Erweiterung des Heilbronner Tierheims steht im Raum

Untergruppenbach/Heilbronn  1773 Tiere hat das Tierheim Heilbronn im vergangenen Jahr aufgenommen. Knapp die Hälfte davon sind Katzen, davon wiederum 703 Fundtiere. Bei der Jahreshauptversammlung geht es zudem um die Erweiterungspläne am aktuellen Standort.

Von Stefanie Pfäffle
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Silke Anders (links) und Stellvertreter Hermann Christ (von rechts) ehrten Sandra Köhl (Heilbronn), Dr. Walter Lehmann (Untergruppenbach), Ingrid und Heribert Börsig (Bad Rappenau) für über 30 Jahre Mitgliedschaft.

Foto: Stefanie Pfäffle

"Das macht deutlich, wie wichtig eine Kastrationspflicht ist", betonte Ute Krenn-Gronostay, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Heilbronn und Umgebung. In der Jahreshauptversammlung im Sportheim in Untergruppenbach bekamen die Mitglieder einen Überblick über die Aktivitäten.

Beschlagnahmungen, Todesfälle, Quarantäne − Tiere landen aus den unterschiedlichsten Gründen im Tierheim. "Wir haben große Probleme mit den scheuen Katzen im Katzenhaus, die man oft nicht zurücksetzen kann und die auch kaum Vermittlungschancen haben", stellte Krenn-Gronostay fest.

Es sammeln sich auch immer mehr verhaltensauffällige Hunde, daher plädierte die Vorsitzende Silke Anders für einen Hundeführerschein, sprach sich aber gegen Rassenlisten aus. Ehrenamtliche Helfer werden immer gesucht, vor allem auch Pflegestellen, die Katzenmütter und ihren Nachwuchs, trächtige Katzen oder Kitten ohne Mütter versorgen. Die Saison hat bereits wieder begonnen.

Arbeit hängt von Spenden ab

Tiere aufnehmen, versorgen und weiter vermitteln − das ist die Hauptaufgabe des Tierheims. Um das möglichst gut bewerkstelligen zu können, bedarf es zahlreicher Aktivitäten, auch von außerhalb. 2018 waren beide Tierheimfeste dank guten Wetters ein voller Erfolg. Zahlreiche Vereine, Firmen, Schulen und Kindergärten spendeten Geld oder benötigtes Material.

Die ungehinderte Vermehrung von Katzen bereitet den Tierheimmitarbeitern Sorgen. Foto: Veigel

Spendenaufrufe für notwendige Operationen entwickelten sich erfolgreich. "Unsere Homepage und Facebook sind stark frequentiert und auch die Auftritte in der Öffentlichkeit sowie in der Presse sind nötig, um die notwendige Aufmerksamkeit zu bekommen", erklärte Silke Anders.

Sie stellte auch den Haushaltsplan für 2019 vor. Es werden große Summen umgesetzt. Auf der Einnahmen- und Ausgabenseite sind jeweils rund 832.000 Euro vorgesehen mit einem kleinen Plus. Nach den Erfahrungen aus dem Vorjahr wurden die Ansätze für Medikamente und Tierarzt zum Beispiel hochgesetzt, der für Tierfutter konnte reduziert werden.

Wunsch nach einer Erweiterung

Seit knapp fünf Jahren ist das Tierheim an seinem neuen Platz beheimatet, jetzt denkt der Verein über eine Erweiterung nach. "Wir haben bei der Stadt angefragt, ob wir Gelände erwerben können, bevor uns Audi alles wegschnappt", erklärte Anders. Es handelt sich um eine Fläche von zusammen 15.800 Quadratmetern. Die Stadt könne sich eine Einmalspende in Höhe des Werts vorstellen, geht nun aber noch auf die Landkreiskommunen zu, ob die sich beteiligen.

Zum Abschluss ehrte der stellvertretende Vorsitzende Hermann Christ Mitglieder, die zwischen 30 und 34 Jahren dabei sind. Insgesamt sind das über 50, anwesend waren jedoch nur Sandra Köhl aus Heilbronn, Dr. Walter Lehmann aus Untergruppenbach sowie Ingrid und Heribert Börsig aus Bad Rappenau.

 


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