilsfeld ist bei Gruppen beliebt.

Die Freiwilligen rissen die alten Bäder raus, Fachfirmen kamen und richteten neue Sanitärbereiche ein, und jetzt gibt es auch warmes Wasser. Die Leitungen, die auf dem Putz lagen, sind im Rahmen der Umbauarbeiten weitestgehend versteckt worden. Auch die Frauen haben nun eine eigene Dusche erhalten. Zuvor mussten sich gemischte Gruppen immer erst organisieren, damit sich Jungen und Mädchen getrennt voneinander erfrischen konnten.

Das Gebäude hatte einen Charme der 60er Jahre

Mit kleineren Sanierungsarbeiten haben Freiwillige in den zurückliegenden Jahrzehnten die Hütte erhalten, doch den Charme der 60er konnte das Gebäude im Inneren nie wirklich loswerden. Eine dunkle Decke prägte beispielsweise den Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss, dazu war dunkler Kork verlegt. "Es war notwendig", zeigt Pastor Volker Markowis den Handlungsbedarf auf. Im Erdgeschoss und den Schlafräumen unterm Dach packten die Helfer als erstes an. "Sie brachten viel Eigenleistung ein", dankt der Pastor. Das Dunkel ist verschwunden.

In den Schlafquartieren haben die Freiwilligen sogar eine eingezogene Decke ausgebaut. Nun liegen Holzbalken frei. Die beiden Räume, zuletzt eher beklemmend, wirken dank der neuen Höhe viel einladender und freundlicher. Die Stockbetten aus Metall verschwanden, stattdessen kamen Matratzen, eingebettet in helles Holz, unter die Dachschräge. Dazwischen bleibt den Übernachtungsgästen ausreichend Platz. Viel freier Raum ist auch dadurch entstanden, dass das schmale Zimmer komplett verschwand, das für die Leiter gedacht war.

Freiwillige bringen Ludwig-Nippert-Hütte auf Vordermann
Helle Schlafräume im Obergeschoss mit freigelegten Dachbalken: Pastor Volker Markowis und Marko Arnold, Vorsitzender des Bauausschusses, nehmen auf den neuen Betten Platz.

Eigentlich sollten die Arbeiten gar nicht so umfassend ausfallen, erinnert sich Pastor Volker Markowis. Auf der Agenda standen zunächst nur der Aufenthaltsraum und die beiden Schlafräume im Dachgeschoss - also jene Bereiche, in denen sich die Besucher vor allem wohlfühlen sollten, sagt er. Am Ende war der Gemeinde aber klar, dass auch die Sanitärbereiche an der Reihe sein müssen.

Das alles wirkt sich auf die Kosten aus. Der Pastor hat ausgerechnet, dass auf die Gemeinde allein Materialkosten in Höhe von 70.000 Euro zugekommen wären. Es wurde aber deutlich günstiger: Für diesen Zweck hätten viele Betriebe die Preise gesenkt. Nun seien nur 40.000 Euro zu zahlen, sagt Volker Markowis.


Am Sonntag wird gefeiert

Die evangelisch-methodistische Kirche Abstatt-Happenbach organisiert ein Hütten-Danke-Fest am Sonntag, 21. Juli, ab 12.30 Uhr. Das Gebäude kann besichtigt werden. Zum Rahmenprogramm gehören Zauberei, ein Kletterturm. Das Essen übernehmen Food-Trucks, der Musikverein Auenstein sorgt für die passenden Klänge.

 

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