Fleiner Hotel plant weitere Zimmer und einen Wellness-Bereich

Flein  "Wo der Hahn kräht" soll um ein Gebäude erweitert werden. Ohne eine Bauleitplanung der Gemeinde geht es nicht. Der Gastronomiebetrieb will zukunftsfähig und attraktiv bleiben.

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So sieht das Gebäude (links) aus, den der Hotel- und Gastronomiebetrieb an der westlichen Seite errichten möchte.

Montage/Planung: Hilmar Rothkegel

Im Sommer 2019 haben Martin und Ingrid Albrecht ihren Weingut-Neubau inmitten der Landschaft oberhalb des Fleiner Sees eröffnet. Ein paar hundert Meter ortseinwärts, am Ende der Erlachstraße, zeugt derzeit ein Kran von einem anderen Bauprojekt. Ein weiterer junger Wengerter macht sich fit für die Zukunft, setzt außer auf Landwirtschaft und Weinbau auf sanften Tourismus: Dominik Götz. Vinothek und Ferienwohnungen gehören zu den Konzepten beider Familien. Hier, im Außenbereich zwischen Altenberg und Eselsberg, sind weitere Veränderungen geplant. "Wo der Hahn kräht" will erweitern.

Geplant sind weitere 24 Betten

"Wachsen oder weichen" lautet die Devise von Friedrich Schick, der mit seinem Sohn Felix Betreiber und Inhaber von Hotel, Restaurant und Weingut ist. Um konkurrenz- und zukunftsfähig sowie attraktiv zu bleiben, so erklärt der Sohn und Küchenchef, sei eine Erweiterung notwendig. Zu den derzeit 70 Betten sollen in einem Neubau mit Tiefgarage an der westlichen Seite des Anwesens zwölf Hotelzimmer mit 24 Betten kommen. Und um die Ansprüche der Gäste zu erfüllen, ein Wellnessbereich mit Sauna, Pools außen und innen sowie Barbereich gebaut werden. Eine Realisierung ist nur möglich, wenn die Gemeinde die planungsrechtlichen Voraussetzungen schafft. Ansonsten genehmigt das Landratsamt Heilbronn das Bauvorhaben nicht.

Eigentlich sollte sich der Gemeinderat am Donnerstagabend mit der schalltechnischen Untersuchung und der Geruchsimmissionsprognose befassen, die die Besitzergesellschaft vorgelegt hat. Die Sitzung wurde wegen der Coronavirus-Krise jedoch abgesetzt.

Zusätzliche Parkplätze waren der Ausgangspunkt

Zunächst wollten die Schicks nur weitere Parkplätze bauen, weil diese bei den größeren Veranstaltungen nicht mehr ausreichten. 2013 habe das Landratsamt den Antrag abgelehnt, mit dem Hinweis, das Anwesen habe inzwischen eine Größerordnung erreicht, für die bei einer Erweiterung ein objektbezogener Bebauungsplan notwendig sei, schildert Felix Schick.

Also zog die Familie ihre langfristige Pläne einer Hotelerweiterung vor und schnürte ein Gesamtpaket. Das beinhaltet auch bauliche Veränderungen auf der Ostseite, wo ein Aufzug für die Barrierefreiheit der Gästezimmer plus neuer Rezeption angedockt werden soll.

Die Planung, die zum Jahreswechsel 2016/2017 der Gemeinde vorgelegt wurde, ist inzwischen abgespeckt. "Zwei Baukörper wären zu wuchtig geworden und hätten nicht in die Landschaft gepasst", sagt der Seniorchef. So wurde die Bettenzahl auf 24 halbiert.

Eigentümer betonten, dass sie Auflagen erfüllen

Fleiner Hotel plant weitere Zimmer und einen Wellness-Bereich

Konkurrenzfähig und attraktiv bleiben: Das sind für Felix Schick die Gründe, den Hotel- und Gastronomiebetrieb zu erweitern.

Foto: Mario Berger

"Wir haben alle Auflagen und Hausaufgaben vom Landratsamt erfüllt", betont der Juniorchef. Schließlich wolle man negative Auswirkungen auf die Nachbarschaft - alles Aussiedlerhöfe - so gering wie möglich halten. Es geht hier vor allem um den unterhalb des Hotels liegenden Pferdehof. Die Terrasse werde eingehaust, könne mit einer Glaskonstruktion geschlossen werden. Die Auffahrt erhalte eine Schallschutzwand.

Umgekehrt, so Felix Schick, sei die negative Beeinflussung der Landwirtschaft auf den Gastronomiebetrieb ausgeräumt, verweist er auf das entsprechende Gutachten. "Alle Kritikpunkte sind vom Tisch geräumt", weshalb er eine positive Beurteilung der Pläne erwartet.

"Der Tourismus mit Wein zusammen ist in Flein ganz wichtig", betont der Senior. Er erhofft sich deshalb die Unterstützung von der Gemeinde für das Projekt mit einem Investitionsvolumen im niedrigen siebenstelligen Bereich.

"Mit der Osterweiterung könnten wir sofort beginnen", sagt Felix Schick. Diese hält er für dringlich, um einen barrierefreien Zugang zu den Hotelzimmern zu ermöglichen. Die eine oder andere Buchung geht ohne Aufzug verloren.

Daten & Fakten

Mitte der 1950er Jahre betrieb Eugen Schick das Vereinsheim der Kleintierzüchter. 1966 wurde die Holzbaracke abgerissen, das Gasthaus "Wo der Hahn kräht" errichtet und kontinuierlich erweitert, auch um das Weingut, das 1985 dazu kam und 1995 ein eigenes Gebäude erhielt.

Aktuell hat der Familienbetrieb 70 Hotelbetten. Im Restaurant und im Gasthof gibt es jeweils 80 Sitzplätze, dazu kommen 100 Sitzplätze in den Seminarräumen, etwa für Familienfeiern, und 100 Sitzplätze auf der Terrasse. Der Betrieb hat rund 25 Beschäftigte plus Aushilfskräfte.

 

Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

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