Ellhofen: Rapp stellt Betreiber der neuen Arztpraxis vor

Ellhofen  Der Medizinische Verbund Bottwartal will eine Zweigpraxis in Ellhofen betreiben. Eine Ärztin ist bereits eingestellt,aber das Okay des Zulassungsausschusses fehlt noch. Der Start ist zum 1. Juli geplant.

Von Anja Krezer
Email
Rapp nennt Ross und Reiter

Von links: Bürgermeister Wolfgang Rapp, Dr. Martin Frenzel und dessen kaufmännischer Leiter Tobias Fröhlich. Im Hintergrund die neue Praxis im Erdgeschoss.

Foto: Mugler

Noch ist zwar nicht alles in trockenen Tüchern. Aber da sich der Name, den Bürgermeister Wolfgang Rapp gerne noch eine Weile unter Verschluss gehalten hätte, inzwischen in Ellhofen herumschweigt, stellt er den Betreiber der neuen Arztpraxis vor: Dr. Manfred Frenzel betreibt als Inhaber des Medizinischen Verbunds Bottwar (MVB) eine Praxis in Oberstenfeld mit mehreren Zweigpraxen und insgesamt knapp 90 Mitarbeitern. Bereits eingestellt ist die Ärztin, die ab 1. Juli in der Niederlassung in Ellhofen arbeiten wird. Deren Namen verrät wiederum Frenzel nicht.

Arzt ist immer Thema

Egal, ob er einen Geburtstagsbesuch macht oder bei einem Vereinsfest vorbeischaut: "Auf das Thema Arzt wird man ständig angesprochen", sagt Rathauschef Rapp. Erst recht, seit der langjährige Allgemeinmediziner, der im Volksbank-Gebäude praktizierte, im vergangenen Herbst überraschend verstarb. Seither ist die 3700 Einwohner große Wachstumsgemeinde ohne hausärztliche Versorgung vor Ort.

Nicht mehr lange. Ab 1. Juli sollen die Patienten in die neuen Räume mit dem Rundbau in der Hinteren Straße kommen können. Eine Ärztin und zwei medizinische Fachangestellte werden für die Kranken da sein. "Mal schauen, wie es läuft. Wenn die Nachfrage gut ist, wollen wir die Nachfrage zufrieden stellen", sagt Manfred Frenzel im Gespräch mit der HSt. Will heißen: Dann will er aufstocken. Ellhofen ist groß genug für zwei Arztsitze.

Suche war schwierig

Vorausgesetzt, Frenzel wird fündig. Es sei schwierig gewesen, die 100-Prozent-Stelle für die neue Zweigpraxis zu besetzen. Selbst in einer Kommune wie Ellhofen, die nicht im Niemandsland liegt, sondern verkehrsgünstig an der Autobahn, was wiederum für Frenzel ein Grund war, sich für den Ort zu interessieren: Die Hausarztsuche ist ein schwieriges Geschäft. Nicht umsonst bemüht sich die Rathausverwaltung seit Jahren um die Ansiedlung eines Arztes, hatte sogar einen Finderlohn von 5000 Euro ausgeschrieben. "Wir haben einen massiven Ärztemangel", sagt Frenzel.

Zum Glück hat es dennoch geklappt. Rapp wäre allerdings nicht Rapp, wenn er nicht zur Vorsicht mahnen würde. Es ist noch einer formale Hürde zu nehmen. Frenzel: "Das zulassungsrechtliche Verfahren ist noch nicht abgeschlossen." Der sogenannte Zulassungsausschuss Nordwürttemberg müsse der Zweigpraxis in Ellhofen noch zustimmen. Um dieses Gremium nicht zu verstimmen, hielt Rapp Frenzels Namen lange unter Verschluss. Aus demselben Grund nennt Frenzel auch die Ärztin noch nicht beim Namen. Frenzel hofft, dass das "Okay Anfang Juni kommt".

Bisher fünf Standorte

Der Inhaber des MVB beschäftigt 19 Mediziner in Voll- und Teilzeit an fünf Standorten: in Oberstenfeld, wo es eine allgemeinärztliche und eine dermatologische Versorgung gibt, außerdem in Beilstein, Kirchheim am Neckar, Ingersheim und Aspach. Bis vor knapp einem Jahr auch in Neckarwestheim. Nach nur kurzer Zeit gab es dort ein abruptes Ende - mit langen Gesichtern bei allen Beteiligten.

In Ellhofen ist das Dasein hoffentlich längerfristig angelegt. Die Zeichen stehen günstig: Der Innenausbau der 110 Quadratmeter großen Praxis auf Kosten des Betreibers und mit einem Zuschuss der Gemeinde läuft auf Hochtouren. Ein Vorvertrag mit dem Vermieter ist unterschrieben, Zwischenwände wurden eingezogen, die Praxisräume nach Frenzels Wünschen unterteilt. Frenzel, der selbst noch in Oberstenfeld praktiziert, lobt Rapp für "seine Fähigkeit, verschiedene Gesprächspartner zusammenzubringen". Rapp wiederum ist "gottfroh, in Frenzel jemanden gefunden zu haben. Ich bin sehr froh, für allem für die älteren Patienten."

 


Kommentar hinzufügen